Acht Trainingslager-Tage sowie zwei gute Testspiel-Remis gegen den FC Lorient (3:3) und Viktoria Pilsen (1:1) liegen hinter Fußball-Zweitligist Fortuna. Cheftrainer Friedhelm Funkel zieht Bilanz.

Düsseldorf

"Wir brauchen Zeit, Vertrauen und Glück!"

Marcus Gülck
15. Juli 2016, 08:40 Uhr
Foto: firo

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Acht Trainingslager-Tage sowie zwei gute Testspiel-Remis gegen den FC Lorient (3:3) und Viktoria Pilsen (1:1) liegen hinter Fußball-Zweitligist Fortuna. Cheftrainer Friedhelm Funkel zieht Bilanz.

Friedhelm Funkel über die acht Tage in Maria Alm: Ich weiß, dass wir ein gutes Trainingslager hinter uns gebracht haben. Die Mannschaft hat all das, was das Trainerteam sich gewünscht hat, umgesetzt. Wir haben Glück gehabt, dass bis auf Justin (Justin Toshiki Kinjo verletzte sich im Testspiel gegen den FC Lorient; Anm.d.Red.) jeder Spieler alle Einheiten mitmachen konnte. Das ist auch der Verdienst unserer physiotherapeutischen Abteilung, die auch im Trainingslager rund um die Uhr gearbeitet hat. Letztlich muss man aber auch das Glück haben, dass sich bei dieser Belastung nicht der ein oder andere Spieler verletzt.

...über die Stimmung innerhalb der jungen Mannschaft: Ich glaube schon, dass die Truppe sich versteht. Das beste Beispiel sind die Mahlzeiten. Bei uns wurde gelacht und geredet, der ein oder andere Joke wurde gemacht. Das ist immer ein Zeichen dafür, dass bei aller harter Arbeit auch die gute Laune nicht verloren geht. Das habe ich bei anderen Teams auch schon anders erlebt, wo es eher ruhig und bedächtig zuging.

...was er sich für die Saison wünscht: Wir brauchen gerade am Anfang sicherlich auch mal den ein oder anderen glücklichen Sieg, damit insbesondere die jungen Spieler Selbstvertrauen tanken können. Ich bin auch schon in Uerdingen und in Frankfurt mit jungen Spielern in eine Saison gegangen, wo ich als Trainer eine Unterstützung erfahren habe, die unglaublich war und wo mir ein Vertrauen entgegengebracht wurde, das nicht normal ist. Bei beiden Vereinen war der Start jeweils schlecht, aber keiner hat die Ruhe verloren. Es braucht einfach Zeit, gewisse Dinge umzusetzen. Ich spüre, dass mir bei der Fortuna Vertrauen entgegengebracht wird. Natürlich wäre es schön, wenn wir gar nicht erst in eine solche Situation kommen würden, aber selbst wenn, habe ich ein gutes Gefühl, dass wir sie meistern würden.

...was er sich von seinen (jungen) Spielern wünscht: Es ist ganz wichtig, dass auch zwischen Mannschaft und Trainer-Team ein Vertrauensverhältnis aufgebaut wird. Die Spieler müssen die Dinge, die wir ihnen an die Hand geben, auch annehmen und glauben. Man darf die Spieler aber auch nicht überstrapazieren. Ich erwarte von meinen Spielern, dass sie Willen, Leidenschaft und Engagement zeigen. In der Mannschaft muss eine ganz klare Struktur herrschen.

...über Kevin Akpoguma, der unter Funkel vom Bankdrücker zum Leistungsträger avancierte: Kevin hat das von mir in ihn gesteckte Vertrauen zu jeder Sekunde zurückgezahlt. Ob das nun in Gesprächen, auf dem Platz, oder in den Trainingseinheiten war. Wenn man jungen Spielern wie Kevin in nur ein, zwei Sätzen gewisse Dinge sagt und erklärt, saugen sie es dankbar auf und versuchen, es auf dem Platz umzusetzen. Das zu sehen, macht mir einfach unheimlichen Spaß. Ich arbeite sehr, sehr gerne mit dieser Mannschaft zusammen!

...ob er seiner Mannschaft auch ohne einen weiteren Stürmer zutraut, in der zweiten Liga zu bestehen: Wir brauchen noch einen Stürmer, der über eine gewisse Erfahrung verfügt und der Mannschaft helfen kann. Es ist mit die schwerste Position überhaupt, da jemanden zu verpflichten. Mal sehen, wie es in den Trainingslagern der Erstligisten in den nächsten Wochen aussieht, ob da jemand seine Chancen schwinden sieht und sich ausleihen lassen möchte. Es ist ein Vorteil für Fortuna, dass Peter (Co-Trainer Peter Hermann; Anm.d.Red.) und ich fast jeden Trainer und Manager der Bundesliga persönlich kennen und unser Anliegen schon einmal vorgebracht haben. Es wäre mir wohler, wenn wir noch einen Stürmer finden.

...zu Ihlas Bebou und Lars Unner­stall, die sich noch Bedenkzeit erbeten haben, ob sie bei der Fortuna bleiben: Ab Montag und unserem zweiten Trainingslager in Wiesensee werde ich mit jedem Spieler ein Vier-Augen-Gespräch führen und ihm sagen, wie ich die ersten drei Wochen der Vorbereitung gesehen habe, was er besser oder anders machen muss und auf welcher Position ich ihn sehe. Ich werde auch mit Ihlas und Lars sprechen und festlegen, ab wann wir das, was wir ihnen ermöglicht haben, eben nicht mehr möglich machen. Ich hätte bei beiden Spielern aber überhaupt nichts dagegen, wenn sie bei Fortuna bleiben würden!

Autor: Marcus Gülck

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