Am Sonntag reiste der MSV-Tross nach sieben Tagen aus dem spanischen Örtchen Ayamonte ab und landete um 15.20 Uhr in Düsseldorf. Mit dem Aufenthalt und der geleisteten Arbeit war Rudi Bommer absolut einverstanden.

MSV: Sorgenkinder Ishiaku und Starke werden heute durchgecheckt

"Weltklasse vom Weltmeister"

Aus Ayamonte berichtet RS-Redakteur Thomas Tartemann
21. Januar 2008, 10:16 Uhr

Am Sonntag reiste der MSV-Tross nach sieben Tagen aus dem spanischen Örtchen Ayamonte ab und landete um 15.20 Uhr in Düsseldorf. Mit dem Aufenthalt und der geleisteten Arbeit war Rudi Bommer absolut einverstanden. "Die Spieler waren sehr engagiert und willig, es gab kein Murren. Ich habe die Bereitschaft gesehen, nach harten Einheiten noch den inneren Schweinehund zu überwinden. Die Verletzten haben so gearbeitet, dass sie Anschluss bekommen. Die Gemeinschaft war insgesamt gut, die Disziplin ebenfalls, es gab von meiner Seite nichts zu bemängeln", resümiert der Duisburger Trainer.

[box_rsprint]Optimal war das Schuften unter spanischer Sonne allerdings doch nicht, es gab erneut Ausfälle. "Torwart Tom Starke hat sich in einem Zweikampf am Fuß verletzt, das war keine bösartige Aktion, so etwas kommt vor. Das Röntgenbild hat nicht zu 100 Prozent aufgeschlüsselt, was genau los ist, es kann sich auch um eine alte Verletzung handeln. Am Montag stehen Tom und Manasseh Ishiaku um 7 Uhr auf der Matte, dann wird alles durchgecheckt. Wir hatten erst überlegt, die beiden vorzeitig nach Hause zu schicken, aber das hätte auch nichts gebracht."

Der nigerianische Stürmer plagt sich mit Oberschenkel-Problemen herum. "Ich habe ihn beim letzten Meisterschaftsspiel gegen Frankfurt vorzeitig vom Platz genommen, da hat er ein Ziehen verspürt. Als Mana bei der Nationalmannschaft von Nigeria weilte, gab es diese Probleme nicht, jetzt sind sie wieder da. Vielleicht ist das auch ein psychischer Hintergrund, schließlich hat er seine Familie drei Wochen lang nicht gesehen. Mana war in seinem Haus in Düsseldorf, seine Frau mit dem neugeborenen Sohn in Belgien." Dem zwickenden Oberschenkel wird zu Wochenbeginn auf den Grund gegangen. Bommer: "Es wird alles durchleuchtet, auch die Blutwerte werden analysiert. Danach sehen wir klarer."

Die Maßnahme, Roque Junior mit einem "Mix-Programm" aus dem Verletzungs-Tal zu führen, erwies sich nach Einschätzung des Linienchefs als korrekt. "Roque fühlt sich gut, hat intensiv an sich gearbeitet. Er ist wesentlich spritziger, hat Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit. Ich denke, wir haben richtig gearbeitet, in dem wir immer wieder zwischen Individual- und Mannschafts-Arbeit gewechselt haben. Jetzt benötigt er natürlich noch Spiele." Die Traum-Marke lässt sich in Zahlen ausdrücken: 17 Rückrunden-Partien mit Roque Junior. Bommer: "Das wäre Weltklasse vom Weltmeister."

Oberligist Uerdingen wartet Dienstag Abend in der Grotenburg, danach steht noch ein Vergleich mit dem Regionalliga-Spitzen-Team Wuppertaler SV Borussia auf dem Programm.

Momentan hält Ersatz-Keeper Sven Beuckert gute Karten in den Handschuhen. Bommer: "Beucke hat bei der Arbeit im Trainingslager sehr gut gehalten. Der Konkurrenzkampf ist entfacht, ich habe ja gesagt, dass jeder seine Chance bekommt. Natürlich hat Tom Starke seine Leistung in der ersten Saison-Hälfte gebracht, das habe ich im Kopf. Jetzt warten wir erst Mal ab, was sich bei der Untersuchung ergibt."

Die Tatsache, dass kein Probe-Kicker nach Spanien kam, obwohl es Drähte zu Ioannis Masmanidis (Bielefeld) und Pedro Oldoni (Paranaense) gab, lässt den Fußball-Lehrer nicht nervös werden. "Wir haben bis Ende Januar Zeit, etwas zu machen. Ich habe ja schon betont, dass es keinen Schnellschuss geben wird. Wenn überhaupt kein Kandidat verpflichtet werden kann, dann muss man auch mit der Situation klarkommen."[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/000/357-361_preview.jpeg MSV-Trainer Rudi Bommer. (Foto: firo)[/imgbox]

Grundsätzlich glaubt Bommer an seinen Kader, verweist aber zum wiederholten Mal darauf, dass gnadenloses Verletzungs-Pech in der ersten Serie kaum aufzufangen war. "Für mich ist die Abwehrkette das Herzstück, damit steht und fällt Sieg oder Niederlage. Genau in diesem Bereich mussten wir teilweise mehrere Leute in einem Spiel herausnehmen. In München waren es Tobias Willi und Björn Schlicke, gegen Hertha Iulian Filipescu und Schlicke. Inzwischen müssten sich die Körper an die höhere Belastung gewöhnt haben, für viele Leute, die neu zu uns kamen und bei den alten Clubs nicht regelmäßig aufgelaufen sind, war das schon eine gehörige Umstellung."

Was Bommer insgesamt sehen will: "Lauter werden, sich gegenseitig helfen, wachrütteln, wenn man merkt, dass beim Mitspieler die Konzentration nachlässt oder ein gewisser Trott eintritt. Das können wir nicht immer von der Bank machen, das muss von den Führungs-Kräften auf dem Platz kommen. Da darf man auch nicht beleidigt sein, sondern muss gemeinsam marschieren. Dazu benötigt man eine hohe Leidenschaft, so wie gegen Bayern oder Werder. Und natürlich eine gewisse Eingespieltheit. Der Linke muss wissen, was der Rechte tut." Mit dem Hochrechnen, wie viele Zähler her müssen, fängt der Coach gar nicht erst an: "Das können andere tun. Wir müssen gut rauskommen und vor allem rankommen, vier, fünf Spiele vor Schluss kann man immer noch sehen, was man braucht und was nicht."

Autor: Aus Ayamonte berichtet RS-Redakteur Thomas Tartemann

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