Nun ist es amtlich: Der Bundesligist MSV Duisburg und der Landesligist DSV 1900 bündeln im Jugendbereich die Kräfte. Der Kooperationsvertrag zwischen den beiden Vereinen ist unter Dach und Fach. Wolfgang Bloch, der Sportliche Leiter bei den Wanheimern, und Uwe Schubert, der MSV-Jugendkoordinator, unterzeichneten die bis zum 30. Juni 2009 datierende Partnerschaft. Eine Verbindung, die nahe liegt. Schließlich hat Bloch lange Zeit für die „Zebras“ als „Co“ bei den Amateuren gearbeitet.

Duisburg: Kräfte-Bündelung zwischen MSV und DSV 1900

„Ein Modell, dass Schule machen wird“

ag
24. Dezember 2007, 07:02 Uhr

Nun ist es amtlich: Der Bundesligist MSV Duisburg und der Landesligist DSV 1900 bündeln im Jugendbereich die Kräfte. Der Kooperationsvertrag zwischen den beiden Vereinen ist unter Dach und Fach. Wolfgang Bloch, der Sportliche Leiter bei den Wanheimern, und Uwe Schubert, der MSV-Jugendkoordinator, unterzeichneten die bis zum 30. Juni 2009 datierende Partnerschaft. Eine Verbindung, die nahe liegt. Schließlich hat Bloch lange Zeit für die „Zebras“ als „Co“ bei den Amateuren gearbeitet.

„Wir sind in der Jugend ganz gut aufgestellt und wollen auch deshalb andere Wege gehen“, erklärt Schubert die Zusammenarbeit, „wir sind immer auf der Suche nach Vereinen, die im Nachwuchsbereich etwas bewegen wollen. Ich denke, dass wir alle davon profitieren können. Und außerdem haben wir als MSV den kleineren Clubs gegenüber eine gewisse Verpflichtung, diese Arbeit auch umzusetzen.“

Mit den 1900ern hat er willige Menschen gefunden. Der DSV möchte auf lange Zeit gesehen, die zweite oder dritte Kraft in Duisburg werden. Dabei soll dieses Konzept auch helfen. „Kurze Wege, kurze Schritte“, fasst Bloch die Ziele der Kooperation zusammen. Jungen Spielern des MSV, die nicht den Sprung in die U19 oder zu den Amateuren schaffen, weil es einfach zu viele sind, sie aber dennoch gute Anlagen haben, wird ein „Engagement“ in der Landesliga beim DSV schmackhaft gemacht. Dort sollen sie sich sportlich wie menschlich weiterentwickeln. „Die jungen Kicker wollen oft zu schnell ganz nach oben. Für den Moment ist das aber nicht machbar, weil sie nicht gut genug für eine U19 oder die Oberliga sind. Deshalb steht die zweite Wahl meistens im Regen. Da ist doch die Landesliga vorerst ein gutes Pflaster, um auch mal einen Schritt zurück zu machen und sie dort behutsam aufzubauen. Vorschreiben können wir es ihnen natürlich nicht, nur anbieten“, erklärt Schubert.

Im Gegenzug sollen hoffnungsvolle Talente vom DSV beim MSV anheuern und Jugendtrainer ausgetauscht werden. Ebenso können die 1900er ins Training bei den „Zebras“ reinschnuppern. Schubert: „Horst Steffen und ich werden auch mal an die Düsseldorfer Straße kommen, um dort Übungseinheiten abzuhalten.“ Eines betont der MSV-Jugendkoordinator dabei vehement: „Wir möchten keinem Verein die Spieler wegschnappen. Zudem glaube ich eh, dass wir in Duisburg fast jeden Kicker kennen.“

Bloch kommt diese Zusammenarbeit gerade recht, arbeitet man doch aktuell an einem Konzept für den Jugendfußball. Doch bis auf eine C-Jugend-Elf sieht es eher schlecht aus. Dies soll sich rasch ändern. Die Jugendmannschaften – von den Bambini bis hin zur A-Jugend – sollen aufgebaut werden. Mit dem ausgegebenen Ziel, „in diesen Bereichen schnell die Leistungsklassen und dann die Niederrheinligen anzupeilen“, wie Bloch hinzufügt. Wichtiger noch: Die derzeit vakante A- und B-Jugend muss wieder ins Leben gerufen werden. „Unsere C wechselt in der neuen Saison komplett in die B-Jugend”, berichtet Wilfried Pollert, der beim DSV für den Nachwuchs zuständig ist. Für die A-Jugend hat 1900 bereits einen Trainer gefunden, der auch einige Spieler mitbringen soll. Ziel: der sofortige Aufstieg.

Darüber hinaus sollen beide Clubs füreinander „scouten“. Bloch: „Je mehr Trainer die Augen aufhalten, umso besser ist es.“ Bis es aber so richtig rund läuft, bleiben alle erst mal in ständigem Dialog. Schubert: „Wir wollen langsam reinkommen und alles behutsam aufbauen. Diese ‘Leihgeschäfte’ wird es nicht in ein, zwei Jahren geben. Das wird sich langsam entwickeln. Aber ich bin sehr zuversichtlich, dass diese Modell Schule machen wird und auch für andere Bundesligaclubs mehr als nur interessant ist.“

Autor: ag

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