90, 86, 90: Was sich auf den ersten Blick liest wie die Maße eines Plus-Size-Models, sind die Einsatzminuten von Johannes Geis für den FC Schalke 04 in den jüngsten drei Bundesligaspielen.

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Warum Geis immer wertvoller wird

Thomas Tartemann
14. Dezember 2016, 09:22 Uhr
Foto: firo

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90, 86, 90: Was sich auf den ersten Blick liest wie die Maße eines Plus-Size-Models, sind die Einsatzminuten von Johannes Geis für den FC Schalke 04 in den jüngsten drei Bundesligaspielen.

Davor spielte „Geisi“ sogar über Wochen komplett durch. Die Phase zu Saisonbeginn, in der er wie gegen Hertha BSC Berlin (0:2) gefrustet auf der Tribüne oder gegen Bayern (0:2) nur auf der Bank saß, ist längst vorbei.

Johannes Geis hat das Signal von Trainer Markus Weinzierl, der mehr als das anfangs Gezeigte von seinem Balljäger erwartete, verstanden. Geis trat nach den Denkpausen kräftig auf das Gaspedal und lief in den zurückliegenden neun Partien jeweils von Beginn an auf. Sein Haupt-Arbeitsgebiet ist das defensive Mittelfeld. Eigentlich.

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Als Abwehrchef Naldo im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen (0:1) früh vom Platz flog, zeigte Geis, dass er noch andere Qualitäten hat. Der Blondschopf sprang in der Not als Organisator der Dreierkette ein und löste seine Aufgabe mit großem Geschick. „Innenverteidiger ist eigentlich eine ähnliche Position, wie als Sechser zu spielen. Nur eben etwas weiter hinten“, sagt Johannes Geis gelassen und fügt an: „Wenn man im Mittelfeld einen Zweikampf verliert, ist das nicht ganz so schlimm. Wenn das hinten passiert, ist die Absicherung nicht mehr so da.“

„In Sitzungen muss man aufpassen“

Viel Zeit zum Einstellen hatte er nicht, um die Naldo-Aufgabe zu übernehmen. Geis kam zugute, dass er in den Mannschaftssitzungen, in denen Trainer Weinzierl auf den jeweiligen Gegner eingeht und sagt, welche Aufgaben die Schalker Spieler zu erfüllen haben, genau hinhört. „Wir machen immer die Analysen, was auf uns zukommt. Da muss man aufpassen. Als Naldo vom Platz musste, hat unser Trainer mir signalisiert, dass ich die Position hinten einnehmen soll. Ich habe ich mich daran erinnert, was wir besprochen haben. Nämlich hinten eng stehen und die Bälle abfangen.“ Dass es trotz des sicheren Auftritts von Geis und der leidenschaftlichen Leistung der dezimierten Schalker nicht zum Teilerfolg gegen Bayer reichte, sorgte für große Niedergeschlagenheit.

„Wir haben uns alle sehr geärgert“, gibt Geis zu, „ in einigen Situationen hat der letzte Pass gefehlt. Zum Schluss waren die Kräfte weg, weil wir alle enorm viel gegen den Ball gearbeitet haben.“ Zu Wochenbeginn konnten die S04-Profis ihre Akkus aufladen. Trainer Weinzierl gab seinen Spielern am Montag und Dienstag frei. Erst heute (11.30 Uhr) geht es mit Blickrichtig Freiburg-Spiel weiter. Am Samstag (15.30 Uhr/Sky) müssen die Königsblauen nach zwei Niederlagen in Folge den Hebel umlegen.
„Das wirft uns nicht zurück“

„Leverkusen ist in der Tabelle vorbeigezogen. Trotzdem wirft uns die Niederlage als Mannschaft nicht zurück“, sagt Geis. Die Schalker Allzweckwaffe gibt sich kämpferisch: „Am Samstag wollen wir das nachholen, was wir zuletzt versäumt haben.“ Da mit Benedikt Höwedes ein erfahrener Verteidiger nach Gelbsperre zurückkehrt, wird Geis wieder ins Mittelfeld rücken – zuhören, welche Aufgaben seine Mitspieler übernehmen, wird er trotzdem. Man weiß ja nie...

Autor: Thomas Tartemann

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