Diese Mannschaft darf man nie abschreiben.

Firt. Gelsenkirchen

In Weseke fällt Aufstiegs-Entscheidung

Stefan Andres
06. Juni 2016, 08:25 Uhr
Foto: Michael Korte

Foto: Michael Korte

Diese Mannschaft darf man nie abschreiben.

Wie schon am vergangenen Donnerstag gegen den BV Rentfort mit dem Ausgleich in der Nachspielzeit, nutzte Firtinaspor Gelsenkirchen auch im Spiel gegen Adler Weseke die zusätzlichen Minuten am Ende, um noch den Ausgleich zum 3:3 zu erzielen. Aber während Firtinaspor gegen Rentfort im Elfmeterschießen versagte, traf Mutlu Özil in der 96. Minute zum viel umjubelten Ausgleich – per Elfmeter – und gab seinem Team noch Hoffnung für das alles entscheidende Rückspiel um den Aufstieg in die Bezirksliga am kommenden Donnerstag, 9. Juni, 19 Uhr, in Borken.

Bei hochsommerlichen Temperaturen auf dem staubigen Ascheplatz an der Plauener Straße waren die Gastgeber im Vergleich zum Rentfort-Spiel aber nicht wiederzuerkennen. Gegen den Gast aus dem Münsterland leistete sich Firtina viele Fehler. Und diese nutzte Adler Weseke gnadenlos aus. Bereits in der neunten Minute durften sie jubeln. Daniel Meis kam nach einer Flanke ganz frei zum Kopfball und erzielte das 1:0. Die zahlreichen Anhänger von Weseke unter den rund 300 Zuschauern mussten nicht lange auf den zweiten Treffer warten. Wesekes Marius Lütjann und Firtinas Volkan Yilmaz kamen im Strafraum an den Ball, von Yilmaz’ Schulter ging er aber unhaltbar für Keeper Savas Karabulut zum 0:2 in der 21. Minute ins Netz.

Erst in der 30. Minute hatte Firtina die erste Chance, Ramazan Yagcioglu wurde aber etwas gestört und schoss den Ball knapp am Tor vorbei. Firtina wurde gegen Ende der Halbzeit ein wenig stärker, Yagcioglu hatte in der 39. Minute eine weitere Möglichkeit, die Wesekes langer Torwart Andre Späker aber glänzend vereitelte.

Mesut Özil unter den Zuschauern

Danach wurde es am Rande des Platzes etwas unruhig, denn der gebürtige Gelsenkirchener Nationalspieler Mesut Özil, dessen Bruder und Manager Mutlu Özil, sowie Cousin Serdar Özil bei Firtina spielen, machte sich von den Zuschauerrängen auf den Weg Richtung Ausgang. Zahlreiche Kinder rannten dem Weltmeister hinterher, um vielleicht ein Autogramm zu erhaschen. Der Schiedsrichter musste die Partie kurz unterbrechen, weil die Kinder zu nah am Platz herumliefen.

Vielleicht wurden ja auch die Weseke-Kicker ein wenig abgelenkt, denn schon in der Nachspielzeit gab es einen Freistoß für Firtina vor dem Sechzehner, den Ramazan Yagcioglu direkt zum 1:2-Halbzeitstand verwandelte.

Nach der Pause drängte Firtina die Gäste in ihre eigene Spielhälfte, ohne sich aber nennenswerte Chancen zu erarbeiten. Weseke wartete auf Konter. Einen dieser Konter schloss Michael Wansing fast von der Mittellinie ab. Er schoss, der Ball sprang vor Savas Karabulut auf und über den Firtina-Keeper zum 1:3 ins Tor.

Kaum einer gab nun noch einen Pfifferling auf Firtina. Doch Weseke ließ den Gegner gewähren. In der 85. Minute kam der Jubel noch zu früh. Volkan Yilmaz’ Tor wurde wegen einer allerdings umstrittenen Abseitsentscheidung nicht gegeben. Drei Minuten später schlug Ramazan Yagcioglu einen Freistoß von der rechten Seite über die ganze Abwehr, Demir Mustic legte von der Außenlinie zurück und Mohamed Bouachria traf zum 2:3.

Fünf Minuten Nachspielzeit zeigte Schiedsrichter Christian Naskrent an. Und in der fünften Minute bekam Wesekes Kapitän Tobias Lütjann den Ball im Strafraum an die Hand – Elfmeter. Mutlu Özil übernahm Verantwortung, schnappte sich den Ball und markierte zum Jubel aller heimischen Fans den 3:3-Ausgleich in der 96. Minute. „Das ist typisch türkisch. Immer auf den letzten Drücker“, sagte Firtina-Trainer Ali Durmaz. „Fußball spielen können wir alle. Bei uns ist das einfach nur eine Kopfsache.“

Autor: Stefan Andres

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