Lange Gesichter bei der SG Essen-Schönebeck. Der Bezirksligist kam nach der Winterpause nicht gut aus den Startlöchern: Vier Punkte aus den ersten drei Spielen, dazu eine Auftaktniederlage gegen Spitzenreiter TuS Helene. Doch SG-Coach Rolf Gramatke bleibt gelassen.

Essen: SG Schönebeck sagt zum Aufstieg leise Servus

"Man sollte mehr auf die Männer bauen"

Aaron Knopp
03. März 2008, 22:57 Uhr

Lange Gesichter bei der SG Essen-Schönebeck. Der Bezirksligist kam nach der Winterpause nicht gut aus den Startlöchern: Vier Punkte aus den ersten drei Spielen, dazu eine Auftaktniederlage gegen Spitzenreiter TuS Helene. Doch SG-Coach Rolf Gramatke bleibt gelassen.

"Erstmal wollten wir gar nicht aufsteigen. Als ich die Truppe übernommen habe, dacht ich erst, wir steigen ab." Die Zielsetzung korrigierte der Trainer nach kurzer Zeit jedoch nach oben: "Dann habe ich gemerkt: Hier geht doch etwas, jetzt wird es aber natürlich ganz eng. Ich habe immer gesagt: Sechs Punkte Rückstand sind noch aufzuholen, jetzt bei acht Zählern wird es sehr schwer."

Dennoch hätten die Altenessener den Aufstieg noch nicht sicher: "Es gibt in diesem Jahr keinen Überflieger, auch nicht Helene. Der Unterschied zu uns ist eigentlich nur, dass die einen treffsicheren Stürmer haben. Deshalb stehen die oben."

Gramatke weiß genau, wovon er spricht, denn in der Abteilung Attacke krankt es bei der Sportgemeinschaft. "Wir sind der Chancentod. Zwar erspielen wir uns zahlreiche Möglichkeiten, aber es fehlt uns einfach der Knipser, so einer wie Mahmoud Ibrahim." Der steht nun jedoch in Diensten des Liga-Konkurrenten Adler Frintrop.

Daher liest sich das Torverhältnis des Tabellen-Vierten auch ernüchternd. Zwar stellen die Schönebecker die zweitbeste Defensive, es schossen aber auch nur drei Teams weniger Tore. "Ich weiß, da haben wir eine Bilanz wie ein Abstiegskandidat", nickt Gramatke. Dennoch lässt er sich nicht beirren und spekuliert auf die Außenseiter-Chance: "Wir werden weiterhin versuchen, guten Fußball zu spielen. Vor allem bei unseren Heimspielen kicken wir teilweise wirklich brillant."

So dass schließlich vielleicht doch noch etwas geht in Sachen Aufstieg: "Ich habe schon Pferde kotzen sehen, dazu ist schon zuviel passiert: Mannschaften, die aus finanziellen Gründen nicht aufsteigen konnten oder doch noch eingebrochen sind, und so weiter. Wahrscheinlich wird Helene aber die Nase vorn haben, das habe ich auch vor der Saison schon gesagt. Die haben auch einfach den nötigen Dusel und die individuelle Stärke, da hängt keiner durch."

Sollte es in dieser Saison endgültig nichts werden mit dem Aufstieg, die Perspektive stimmt dennoch. Daher hat der Coach unlängst auch seinen Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert: "Ich denke, hier ist einiges möglich. Wir haben einen unheimlich guten Unterbau und wenn man sich adäquat verstärkt, ist in ein, zwei Jahren auch der Aufstieg drin. Zudem macht es mir Riesen-Spaß, hier zu arbeiten. Es gibt immer einen Ansprechpartner, das ganze Umfeld ist richtig nett. Wenn ich da mit meinem alten Club (Landesligist Sportfreunde Altenessen 18, Anm. d. Red.) vergleiche, ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht."

Auch durch den Frauenfußball-Bundesligisten, den der Verein stellt, verdeutlicht sich das Potenzial des Bezirksligisten. Obwohl Gramatke noch Steigerungs-Potenzial sieht: "Man sollte mehr auf die Männer bauen. Wenn ich mir die Spiele der Frauen anschaue, alleine die Ergebnisse - das ist schon ein Unterschied. Sicher ist Frauenfußball auf dem Vormarsch, aber für mich nicht das Gelbe vom Ei. Das ist aber nur meine persönliche Meinung. Mit noch etwas mehr Unterstützung wäre auch bei uns eine Menge möglich."

Autor: Aaron Knopp

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