Mit 15 Jahren wechselte Russell Canouse aus den Staaten in die Talentschmiede der TSG 1899 Hoffenheim.

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Erstes Canouse-Tor, aber Trump hat noch nicht angerufen

15. Dezember 2016, 08:37 Uhr
Foto: firo

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Mit 15 Jahren wechselte Russell Canouse aus den Staaten in die Talentschmiede der TSG 1899 Hoffenheim.

Im Sommer vollzog er dann den nächsten Schritt, ließ sich für zwei Jahre an den VfL Bochum ausleihen, um Spielpraxis in Liga zwei zu bekommen und sich so weiterzuentwickeln. Das Verletzungspech des VfL verschaffte dem 21-jährigen US-Boy mehr Spieleinsätze als gedacht. Und im letzten Heimspiel des Kalenderjahres 2016 sorgte er dafür, dass sein Name in der VfL-Familie in aller Munde war. Nach dem entscheidenden Treffer zum 1:0-Sieg gegen 1860 München sprach RS mit dem Amerikaner.

Russell Canouse, wie war der Tag nach Ihrem ersten Profi-Treffer? Ich musste erst einmal realisieren, was da passiert ist und wieder emotional herunterkommen. Nach dem Sonntagstraining bin ich dann mit Freunden nach Köln auf den Weihnachtsmarkt gefahren und haben mir zum ersten Mal den Kölner Dom angeschaut. Es war ein wunderschöner Nachmittag abseits des Fußballs und ich hatte für ein paar Stunden überhaupt keinen Gedanken, an diesen tollen Moment einen Tag zuvor.

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Gab es nach Ihrem Tor schon Reaktion aus Ihrer Heimat USA? Also, Präsident Trump hat sich bisher noch nicht bei mir gemeldet und ich weiß gar nicht, ob mein Tor im TV überhaupt zu sehen war. Aber ernsthaft: Zahlreiche Freunde haben sich via Twitter gemeldet und natürlich auch meine ganze Familie.

Haben Sie sich denn Ihr Tor noch einmal im TV angeschaut? Ja, ich habe nach der Ecke einfach instinktiv reagiert, bin hoch gehüpft, habe den Ball an den Körper bekommen und irgendwie ist er dann vom Innenpfosten ins Tor geflogen. Der Ball war tatsächlich drin – ein schönes Tor.

Nach dem Schlusspfiff sind Sie sehr kritisch mit ihrer vorangegangenen persönlichen Leistung umgegangen. Sind Sie Ihr größter Kritiker? Ja, ich bin sehr selbstkritisch und immer der erste dabei, wenn es etwas an meiner Spielweise auszusetzen gibt. Manchmal übertreibe ich es sogar, aber das gehört zu meiner persönlichen Aufarbeitung der vorangegangenen 90 Minuten. Die eigene Analyse hilft mir, es beim nächsten Mal besser zu machen.

Samstag geht es für sie erstmals ans Hamburger Millerntor. Dort herrscht eine besondere Atmosphäre. Sind Sie mental darauf vorbereitet? Natürlich, beim FC St. Pauli ist immer richtig was los auf den Rängen. Aber das war bei uns in den letzten Heimspielen auch immer der Fall. Ich glaube, es wird ein sehr schweres Kampfspiel für uns. Nehmen wir das so an wie das Spiel gegen München, werden wir als Sieger vom Platz gehen.

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