Nach den skandalösen Ausschreitungen in Saint-Etienne zittert Kroatien vor dem Urteil der Uefa-Disziplinarkommission, das am Montag verkündet werden soll.

EM 2016

Ivan Klasnic über Kroatiens Hooligan-Problem

Martin Herms
19. Juni 2016, 18:50 Uhr
Foto: firo

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Nach den skandalösen Ausschreitungen in Saint-Etienne zittert Kroatien vor dem Urteil der Uefa-Disziplinarkommission, das am Montag verkündet werden soll.

Von einer hohen Geldstrafe bis zum EM-Ausschluss ist alles denkbar, da die kroatischen Fans Wiederholungstäter sind. Wir sprachen exklusiv mit dem ehemaligen Bundesliga-Profi Ivan Klasnic (36), der 2004 mit Werder Bremen Deutscher Meister und DFB-Pokalsieger wurde.

Ivan Klasnic, mit welcher Form der Bestrafung muss Kroatien rechnen?
Ich glaube nicht, dass es zu einem Ausschluss kommen wird. Eine drastische Geldstrafe wird es aber sicher geben, möglicherweise auch eine Bewährungsstrafe. Man muss sehen, was am Dienstag beim dritten Spiel gegen Spanien passiert. Sollte es erneut zu Krawallen kommen, könnte es sehr eng werden.

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Ist das Problem in Kroatien in den Griff zu bekommen?
Im Internet kursieren schon Namen der Randalierer aus Saint-Etienne. Der Verband sollte entsprechende Maßnahmen einleiten. Wir können einfach nur hoffen, dass diese wenigen Leute nun zur Vernunft kommen. In Russland hat Wladimir Putin nach dem ersten Spiel ein Machtwort gesprochen, und dann war alles ruhig. Das wird bei uns hoffentlich auch der Fall sein. Die richtigen Fans, die Spieler und das ganze Land müssten es sonst ausbaden. Diese Randalierer schießen ein Eigentor. Die Fans können unsere Titelträume zerstören.

Wie wird die Mannschaft reagieren? Können die Spieler das Chaos ausblenden?
Die Spieler müssen professionell genug sein, um das zu schaffen. Wenn wir gegen Spanien verlieren, sieht es schlecht aus. Wäre es beim 2:0 gegen Tschechien geblieben, hätten wir zu den Favoriten gezählt. Aber die letzten 20 Minuten waren einfach schlecht. Das hatte auch nichts mit den Vorfällen zu tun. Auf die Leistung zuvor bin ich sehr stolz.

Autor: Martin Herms

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