Die neue NRW-Liga wirft bereits ihre Schatten voraus. Und jetzt haben die Vereine vom Westdeutschen Fußball-Verband auch eine konkrete Vorstellung darüber bekommen, was auf sie zukommt. Auf der Verbands-CD ist ein 72 Seiten starkes Formular, welches die Anforderungen für die neue Klasse aufschlüsselt. Die

Anforderungen für die neue NRW-Liga haben es in sich

Schneider: "Eine andere Qualität"

15. Februar 2008, 14:28 Uhr

Die neue NRW-Liga wirft bereits ihre Schatten voraus. Und jetzt haben die Vereine vom Westdeutschen Fußball-Verband auch eine konkrete Vorstellung darüber bekommen, was auf sie zukommt. Auf der Verbands-CD ist ein 72 Seiten starkes Formular, welches die Anforderungen für die neue Klasse aufschlüsselt. Die "Richtlinien für das Zulassungsverfahren technisch-organisatorische und sicherheitstechnische Leistungsfähigkeit NRW-Liga" haben es in sich und stellen einige Vereine vor erhebliche Probleme.

Denn neben einem VIP-Raum und dem dazugehörigen Parkplatz muss das Stadion mindestens 5.000 Zuschauer fassen und 1.000 Besuchern eine Überdachungsmöglichkeit bieten. Zudem sieht der Katalog vor, dass die Fanbereiche aus vier getrennten Sektoren bestehen und mit jeweils eigenen Toiletten und Kiosken versehen sind. Weitere Punkte sind beispielsweise eine Presse- und Ehrentribüne, zehn Arbeitsplätze für Journalisten mit Pult und Telefon-Anschluss oder 40 Quadratmeter große Umkleidekabinen.

Auflagen, die Clubs wie der SV Schermbeck oder VfB Speldorf aus infrastrukturellen Gründen nicht erfüllen können. Konsequenz: Selbst wenn sich der SVS sportlich qualifizieren würde und auch die Lizenz erhalten sollte, könnten die Anforderungen den Aufstieg verhindern. "So kritisch würde ich das nicht sehen", erklärt Heinz-Leopold Schneider, Vorsitzender des Westdeutschen Fußball-Auschusses: "Dann wird abgewogen, ob es eine Möglichkeit der Nachbetrachtung gibt, die in einer gewissen Zeit abzustellen ist."

Gemeint: Es wird Übergangsfristen geben, in der die Vereine ihr Stadion nachrüsten können. Dass diese Vorschläge bei den Club-Verantwortlichen auf wenig Gegenliebe stoßen, dafür hat Schneider wenig Verständnis. "Die Liga hat eine andere Qualität. Die Vereine, die mitmachen wollen, müssen auch höhere Anforderungen, die das Präsidium aufgestellt hat, erfüllen." Doch Schneider zeigt sich auch gerne gesprächsbereit: "An drei Toilettentöpfen wird es nicht scheitern, auch nicht an größeren Kabinen."

Um die Unklarheiten auszuräumen, wird es am kommenden Mittwoch eine Informations-Veranstaltung in Duisburg geben. "Da sollen die Vereins-Vertreter konkret Stellung beziehen und wir können über alles reden", gibt sich auch Siegfried Hirche, Vorsitzender des Verbands-Fußball-Ausschusses Westfalen, gelassen. "Man kann immer über den Sinn einiger Statuten streiten, aber man muss auch akzeptieren, dass die neue Liga ganz andere Maßstäbe setzt."

Ungewiss ist auch noch der Spieltag. Wird der Sonntag bleiben, oder wird der Ball Samstags ins Rollen gebracht? "Zu 99 Prozent wird die dritte Liga hauptsächlich am Samstag spielen", verrät Hirche. "Aber wann die Regionalliga angestoßen wird, steht noch nicht fest. Die NRW-Klasse muss sich dann danach richten." Eine Entscheidung soll Anfang März getroffen werden. "Ich gehe aber von einem Regelspieltag am Sonntag aus", berichtet Schneider. Viele Fragen, auf die es hoffentlich schnell Antworten geben wird...

Autor:

Mehr zum Thema

Kommentieren