MSV-Publikumsliebling Tobias Willi bringt es auf den Punkt.

MSV: Abwehr ist Bommers Sorgenkind / Skepsis bei Fernando Avalos

Zwischen Lebenszeichen und Cut

23. Februar 2008, 09:15 Uhr

MSV-Publikumsliebling Tobias Willi bringt es auf den Punkt. "Wir müssen endlich wieder ein Spiel hinlegen, in dem das Ergebnis zur Leistung passt. Wir möchten endlich mal wieder mit einem guten Gefühl nach Hause fahren." Ob das am Samstag nach den 90 Minuten bei Arminia Bielefeld der Fall ist? Wenn nicht, wird es langsam duster für die Zebras. Trainer Rudi Bommer verbrachte die erste Wochenhälfte nach der saudummen Stuttgart-Pleite (2:3) vor allem damit, Fehlerquellen aufzuarbeiten und neuen Mut zu entfachen. "Ich habe mit den Jungs gesprochen und versucht, zu ergründen, woran es liegt. In den ersten 17 Minuten waren wir gegen den VfB überlegen, dann kam das Gegentor und bei uns ging die pure Angst um. Ich kann es absolut nicht ab, wenn man sich im Spiel versteckt. Genau das ist bei uns der Fall gewesen."

Die Folge: Zur Halbzeit rappelte es im Gebälk. Bommer: "Meine Bakterien waren mit einem Schlag weg. So schnell bin ich noch nie gesund geworden wie am Samstag."

Nachts kramte der Fußball-Lehrer das Video heraus, sah sich die Horror-Halbzeit und die anschließende Steigerung ohne Happy End noch Mal an. "Du verstehst selbst die Welt nicht mehr und kommst nach so einer Partie auch nicht zur Ruhe. Ich muss als Trainer den Schalter umlegen. Auf dem Platz haben wir Übungen mit Spaß-Faktor gemacht, um den Kummer aus den Köpfen zu bekommen."

Zwei Tage hat Bommer nun noch Zeit, um sich über die Aufstellung Gedanken zu machen, letzte Schliffe vorzunehmen. Eine Option: Ivica Grlic könnte, wie schon ein Mal erfolgreich praktiziert, als eine Art Abwehrchef fungieren. Die andere Option: Fernando Avalos rückt erstmals in die Kette, um den gesperrten Iulian Filipescu zu ersetzen. Doch Bommer klingt skeptisch: "Die Zweikämpfe haben mir bei Avalos noch nicht so gefallen. Er war weit weg vom Gegner und zog noch nicht so, wie ich mir das vorstelle. Wir werden das heute noch Mal antesten."

Fernando Santos traute sich nach seinem Jochbeinbruch gestern Kopfbälle zu. Bommer: "Dass er noch Respekt vor den gegnerischen Ellenbogen hat, ist verständlich, aber vielleicht muss man da einfach durch's Feuer gehen." Der Coach räumt ein: "Die Abwehr ist mein Sorgenkind, da mache ich mir viele Gedanken. Irgendwas werden wir schon aus dem Hut zaubern."

Und dann hoffentlich ein Lebenszeichen in Form von Punkten aussenden. Bommer: "Bielefeld ist für uns ein Endspiel. Wer das nicht kapiert, ist ohnehin verkehrt." Der Ex-Münchner deutlich: "Bei einer Niederlage wird es mit dem Klassenerhalt schwierig. Du musst jetzt mit dem Punkten anfangen, sonst ist es irgendwann vorbei. Dann muss man umdenken und einen Cut machen."

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