Ein starker Auftritt beim Spitzenreiter aus Mönchengladbach. Trotzdem schien RWO lange mit leeren Händen dazustehen. Was fehlt, ist die Kaltschnäuzigkeit.

RWO

Oberhausen fehlt noch der kühle Kopf

18. September 2016, 20:30 Uhr
Foto: Micha Korb

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Ein starker Auftritt beim Spitzenreiter aus Mönchengladbach. Trotzdem schien RWO lange mit leeren Händen dazustehen. Was fehlt, ist die Kaltschnäuzigkeit.

Viele Zuschauer rieben sich während der ersten Halbzeit verwundert die Augen. Ein Gladbacher Fan sprach aus, was sich wohl viele im Grenzlandstadion fragten: "Ist das wirklich die Truppe, die gegen Ahlen vier und gegen Wattenscheid fünf Stück bekommen hat?" In der Tat, der Auftritt der Kleeblätter ließ nicht vermuten, gegen diese Gegner solche Klatschen eingesteckt zu haben. Immerhin spielte Rot-Weiß Oberhausen gegen den Spitzenreiter der Regionalliga West - keine Laufkundschaft also - und zudem noch gespickt mit Spielern aus dem Profikader wie [person=33144]Laszlo Benes[/person] und [person=29506]Djibril Sow[/person].

Für die Moral war das sehr wichtig - vor allem weil der Punkt verdient war
Mike Terranova (Rot-Weiß Oberhausen)

Oberhausen aber agierte unbeeindruckt nach dem 0:5-Desaster von Wattenscheid. Coach Mike Terrranova schien unter der Woche die richtigen Worte gefunden zu haben. Die Kleeblätter versteckten sich keineswegs - im Gegenteil: Die Mehrzahl an hochkarätigen Chancen waren auf Oberhausener Seite. "Ich bin mit dem Auftritt der Mannschaft sehr zufrieden, mit dem Spielverlauf aber überhaupt nicht," resümiert Terranova.

Denn dass man gegen den Tabellenführer seine Gelegenheiten nutzen sollte, wurde kurz vor der Pause schmerzlich in Erinnerung gerufen. Gladbach machte aus wenig viel, Oberhausen hingegen aus vielen Chancen kein Tor. "Wir haben kaum Chancen zugelassen und hatten selbst noch einige richtig gute Gelegenheiten. Diese Chancen musst du dir gegen den Tabellenführer auch erst einmal erarbeiten," mahnt Terranova. Aber was fehlt RWO noch? Der Mittelstürmer, der Tore garantiert? "Es fehlt uns die Abgebrühtheit vor dem Kasten," weiß auch der 39-Jährige. Als dann kurz nach Wiederanpfiff der zweiten Nackenschlag nicht lange auf sich warten ließ, schien klar: Das wars. Gut gespielt, unglücklich verloren. Terranova schien bedient: "So etwas wird in unserer Situation eiskalt bestraft. Die Borussia schweißt die Dinger ein, wir nicht. So einfach ist das momentan."

Doch anschließend bewiesen die Kleeblätter Herz und zeigten was in ihnen steckt. "Das zeigt erneut, dass es in der Mannschaft stimmt," bestätigt der neue Coach. "Für die Moral war das sehr wichtig - vor allem weil der Punkt verdient war." In der Tat, von gesundem Selbstvertrauen kann in Oberhausen momentan nicht viel zu sehen sein. Da tut ein Punkt beim Spitzenreiter der geschundenen RWO-Seele enorm gut. Nun wartet die Partie gegen den Bezirksligisten Bedburdyck/Gierath im Niederrheinpokal und das Ligaspiel gegen das Schlusslicht aus Sprockhövel auf die Kleeblätter. Machbare Aufgaben - dennoch warnt der Coach: "Das sind die gefährlichen Spiele. Da erwartet jeder von uns, dass wir als Sieger vom Platz gehen. Dennoch gehen wir natürlich mit breiter Brust in die Partien. Wir müssen einfach nur mal mit einem kühlen Kopf in die Begegnung gehen."

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