BVB und Schalke. Zwei Vereine, zwei Umbrüche, zwei unterschiedliche Entwicklungen. Ein Kommentar.

Kommentar

BVB durch Faktor Zeit im Vorteil vor Schalke

Daniel Berg
29. September 2016, 09:07 Uhr
Foto: firo

Foto: firo

BVB und Schalke. Zwei Vereine, zwei Umbrüche, zwei unterschiedliche Entwicklungen. Ein Kommentar.

Sie würden Zeit und Geduld brauchen, das hatten die Macher beim BVB im Vorfeld der Saison gesagt. Drei Säulen der Mannschaft hatten den Verein verlassen, acht neue Spieler kamen hinzu, nicht wenige davon jung und unbekannt.

Nun hat Borussia Dortmund schon den zweiten Knalleffekt der Champions-League-Saison ausgelöst: Auf das 6:0 in Warschau ließ der Klub gegen Real Madrid schwarz-gelbes Adrenalin-Kino folgen. Jene junge Mannschaft, die doch eigentlich Zeit brauchte, die zusammenwachsen müsste und womöglich erst mittelfristig Erfolge garantierte, bot dem größten Klub der Welt die Stirn. Unbekümmert, voller Lust und Mut.

Sie würden Zeit und Geduld brauchen, das hatten die Macher beim FC Schalke im Vorfeld dieser Saison gesagt. Neuer Trainer, neuer Manager, eine stark veränderte Mannschaft. Königsblau hat in der Liga noch kein Spiel gewonnen und steht am Ende der Bundesliga-Tabelle.

Die Befindlichkeiten im Revier könnten derzeit unterschiedlicher nicht sein. Dortmunds Neuzugänge funktionieren auf Anhieb, Schalkes Hoffnungen stottern trotz einer zum Teil höheren Ablösesumme vor sich hin. Beispiel: Breel Embolo. Teuer, aber unglücklich – so lautet die bislang gängige Meinung, die allerdings zu kurz greift.

Möglich, dass der BVB besser und gewissenhafter eingekauft hat. Sichtbar, dass er auch um die Neuen herum über mehr sportliche Substanz verfügt. Aber vor allem ist dieses Gebilde BVB über Jahre entstanden: über Mentalität, die die jeweiligen Macher in Dortmund loben und in Schalke vermissen. Über Erfolge, die die Borussia in den vergangenen Jahren einsammelte. Die These lautet daher: Dortmund funktioniert, deshalb funktionieren auch die neuen Spieler schneller.
Schalke wünscht sich gerade erst – wenn es die Ergebnisse so gerade eben zulassen – den Start in eine Phase der personellen Kontinuität, in der sich ein Geist, eine Mentalität und die einzelnen Spieler entwickeln könnten.

Das ist wiederum, was Bayern München dem BVB voraus hat. Wer in einem Spiel Real Madrid in Schach hält, muss nicht zwingend auch ein natürlicher Meisterschaftsanwärter sein. Wenn die Begleitumstände stimmen, ist der Titel möglich. Aber einen Vorsprung aufzuholen, wie ihn Bayern vor Dortmund und Dortmund vor Schalke hat, braucht dann wirklich: Zeit.

Autor: Daniel Berg

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren