Knapp zwei Monate ist Karsten Hutwelker nun Trainer der SSVg Velbert.

SSVg Velbert

Coach Hutwelker über die Ziele in der Oberliga

Philipp Ziser
02. August 2016, 08:07 Uhr
Foto: Funke Foto Services

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Knapp zwei Monate ist Karsten Hutwelker nun Trainer der SSVg Velbert.

Nach dem Abstieg aus der Regionalliga stellte er einen Kader neu zusammen, der sich in der Oberligaspitze beweisen soll, aber immer noch nicht ganz komplett ist. Eine Woche vor dem ersten Pflichtspiel im Niederrheinpokal beantwortete Karsten Hutwelker die Fragen von WAZ-Redakteur Philipp Ziser.

Wie war Ihr Bild von der SSVg als Sie unterschrieben haben? Ein Regionalligist, der abgerutscht ist oder die SSVg als Fahrstuhlmannschaft? Das ist schwierig. Vor allem ist die SSVg Velbert ein seriöser und gut geführter Verein. Ich mache das dann gar nicht von der Liga abhängig, in der gespielt wird, sondern ob nachhaltig gearbeitet wird: Die Jugend bekommt verstärkt Aufmerksamkeit, es wird ein neues Stadion geben. Hier ist großes Entwicklungspotenzial und das macht den Reiz der Aufgabe aus.

Und wie hat sich das Bild seit dem Vorbereitungsauftakt entwickelt? Es ist vor allem harte Arbeit, wir wollen den gesamten Verein längerfristig neu ausrichten. Gleichzeitig geht es im Tagesgeschäft natürlich darum, die Mannschaft auf die Meisterschaft vorzubereiten, sie im Training und den Testspielen weiterzuentwickeln.

Die gesamte Ausrichtung des Vereins soll sich längerfristig ändern. Was heißt das konkret? Wir wollen uns in der Jugendarbeit professionalisieren. Alle Jahrgänge sollen durchweg besetzt sein und wir wollen versuchen, die U17 und U19 innerhalb der nächsten zwei, drei, vielleicht auch vier Jahre in Richtung Bundesliga zu kriegen. Und spätestens mit dem neuen Stadion wollen wir auch wieder Regionalligist sein.

Klingt nicht, als sei der Wiederaufstieg in die Regionalliga schon in dieser Spielzeit eine Vorgabe. Unser Ziel ist natürlich immer, das Maximum aus der Mannschaft herauszuholen. Aber soll ich jetzt eine Platzierung vorhersagen? Dann könnte ich auch Lotto spielen und hätte den Euro-Jackpot geknackt.

Und wo würden Sie ihre Mannschaft von der Stärke her in der Liga einreihen? Ich tue mich immer schwer damit, Favoriten zu benennen, da gibt es einige. Der KFC Uerdingen hat sich wieder hervorragend verstärkt und stellt eine gute Mannschaft. Aber wir haben auch eine Mannschaft, mit jungen talentierten Spielern, die sich gut entwickeln können in einem ausgewogenen Kader. Es macht jetzt schon viel Spaß, damit zu arbeiten.

Velbert gegen Uerdingen also? Nein auf keinen Fall. Es gibt einige Mannschaften, die man beachten sollte. TuRu Düsseldorf oder auch Schonnebeck und Kray mit ihren kleinen Kunstrasenplätzen können gefährlich sein. Schonnebeck kann es im zweiten Jahr aber auch schwieriger haben. Dazu Ratingen, die lange in der Oberliga spielen oder Bocholt. Wer es davon am Ende des Tages schafft, über ein ganzes Jahr die Leistung abzuliefern und schließlich den Aufstieg anzupeilen, weiß ich nicht. Dazu kenne ich die Strukturen in den Vereinen nicht gut genug. Wir fühlen uns aber insgesamt gut aufgestellt. Das Einzige, was die Stimmung etwas trübt, sind die Verletzungen, die wir jetzt zu beklagen haben.

Der Kader ist noch etwas dünn, man merkt es besonders jetzt nach den ersten Verletzungen. Ja, das stimmt und das habe ich auch von Anfang an gesagt. Wir haben daran gearbeitet, tolle Verpflichtungen getätigt und werden uns definitiv noch weiter verstärken, das kann ich so sagen. Mindestens ein Neuer kommt noch dazu. Dann sind wir sehr gut aufgestellt, auch in der Breite. Die Jungen machen Druck auf die Etablierten. Genau so habe ich es mir gewünscht.

Die Jüngeren sind vor allem die, die sich beim 0:2-Testspiel in Heiligenhaus etwas haben abkochen lassen. Genau.

Wie weit sind die von der ersten Mannschaft weg? Gar nicht, sie sind ja weiter Bestandteil der ersten Mannschaft. Sie müssen sich darauf einstellen, dass es im Seniorenbereich extrem viel schneller und auch körperlich deutlich robuster zur Sache geht. Da werden wir den Jungs Zeit geben, der ein oder andere wird aber auch frühzeitig seine Einsatzzeiten bekommen, weil es alles gute Jungs sind. Und dann ist auch der Rest der Mannschaft in der Verantwortung: Sie sollen es möglichst leicht machen, sich ins Team zu integrieren.

Autor: Philipp Ziser

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