Die Mülheimer haben eine rekordverdächtige Landesliga-Hinrunde hingelegt. Zum Rückrundenauftakt empfängt der VfB Speldorf den Tabellendritten VfL Rhede.

VfB Speldorf

Überraschungsmannschaft in Lauerstellung

Julian Tilders
03. März 2017, 15:56 Uhr
Foto: Thorsten Tillmann

Foto: Thorsten Tillmann

Die Mülheimer haben eine rekordverdächtige Landesliga-Hinrunde hingelegt. Zum Rückrundenauftakt empfängt der VfB Speldorf den Tabellendritten VfL Rhede.

Trainer Christian Mikolajczak kann stolz auf sich und sein Team sein – schließlich wurden die Saisonerwartungen bisher deutlich übertroffen. Beim VfB Speldorf herrscht momentan Euphorie, denn dass der Klub auf einem fünften Tabellenrang überwintert, war keineswegs vorhersehbar. Dennoch mischen die Mülheimer oben kräftig mit und behaupteten sich gegen vermeintlich ambitionierte Mannschaften. Auch in der Vorbereitung lief es denkbar gut. Acht Siege aus zehn Testspielen sind Beweis genug für die Qualität der Mannschaft, die einzige Niederlage setzte es gegen Oberligist TSV Meerbusch. „Jeder Testspielsieg gibt natürlich Selbstvertrauen, dennoch ist die Vorbereitung nun mal nicht die Meisterschaft, wo ein ganz anderer Druck herrscht“, erklärt Mikolajczak nüchtern. Trotzdem lobt er die Leistung seiner Mannschaft in den höchsten Tönen: „Die Jungs haben sich taktisch, spielerisch und physisch sehr gut entwickelt.“ Für die Rückrunde nimmt der VfB Speldorf den Schwung aus der Wintervorbereitung mit.

Und auch neue Spieler stoßen zum Kader des 35-Jährigen hinzu: Stürmer [person=5840]Danny Radke[/person] und die Mittelfeldmotoren [person=14451]Alexandros Armen[/person] und [person=34507]Shunsuke Nawa[/person] sollen für Wirbel sorgen. „Danny und Alex wurden von der Mannschaft toll aufgenommen und haben sich sehr gut integriert. Sie sind zwar beide noch nicht ganz bei 100 Prozent, aber das kommt noch“, ist sich der Coach sicher. Von Nawa ist er besonders beeindruckt: wie dieser mit seiner aktuellen Knieverletzung umgeht – und wie diszipliniert er Deutsch lernt: „Vor ihm ziehe ich den Hut. Er zieht sein Reha-Programm und das Sprachtraining so streng durch, das ist großartig. Generell hat er einfach ein klassisches Fußballgespür. Er wird uns sehr weiterhelfen.“

Unsere derzeitige Situation ist eine Weltklasse-Momentaufnahme.
Christian Mikolajczak

In der Rückrunde könnte Speldorf also auf die Erfolge der Hinrunde aufbauen und vielleicht noch in ganz andere Sphären der Tabelle vorstoßen, der Abstand zur Spitze ist mit sieben Punkten überschaubar – aber Mikolajczak hält den Ball weiterhin flach. Der Trainer beruhigt: „Unsere derzeitige Situation ist eine Weltklasse-Momentaufnahme. Der Abstand zum Sechsten ist größer als der zum Zweiten. Trotzdem wollen wir die Zielsetzung Klassenerhalt nicht verändern, auch wenn das bescheuert klingt.“ Aber der Deutsche nimmt auch kein Blatt vor den Mund: „Wir wollen so lange oben bleiben wie es geht und die Vereine ärgern, die sich den Aufstieg auf die Fahne geschrieben haben.“

So ein Verein gastiert am Sonntag bei den Mülheimern: Der VfL Rhede kommt als Tabellendritter nach Speldorf. „Das wird ein richtungsweisendes Spiel für uns. Rhede steht verdient so weit oben, sie sind fußballerisch und taktisch sehr gut“, beteuert Mikolajczak. Bei allem Lob für den Gegner schwingt aber auch das Selbstbewusstsein der Überraschungsmannschaft mit: „Wir sind zwar Außenseiter, aber chancenlos sind wir nicht. Wir müssen zunächst einmal taktisch gut stehen und in der Offensive geilen Fußball spielen – dann ist auch was drin.“

Autor: Julian Tilders

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