Bereits zehn Saisontore kann David Jung, 2. Vorsitzender beim DSV 1900 Duisburg und Spielertrainer der zweiten Garde der Wanheimer, auf seinem Konto verbuchen. Im Spiel gegen den SV Duissern sollte dann der elfte Treffer her. Doch der gegnerische Torwart hatte etwas dagegen. Aus dem folgenden Zusammenprall ging der 27-jährige Stürmer als zweiter Sieger hervor, Jung brach sich die Nase. Eine Woche später geht es dem Riechorgan schon wieder etwas besser und trotz des schmerzhaften Zwischenfalls hat der bekennende Schalke-Fan momentan für vieles den richtigen „Riecher“.

Kreis DU/MH/DIN: David Jung (Spielertrainer DSV 1900 II) im Interview

„Wochen der Wahrheit kommen noch“

Moritz Rieckhoff
15. Oktober 2007, 14:28 Uhr

Bereits zehn Saisontore kann David Jung, 2. Vorsitzender beim DSV 1900 Duisburg und Spielertrainer der zweiten Garde der Wanheimer, auf seinem Konto verbuchen. Im Spiel gegen den SV Duissern sollte dann der elfte Treffer her. Doch der gegnerische Torwart hatte etwas dagegen. Aus dem folgenden Zusammenprall ging der 27-jährige Stürmer als zweiter Sieger hervor, Jung brach sich die Nase. Eine Woche später geht es dem Riechorgan schon wieder etwas besser und trotz des schmerzhaften Zwischenfalls hat der bekennende Schalke-Fan momentan für vieles den richtigen „Riecher“.

Das gestrige Spitzenspiel in der B-Liga zwischen dem gastgebenden DSV und SW Weiß Duisburg endete 0:0. Beide Teams bleiben mit jeweils 23 Punkten an der Tabellenspitze. Mit RevierSport online sprach Jung über den momentanen Höhenflug seiner Elf und über die Ziele für die laufende Spielzeit.

RevierSport online: Hallo Herr Jung. Für die zweite Elf des DSV läuft es momentan richtig gut. Nach zehn Spieltagen stehen sieben Siege und drei Unentschieden auf der Habenseite. Haben Sie mit einem solch guten Saisonstart gerechnet?

David Jung: „Das ist eine schwierige Frage. Vor der Saison habe ich eher andere Teams auf der Rechnung gehabt. Auf der anderen Seite spielen wir nach dem Neuaufbau in der vergangenen Spielzeit nun schon etwas länger zusammen. Insofern war mir schon klar, dass wir eine gute Truppe zusammen haben. Außerdem gilt es natürlich zu bedenken, dass die jetzige Runde noch sehr jung ist. Es kann noch viel passieren.“

RevierSport online: Welche Gründe können Sie für den momentanen Erfolg benennen?

David Jung: „Die Tatsache das wir nun schon eine Weile so zusammen spielen kommt uns natürlich zugute. Zudem haben wir eine unglaublich gute Stimmung in der Mannschaft. Wir unternehmen als Mannschaft auch außerhalb des Platzes viel miteinander. Vor kurzem hatten wir einen gemeinsamen Kegelabend. Kein einziger Spieler hat gefehlt. Das sagt alles. Wichtig zu betonen ist auch die gute Zusammenarbeit zwischen dem ganzen Trainerteam.“

RevierSport online: Neben Ihnen stehen Thomas Kersten und Detlef Moritz in der Verantwortung. Wie sieht die Kompetenzverteilung innerhalb des Trainer-Teams aus?

David Jung: „Kompetenzverteilung im klassischen Sinne gibt es bei uns gar nicht. Wir sind ein Team und ergänzen uns fantastisch. Durch meine Funktion als 2.Vorsitzender des Klubs bin ich vor allem in den Phasen vor einer Saison viel mit der Zusammenstellung der ersten Elf beschäftigt. Das war auch diesen Sommer so. Hätten Thomas und Detlef in dieser Zeit nicht so eine hervorragende Arbeit abgeliefert, wäre die momentane Tabellenposition gar nicht zu erreichen gewesen.

RevierSport online: Ein weitere Komponente des erfolgreichen Spiels Ihrer Mannschaft könnten die regelmäßigen Einsätze der Landesliga-Akteure sein. Eine Praktik, die von der Konkurrenz nicht gerne gesehen wird. Haben Sie Verständnis für diese Kritik?[infobox-right]Zur Person:
Geboren: 18.06.1980
Geburtsort: Duisburg
Alter: 27
Beruf: Kaufmännischer Angestellter
Wohnort: Duisburg Huckingen
Familienstand: verheiratet
Kariere: In der Jugend spielte Jung für den DSV 1900. Auch im Senioren-Bereich blieb der heutige Funktionär, Spieler und Coach "seinem" Klub fast ausschließlich treu. Einzig ein kurzes Intermezzo bei Viktoria Buchholz (2000/2001) bildete die Ausnahme[/infobox]

David Jung: „Irgendwo kann ich die Haltung der anderen Vereine verstehen. Die individuelle Klasse unserer Sechstliga-Kicker kommt uns natürlich schon zugute. Anderseits ist es für uns als Übungsleiter der Reservemannschaft natürlich wichtig, Spieler die lange verletzt waren, wieder an die Erste Elf heranzuführen. Zudem hat diese Methode nicht nur Vorteile. Dadurch, dass immer andere Spieler zu uns kommen, können wir schlecht planen.“

RevierSport online: Welchem Trainertypus entsprechen Sie? Kumpeltyp oder „Schleifer“?

David Jung: „Ich habe bis zu meinen schweren Knieverletzungen lange Jahre in der Bezirks- und Landesliga gespielt, weiß also wie man als Spieler tickt. Zudem bin ich Spielertrainer. Den autoritären Typen raushängen zu lassen, liegt mir völlig fern. Wie bereits erwähnt, gab es bis jetzt aber auch kaum Situationen wo eine harte Hand gefragt gewesen wäre. Wenn mal etwas vorfällt was mir nicht passt, nehme ich mir die Jungs zur Seite und rede mit ihnen.“

RevierSport online: Welche Tugenden sind Ihnen besonders wichtig?

David Jung: "Fleiß, Disziplin und Ehrgeiz. Das ist alles, was ich erwarte. Wir spielen in der Kreisliga B. Dass da nicht ein Haufen grandioser Fußballer herum läuft ist doch klar. Das erwartet aber auch keiner. Aber, dass man sich für seine Mannschaftskameraden zerreißt und 90 Minuten alles für den Klub gibt, das empfinde ich als normal.“

RevierSport online: Wo landet der DSV am Ende der Saison?

David Jung: „Wo genau wir landen, weiß ich nicht. Wir wollen oben mitspielen und den Leuten die unsere Spiele sehen guten Fußball bieten. Eine endgültige Prognose kann man ja jetzt unmöglich abgeben, zumal die Wochen der Wahrheit, in denen dann die Teams aus dem oberen Drittel der Tabelle unsere Gegner sein werden, uns ja jetzt erst noch bevorstehen.“

RevierSport online: Das Wort Aufstieg ist also Tabu?

David Jung: „Tabu nicht, aber viel zu früh. Momentan freuen wir uns einfach nur über unsere tolle Serie. Alles was darüber hinausgeht, ist derzeit kein Thema.“

Autor: Moritz Rieckhoff

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