Nationalspieler Julian Weigl wird seinen Vertrag beim BVB nach Informationen dieser Redaktion bis 2021 verlängern. Der 21-Jährige geht damit den richtigen Weg. Ein Kommentar.

Kommentar

Warum Weigl besser beraten ist als Sané

Martin Herms
16. Dezember 2016, 21:23 Uhr
Foto: Firo

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Nationalspieler Julian Weigl wird seinen Vertrag beim BVB nach Informationen dieser Redaktion bis 2021 verlängern. Der 21-Jährige geht damit den richtigen Weg. Ein Kommentar.

Julian Weigl ist vom Markt. Nach WAZ- und RevierSport-Informationen erhalten die BVB-Fans in Kürze ein großes Weihnachtsgeschenk. Denn der Mittelfeldspieler gehört zweifellos zu den wichtigsten Bausteinen dieser hochtalentierten Dortmunder Mannschaft. Weigl ist der Dreh- und Angelpunkt im System von Trainer Thomas Tuchel. In Dortmund ist er zum Nationalspieler gereift.

Überzeugende Auftritte wie beim 2:2 in Madrid, als er die Real-Verantwortlichen nicht nur mit seiner genialen Vorlage auf Marcel Schmelzer verzückte, haben internationale Begehrlichkeiten geweckt. Deutsche Fußballer sind in Europa so begehrt wie zuletzt nach dem WM-Titel 1990. Ein Spieler der Kategorie Weigl hätte bereits nach seiner zweiten starken Saison die Qual der Wahl. Entscheidend ist jedoch, wie der Spieler mit dieser Reizüberflutung im Milliarden-Geschäft Fußball umgeht.

Und Weigl hat eine wohlüberlegte Entscheidung getroffen, die sein junger Nationalmannschafts-Kollege Leroy Sané (20) auch besser hätte wählen sollen. Elf mickrige Bundesliga-Tore des Stürmers haben ausgereicht, um ein 50-Millionen-Angebot von Manchester City zu erhalten. Schalke nahm die Offerte dankend an, Sané folgte Pep Guardiolas Lockruf - und versauert nun auf der Bank. Zuletzt reichte es für den Angreifer nicht einmal mehr für einen Platz im Kader.

Kroos ging als Weltmeister ins Ausland

Weigl und Sané sind hochtalentierte Fußballer, die ihren Weg irgendwann gehen werden. Komplette Spieler sind beide noch lange nicht. Das war auch Toni Kroos in diesem Alter nicht. Der Real-Star ging in jungen Jahren nach Leverkusen, um Spielpraxis zu sammeln. Ein ganz entscheidender Schritt in seiner Weltkarriere. Kroos bekam seine Zeit und wechselte später als Weltmeister auf die große Fußballbühne in Madrid.

Kroos und BVB-Senkrechtstarter Weigl waren ganz offensichtlich besser beraten als Sané. Weigl hat einen Weg gewählt, der für seine persönliche Entwicklung deutlich sinnvoller ist als ein verfrühter Wechsel ins Ausland. In Dortmund ist er unumstritten und kann ohne größeren Druck reifen. Das wäre für Leroy Sané auf Schalke auch möglich gewesen.

Autor: Martin Herms

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