Misslungener Turnierauftakt für Berti Vogts: Nach einer enttäuschenden Leistung im ersten Gruppenspiel beim Africa-Cup gegen die Elfenbeinküste verlor das von Vogts trainierte nigerianische Nationalteam mit 0:1 (0:0). Den einzigen Treffer der Partie erzielte in der 66. Spielminute der Ivorer Salomon Kalou nach einem traumhaften Solo. Damit stehen die

Vogts-Elf unterliegt Elfenbeinküste mit 0:1

Magerkost statt Feuerwerk

sid
21. Januar 2008, 20:24 Uhr

Misslungener Turnierauftakt für Berti Vogts: Nach einer enttäuschenden Leistung im ersten Gruppenspiel beim Africa-Cup gegen die Elfenbeinküste verlor das von Vogts trainierte nigerianische Nationalteam mit 0:1 (0:0). Den einzigen Treffer der Partie erzielte in der 66. Spielminute der Ivorer Salomon Kalou nach einem traumhaften Solo. Damit stehen die "Super Eagles" aus Nigeria bereits in den kommenden Spielen der Gruppe B unter Druck.

In einem lange Zeit schwachen Duell der technisch stärksten Teams auf dem Schwarzen Kontinent verdiente sich die Elfenbeinküste den Triumph mit einer Steigerung in der zweiten Halbzeit. Kalou, Stürmer beim englischen Pokalsieger FC Chelsea, düpierte vor dem Siegtor (65.) mit einem spektakulären Sololauf gleich vier nigerianische Abwehrspieler und stutzte den "Super Eagles" die Flügel.

"Wir wollen Afrikameister werden", hatte Vogts vor dem Turnier erklärt. Doch vor rund 15.000 Zuschauern im Sekondi-Takoradi-Stadion bot sein Team wie die "Elefanten" statt des erhofften Feuerwerks Magerkost.

Wie schon 2006 in Ägypten, als die Elfenbeinküste Nigeria im Halbfinale (1:0) ausschaltete, neutralisierten sich die offensiv stark besetzten Mannschaften im Mittelfeld. Torchancen kamen daher nur aus der Distanz zustande. Das erste Ausrufezeichen setzten die Ivorer, doch ein gewaltiger 40-m-Schuss von Kolo Toure (9.) brachte Torhüter Austine Ejide nicht wirklich in Bedrängnis.

Vier Minuten später war Vogts schon zum Torjubel von seiner Bank aufgesprungen, doch der knallharte 25-m-Freistoß von Taye Taiwo prallte von der Unterkante der Querlatte zurück ins Feld. Die Szene blieb das letzte Highlight der ersten Hälfte. Der Vorjahresfinalist Elfenbeinküste, der bis kurz vor Turnierbeginn von Ulli Stielike betreut worden war, blieb wie der frühere Olympiasieger Nigeria fast alles schuldig.

Zur zweiten Halbzeit blieb der mit einer Gelben Karte belastete Verteidiger Steve Gohouri (Borussia Mönchengladbach), der von Stielike-Ersatz Gerard Gili wie Arthur Boka (VfB Stuttgart) in die Startformation berufen wurde, in der Kabine. Das Spiel wurde besser. Danny Shittu (49.) setzte einen Kopfball knapp über das Tor der Elfenbeinküste, die durch Kolo Toure ihre erste große Gelegenheit hatte (57.). Im Gegenzug scheiterte der Nigerianer Yakubu Aiyegbeni frei vor Barry, weil er im Gegensatz zu Kalou nicht kaltschnäuzig genug war.

Weitere Gegner des Vogts-Teams sind Geheimfavorit Mali am Freitag (20.30 Uhr) und Benin mit dem deutschen Trainer Reinhard Fabisch am nächsten Dienstag (18.00 Uhr/beide live bei Eurosport).

Ein Offensivspektakel hatte zuvor Marokko geboten, das beim 5:1 (4:1) gegen Namibia den Afrika-Cup-Rekordsieg aus dem Jahr 1970 nur um ein Tor verpasste. Damals hatte die Elfenbeinküste Äthiopien mit 6:1 besiegt. Soufiane Alloudi, bei Al Ain in den Vereinigten Arabischen Emiraten Schützling des deutschen Trainers Winnie Schäfer, war mit drei Toren in den ersten 28 Minuten in Accra für Marokko Wegbereiter des Sieges, zog sich später aber eine Knieverletzung zu.

Autor: sid

Kommentieren