Berlin war keine Reise wert, denn nach drei Siegen in Serie mussten sich die Borussen im Olympiastadion dem neuen Tabellenführer Hertha BSC vor 52237 Zuschauern mit 2:3 (1:1) geschlagen geben. Eine Pleite, die BVB-Coach Thomas Doll richtig zornig machte:

2:3-Schlappe in Berlin offenbarte erneut Defizite

Doll erkannte Team nicht mehr

Randolf Kaminski
23. September 2007, 19:33 Uhr

Berlin war keine Reise wert, denn nach drei Siegen in Serie mussten sich die Borussen im Olympiastadion dem neuen Tabellenführer Hertha BSC vor 52237 Zuschauern mit 2:3 (1:1) geschlagen geben. Eine Pleite, die BVB-Coach Thomas Doll richtig zornig machte: "Ich kann den Berlinern nur zu diesem Erfolg gratulieren, denn er ist absolut verdient." Dabei erarbeiteten sich die Gastgeber den Triumph nicht alleine, erhielten reichlich Unterstützung von den Gästen.

[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/001/646-1667_preview.jpeg Enttäuscht: BVB-Trainer Thomas Doll. (Foto: firo)[/imgbox]Der 41-Jährige: "Ich habe mein Team gegenüber der Begegnung gegen Bremen gar nicht wiedererkannt. Wir sind überhaupt nicht ins Spiel gekommen." In dieser Ansicht sah sich der Fußball-Lehrer schon nach 60 Sekunden bestätigt: "Die Berliner hätten durch Patrick Ebert schon in der ersten Minute in Führung gehen können."Doch Berlins Nummer 20 traf nur den Pfosten.

Es ging so weiter: "Danach haben wir Fehlpässe produziert, waren auch viel zu unkonzentriert." Nicht nur Doll zeigte sich nach einer guten halben Stunden dann absolut überrascht: "Unsere Führung fiel praktisch aus dem Nichts." Florian Kringe hatte sich im Mittelfeld exzellent den Ball erobert, den er an "Kuba" übergab. Dessen Querpass war vollkommen misslungen, so dass der Mladen Petric fast aus Verzweiflung abzog und genau traf. Dieser "Einschlag" erzeugte eine Hoffnung, die beim Dortmunder Trainer aber trog. "Ich habe gedacht, dass wir dann mehr Ruhe ins Spiel bringen. Generell blieben aber unsere Defizite im Mittelfeld."

Die kommen nicht von alleine, haben ihre Ursachen, wie auch Doll weiß: "Wir haben ein echtes Problem, wenn gleich drei oder vier Akteure nicht an das optimale Leistungsniveau herankommen können. So bleibt die bittere Erkenntnis, dass wir trotz der neun Punkte in Serie noch ganz hart arbeiten müssen."
Entspannter genoss Lucien Favre die Analyse des Matches: "Vielleicht haben wir auch deshalb gewonnen, weil wir insgesamt mehr Chancen hatten." Ehrlicherweise räumte der Schweizer aber auch ein: "Es stand uns auch das Glück zur Seite, dass uns kurz vor der Pause der Ausgleich gelang." Und dann gab Herthas Coach seiner Mannschaft das mit auf dem Weg, was sie dank der sofortigen Umsetzung auch zum Sieg trieb: "Gegen einen solchen Konkurrenten muss man ganz einfach schneller spielen."

Trotzdem gab es nur einen Vater des Erfolges. Da es den Borussen nicht gelang, Marco Pantelic auszuschalten, fuhr man mit leeren Händen nach Hause. Auch wenn Markus Brzenka einwarf: "Eine Begegnung hängt nie nur von einem einzigen Typ ab." Wenn das so ist, dann muss auch der Nachsatz korrekt sein: "Wir sind einfach zu spät wach geworden."

Autor: Randolf Kaminski

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