Auch eine Woche nach dem Rauswurf von Trainer Guido Naumann reißen die Enthüllungen über die Germania nicht ab. 
Jetzt packt Thorsten Sievert aus, der in den letzten Monaten Naumanns Co-Trainer war und dem Verein nach langem Hin und Her nun ebenfalls den Rücken gekehrt hat.

Gladbeck: Jetzt packt auch Thorsten Sievert aus

"Schattenmänner hinter Schobert"

md
22. Oktober 2007, 21:12 Uhr

Auch eine Woche nach dem Rauswurf von Trainer Guido Naumann reißen die Enthüllungen über die Germania nicht ab.
Jetzt packt Thorsten Sievert aus, der in den letzten Monaten Naumanns Co-Trainer war und dem Verein nach langem Hin und Her nun ebenfalls den Rücken gekehrt hat. "Ausschlaggebend für meine Entscheidung war die Tatsache, dass sie mir weiterhin keinen Vertrag geben wollten", begründet der knochenharte Abwehrspieler seinen Schritt, und schiebt nach:

"Immer wieder hat man mich auf die nächsten Tage vertröstet. Doch irgendwann ist mir der Kragen geplatzt, ich wollte nicht länger in der Luft hängen."

Verständlich, denn Sievert war nicht nur Co-Trainer, sondern entscheidend für Gladbecks Spielberechtigung in der Oberliga: "Ich habe den Posten übernommen, weil ich eine B-Lizenz besitze und kurz davor war, mich zum A-Lehrgang anzumelden. Guido Naumann selber hat keinen Trainerschein, ich war also derjenige, der jede Woche auf dem Spielberichtsbogen stand – und das ohne Vertrag."

Schon das eine Tatsache, die nur schwer nachzuvollziehen ist. Doch der frühere Erkenschwicker legt noch nach: "Als ich den Boss Rolf Schobert darauf ansprach, stellte sich heraus, dass er gar nichts davon wusste. Stattdessen sprang Erdal Cetin ein, ein Mann, der kein Vereinsmitglied ist und auch kein offizielles Amt bei der Germania bekleidet. Er wollte mich erneut vertrösten, warf mir gar vor, dass ich einen regulären Beruf habe und das Geld ja nicht so nötig hätte."

Für den Bankkaufmann war klar: "Das war es!" Mittlerweile hat der Rechtsfuß, der derzeit aufgrund eines Kreuzbandrisses auf Eis liegt, immerhin, nach weiteren langen Wochen des Wartens, sein Geld erhalten.

Die alten Wunden sind trotzdem noch nicht verheilt, gerade mit der Arbeit der Vereinsführung um Schobert hat er nicht abschlossen: "Dieser Ein-Mann-Vorstand sollte sich lieber wieder um seine ehemalige Handball-Karriere kümmern. Die wahren Drahtzieher sind Erdal Cetin und Kerim Güler, der ebenfalls keine offizielle Funktion hat, und das finde ich äußerst fragwürdig. In der Vergangenheit blieben sie stets im Hintergrund, doch jetzt treffen und verkünden sie die wichtigen Entscheidungen. Sie machen einfach alles."

Doch Sievert erlebt auch Positives in diesen Tagen des Chaos rund um den Krusenkamp: "Es sind Spieler an mich herangetreten, mit denen ich vorher keinen Kontakte hatte. Sie haben Verständnis für mein Verhalten ausgedrückt und sich verwundert über die derzeitigen Entwicklungen gezeigt. Plötzlich stellen sich, laut ihrer Aussage, Akteure in den Vordergrund und reden alles kaputt, was unter Naumann und mir erreicht wurde, dabei haben sie sich vor wenigen Wochen noch über die miese Zahlungsmoral der Germania beklagt. Mal sehen, wie sie reagieren, wenn sie am Monatsersten auf ihr Gehalt warten müssen."

Wenig verwunderlich, dass Sieverts Fazit über seine 36 Monate lange Zeit in Gladbeck äußerst negativ ausfällt: "Was ich bei der Germania in dieser kurzen Zeit erlebt habe, reicht für 20 turbulente Jahre in zehn verschiedenen Vereinen."

Autor: md

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