Mark Flekken ist ein selbstkritischer Mensch und aktuell der beste Keeper der 3. Liga.

MSV

Der Mann in der Duisburger Wand

Dirk Retzlaff
12. Oktober 2016, 07:07 Uhr
Foto: firo

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Mark Flekken ist ein selbstkritischer Mensch und aktuell der beste Keeper der 3. Liga.

Der Torwart des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg freut sich zwar über die Spitzenbilanz von nur sechs Gegentoren in zehn Ligaspielen, im selben Atemzug verweist der Niederländer aber darauf, „dass es ein oder zwei Tore weniger hätten sein können.“ Trotzdem: Der neue Schlussmann der Zebras zählt zu den Stützen der Mannschaft und hat am bislang erfolgreichen Abschneiden entscheiden Anteil. „Mit 12:6 Toren 21 Punkte zu erzielen, ist schon eine starke Bilanz“, weiß der Keeper, dass die effiziente Ausbeute der Duisburger nicht alltäglich ist.
Flekken, der im Sommer von der SpVgg Greuther Fürth zu den Meiderichern kam, fühlt sich bei seinem neuen Arbeitgeber längst wohl. „Ich habe mich gut eingelebt, wir spielen erfolgreich“, bringt es der 23-Jährige auf den Punkt. Auch wenn der Torwart eher ein ruhiger Vertreter seiner Zunft ist, sorgte er im ersten Saisondrittel bereits mit zwei spektakulären Aktionen für Aufsehen.

In Osnabrück erzielte er in der Nachspielzeit ein Tor und rettete dem MSV damit in letzter Sekunde noch einen Punkt. Beim 2:1-Sieg in Magdeburg leistete er sich einen kapitalen Fehler und ließ den Ball zum 0:1 durch die Beine rutschen. „Das Tor in Osnabrück war ein Extramoment, der Gegentreffer in Magdeburg war ein Fehler“, blickt Flekken zurück. Beides hat er abgehakt. Natürlich würde er trotzdem gerne das Gegentor aus dem Magdeburg streichen, zudem ärgert er sich über die 0:3-Klatsche in Wehen: „Das musste nicht sein.“
Allerdings hatte Flekken im Saisonverlauf nur phasenweise die Gelegenheit, seine Klasse unter Beweis zu stellen. Angesichts einer stabilen Defensive stand der Holländer bislang noch nicht unter Dauerbeschuss. Zumeist sind es nur zwei, drei Situationen im Spiel, in denen er mit seinen Paraden retten muss. Die Abwehr um Kapitän Branimir Bajic lässt wenig Torchancen zu.

Mark Flekken weiß um die Qualität seiner Vorderleute. Die starke Defensive ist nicht an einzelnen Spielern festzumachen. „Wir reden auf dem Platz sehr intensiv, da passt alles zusammen“, erklärt der Schlussmann das Duisburger Abwehr-Bollwerk. Natürlich würde sich auch der Torhüter wünschen, wenn es in der Offensive öfter mit einem Torerfolg klappen würde. Allein viermal gewann der MSV in der Liga mit 1:0, ein zweites Tor hätte in den einzelnen Partien früh für Sicherheit bringen können und auch Trainer Ilia Gruev viel Stress ersparen können. „Jedes knappe Spiel kostet viel Kraft“, sagt der Coach.
Solange Flekken seinen Kasten sauber hält, werden dem MSV auch künftig Spiele mit einem Tor reichen. Der Niederländer kann mit solchen Ergebnissen leben und sagt den klassischen Torwart-Satz: „Ein 1:0 ist mir lieber als ein 3:2.“

Am Samstag spielt der MSV in Regensburg, laut Statistik sieht es für Mark Flekken nicht nach einem ruhigen Nachmittag aus. Jahn Regensburg stellt mit 16 Treffern gemeinsam mit der SG Sonnenhof Großaspach das torgefährlichste Team der 3. Liga.

Autor: Dirk Retzlaff

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