Was für ein Finale. Lange mussten die rund 200 Zuschauer der Bezirksligapartie zwischen TC Freisenbruch und Blau-Weiß Mintard darben. Zwar boten die zuletzt so erfolgreichen Hausherren 90 Minuten Einbahnstraßen-Fußball, setzten ihre Sturmreihe aber zu selten gefährlich in Szene. Gegen extrem defensiv ausgerichtete Mintarder gab es einfach kein Durchkommen - die

Bezirksliga 4: TC Freisenbruch - BW Mintard 0:1 (0:0) (Ortstermin)

"Ich wusste gar nicht, wie mir geschah"

Aaron Knopp
14. Oktober 2007, 23:57 Uhr

Was für ein Finale. Lange mussten die rund 200 Zuschauer der Bezirksligapartie zwischen TC Freisenbruch und Blau-Weiß Mintard darben. Zwar boten die zuletzt so erfolgreichen Hausherren 90 Minuten Einbahnstraßen-Fußball, setzten ihre Sturmreihe aber zu selten gefährlich in Szene. Gegen extrem defensiv ausgerichtete Mintarder gab es einfach kein Durchkommen - die "Nullnummer" lag fast schon greifbar in der Luft. In der 85. Minute fand die Langeweile dann jedoch ein jähes Ende, in der Schlussphase überschlugen sich plötzlich die Ereignisse. Im Mittelpunkt des Geschehens: Der Unparteiische. [i]Ein Ortstermin.[/i]

Es setzte drei Platzverweise in nur sieben Minuten. Zunächst musste TC-Libero Ralf Dyballa mit Gelb-Rot vom Platz (85.) dann schlug Mintards Markus Gotsch den Ball weg und sah ebenfalls die Ampel-Karte (87.). In der Nachspielzeit nahm schließlich der Freisenbrucher Super-GAU seinen Lauf. Nachdem die Gäste offensiv über 90 Minuten quasi nicht stattgefunden hatten, erzielte Jens Erbslöh in der zweiten Minute der Nachspielzeit völlig überraschend den Siegtreffer.

Für TC-Trainer Friedhelm Ingenhag ein Tor, das eigentlich nicht hätte fallen dürfen. Er sah vor dem Treffer einen groben Schiedsrichter-Fehler. Aber der Reihe nach: Unmittelbar vor dem Mintarder Treffer sah zunächst TC-Verteidiger Simon Tilgner Gelb-Rot. Der 20-Jährige hatte vom Unparteiischen Sven Rettkowski einen Freistoß zugesprochen bekommen, jedoch lautstark moniert, dass der eigene Vorteil abgepfiffen wurde - für Rettkowski offenbar zu vehement. Statt den Freistoß nach dem Platzverweis ausführen zu lassen, sprach der Referee nun jedoch plötzlich den Gästen die Standard-Situation zu. "Für mich ein klarer Regelverstoß", schimpfte Ingenhag. Schließlich kostete die umstrittene Entscheidung den Oststädtern am Ende einen bereits sicher geglaubten Punkt.

Nachdem das Match schon lange abgepfiffen war, stand der TC-Coach noch immer völlig konsterniert an der Seitenlinie und starrte ins Leere. "Ich wusste fünf Minuten lang gar nicht, wie mir geschah", schüttelte der Familienvater den Kopf. "Genauso wie die Mintarder." Ein Umstand, der den blau-weißen Jubel jedoch keineswegs trübte. Freude pur empfand Spieler-Trainer Kai Berges: "Wir hatten heute das an Glück, was wir in den letzten Spielen an Pech hatten. Wir haben uns den Erfolg aber schon verdient, weil wir einfach super gekämpft haben."

Für Mintard bedeutet der Erfolg den ersten "Dreier" nach zuletzt fünf sieglosen Partien. "Das war ganz wichtig für uns. Nun müssen wir zusehen, dass wir weiter da unten raus kommen", sagte Berges. Der Freisenbrucher Höhenflug scheint mit der zweiten Niederlage hintereinander dagegen vorerst gestoppt. "Ich mache der Mannschaft eigentlich gar keinen Vorwurf. Aber man hat gesehen, dass wir noch nicht die Qualität für ganz oben haben. Wir haben das Ding einfach nicht reingehauen. Das war der Casus Knacktus", resümierte Ingenhag.

Autor: Aaron Knopp

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