Die 90 Derby-Minuten zwischen dem Wuppertaler SV und Rot-Weiss Essen versprühten nicht den Charme, den man sich im Vorfeld von dem Spiel erhofft hatte.

RWEs Abseitstor in Minute 90

Das sagen die Protagonisten

Christian Brausch
09. August 2016, 23:03 Uhr
Foto: Thorsten Tillmann

Foto: Thorsten Tillmann

Die 90 Derby-Minuten zwischen dem Wuppertaler SV und Rot-Weiss Essen versprühten nicht den Charme, den man sich im Vorfeld von dem Spiel erhofft hatte.

Keine Frage, beide Teams gingen kämpferisch ans Limit, spielerisch blieb allerdings vieles auf der Strecke. Kein Wunder, dass die über 11.000 Zuschauer bis zur 90. Minute warten mussten, bis es so richtig brenzlig wurde.

Nachspielzeit, Ecke RWE, und am langen Pfosten stand Essens Angreifer Marcel Platzek plötzlich völlig blank und drückte das Leder über die Linie. Zwei Sekunden lang flippten die RWE-Fans aus, ehe sie vernahmen, dass der Schiedsrichterassistent die Fahne gehoben hatte. Abseits, kein Tor, es blieb beim 0:0.

Nach dem Spiel gab es zu Beginn jedes Gesprächs nur ein Thema. War das wirklich Abseits? Oder hatte Daniel Grebe, ehemaliger Essener im Trikot der Bergischen, das Abseits etwa aufgehoben? Selbst bei den Protagonisten beider Lager gingen die Meinungen auseinander. Bei Wuppertals Peter Schmetz kam die Antwort wie aus der Kanone geschossen. "Ganz klares Abseits, mindestens zwei Meter." Auch die Verwandten von RWE-Verteidiger Gino Windmüller sahen Platzek am Ende der Ecke im Abseits stehen. Demgegenüber betonte Essens Rechtsverteidiger [person=4083]Dennis Malura[/person]: "Ich gehe davon aus, dass es kein Abseits war. In die Richtung hat auch Daniel Grebe gesprochen. Das ist einfach Pech für uns. Der Schiedsrichter hat aber auch vorher schon unglücklich gepfiffen."

Grebe selber konnte sich nicht festlegen, aber seine Tendenz war eindeutig. "Ganz genau weiß ich es auch nicht. Mein Gefühl sagte mir nur, dass ich nicht weit genug rausgerückt war. Vielleicht haben die zwei Meter aber auch gereicht, die ich rausgerannt bin. Ich bin immer ein ehrlicher Typ. Daher muss ich sagen, dass mein Gefühl mir sagt, dass es kein Abseits war, auch wenn ich es natürlich nicht ganz genau aufklären kann."

Für den WSV wäre es nach zwei Ausgleichstreffern in der Nachspielzeit der erste Nackenschlag in der Schlussminute gewesen. RWE hätte die weiße Weste behalten. Doch auch mit sieben Zählern können die Essener nach drei Partien gut leben. Malura: "Es wäre schön gewesen, wenn wir mit drei Zählern nach Hause gefahren wären. Aber mit sieben Punkten werden wir uns ganz sicher nicht beschweren. Das ist ein toller Start."

Autor: Christian Brausch

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