Nach jahrelangem Hin- und Hergewechsel in Deutschland wagte Markus Wedau 2006 den großen Sprung: Er ging zu Queensland Roar nach Australien. Und auch wenn er mit Kröten und Schlangen kämpfte – das Wagnis ließ ihn reifen. »Es war keine Schnapsidee, keine Entscheidung, die ich plötzlich und über Nacht traf. Ich hatte schon oft den Gedanken, mal im Ausland zu spielen, und häufiger dachte ich dabei an Australien. In Australien wirst du mit Fußballspielen natürlich kein Millionär, das war mir klar.

Marcus Wedau: Menschwerdung down under

Einmal Australien und zurück

Dirk Gieselmann
08. Januar 2008, 13:00 Uhr

Nach jahrelangem Hin- und Hergewechsel in Deutschland wagte Markus Wedau 2006 den großen Sprung: Er ging zu Queensland Roar nach Australien. Und auch wenn er mit Kröten und Schlangen kämpfte – das Wagnis ließ ihn reifen. »Es war keine Schnapsidee, keine Entscheidung, die ich plötzlich und über Nacht traf. Ich hatte schon oft den Gedanken, mal im Ausland zu spielen, und häufiger dachte ich dabei an Australien. In Australien wirst du mit Fußballspielen natürlich kein Millionär, das war mir klar.

[box_11freunde]Sogar in der deutschen Regionalliga kannst du mitunter mehr verdienen. Aber ans große Geld dachte ich damals, im Frühjahr 2006, nicht – das kam an vierter oder fünfter Stelle. Ich war fest entschlossen, etwas Neues zu wagen, ich wollte etwas ausprobieren, was ich mich vorher nie getraut hätte. Man kann sagen, dass der Wechsel zu den Queensland Roars die Erfüllung eines heimlichen Traums war. Und auch eine ideelle Entscheidung.

Der Kontakt nach Brisbane kam über den Berater von Spase Dilevski zustande, mit dem ich in der Saison 2003/04 bei Rot-Weiß Essen spielte. Die australischen Vereine scannen ja nicht gezielt den deutschen Markt nach neuen Spielern, da muss man schon eine gewisse Eigeninitiative zeigen. Ich wurde dann schnell mit den Roars einig und fragte dann beim VfL Osnabrück, meinem damaligen Verein, ob die Möglichkeit bestünde, aus meinem laufenden Vertrag raus zu kommen. Sie stimmten zu.

Als ich dann in meinem Freundes- und Verwandtenkreis erzählte, dass ich fortan in Australien Fußball spielen werde, war die Verwunderung schon groß. Ich hatte das ja immer wieder mal erwähnt, doch man erzählt ja manchmal viel... Als sie dann merkten, dass es mir ernst war mit der Entscheidung, kündigten zahlreiche Freunde, schon vor meiner Abreise, ihren Besuch an.

Die letzten Tage vor dem Umzug waren natürlich stressig, aber trotzdem hauptsächlich von Vorfreude geprägt. Ich hatte keinerlei Bedenken, keine Angst. Ich war mir ganz sicher, alles richtig gemacht zu haben. Ich kannte das Land schon ein wenig, denn ich war mit einem Freund ein halbes Jahr zuvor im Urlaub „Down Under“. Und das hat mich in der Entscheidung bestätigt. Australien übte schon damals eine ganz besondere Faszination auf mich aus.

Den Umzug und die Wohnungssuche habe ich alleine gemacht. Meine Freundin kam sechs Wochen später. Ich habe anfangs bei dem Schweizer Remo Buess gewohnt. Er spielte schon seit 2005 bei den Roars. Eine eigene Bleibe fand ich aber erstaunlich schnell. Das geht in Australien viel unbürokratischer als in Deutschland.

Die Sprache öffnet Türen. Ich finde es immens wichtig, dass man sich verständigen kann. Mein Englisch war vorher nicht überragend, es war okay. Die Australier sprechen teilweise schon ein anderes Englisch, haben natürlich einen eigenen Slang. Daher frischte ich mein Englisch in den ersten Wochen etwas auf. So kam ich problemlos auch mit Einheimischen in Kontakt und suchte – sowohl in der Mannschaft als auch fern vom Fußball – nicht nur Kontakt zu Deutschsprachigen. Und das wollte ich auch. Denn die Mentalität von Australier gefiel mir immer schon – dieses Lockere, Ungezwungene, Entspannte.

Autor: Dirk Gieselmann

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