Das erlebt man nicht alle Tage: Mit 16:0 (!) bezwang der SV Vestia Disteln am Sonntag den TuS Bövinghausen - obwohl nach 62 Minuten Feierabend war.

SV Vestia Disteln

15 Tore in 40 Minuten - Spielabbruch!

Hendrik Niebuhr
17. Mai 2016, 10:41 Uhr
Foto: Tim Müller

Foto: Tim Müller

Das erlebt man nicht alle Tage: Mit 16:0 (!) bezwang der SV Vestia Disteln am Sonntag den TuS Bövinghausen - obwohl nach 62 Minuten Feierabend war.

"So ein Ergebnis habe ich das letzte Mal als aktiver Spieler in der D-Jugend erlebt", musste Distelns Trainer [person=26282]Sebastian Rasch[/person] nach dem fulminanten Kantersieg ganz weit in seiner Erinnerung graben. Seit Wochen steht Bövinghausen als Absteiger fest, weil sie in der Hinrunde einige nicht spielberechtigte Akteure auflaufen ließen. Mit einer absoluten Rumpftruppe bringt der Aufsteiger aus Dortmund die Saison zu Ende - und kassiert dabei eine Klatsche nach der anderen. In Disteln hatte der TuS keine Ersatzspieler dabei, Trainer [person=32922]Oliver Ehlscheid[/person] und weitere Akteure aus der Altherrenmannschaft mussten aushelfen und die etatmäßigen Torhüter im Feld spielen. Es folgte der negative Höhepunkt und eine denkwürdige Klatsche.

"Man muss es Bövinghausen hoch anrechnen, dass sie die Saison zu Ende spielen", zollte Rasch dem wöchentlichen Antreten des chancenlosen Gegners Respekt. Nur 59 Sekunden waren gespielt, als [person=26647]Simon Brömmelhaus[/person] am Sonntag den Torreigen eröffnete, doch danach tat sich Vestia 20 Minuten schwer und scheiterte mehrfach am starken Frank Bicking im Gästetor. Doch mit dem 2:0 in der 21. Minute brachen alle Dämme. Getreu dem Motto: "Wer will nochmal, wer hat noch nicht?" durften sich insgesamt zehn verschiedene Distelner Spieler in die Torschützenliste eintragen.

Zur Halbzeitpause stand es 9:0 und nach dem Seitenwechsel ging es in einem noch dramatischeren Tempo weiter, denn binnen 17 Minuten legte der Gastgeber weitere sieben Tore nach. Nach dem 16:0 von [person=28678]Marco Thiele[/person] entschlossen sich beide Mannschaften unter Rücksprache mit dem Schiedsrichter dazu, die Partie aufgrund "technischer Unterlegenheit" vorzeitig zu beenden. Schon zuvor hatte der Unparteiische mehrfach nachgefragt, ob die Gäste weiterspielen wollen.

"Wir hatten alle Verständnis dafür", meinte Rasch nach dem unglaublichen Schützenfest. "Bövinghausen war stehend k.o. Das war schon ein äußerst kurioses Spiel und ohne despektierlich klingen zu wollen, wäre am Ende vermutlich sogar ein 25:0 drin gewesen." Auch wenn Bövinghausen kein Maßstab war: Der deutliche Erfolg unterstrich noch einmal die gute Form der Distelner in der Rückrunde. Die letzten sechs Partien gewannen Raschs Schützlinge allesamt, kassierten im Jahr 2016 generell erst zwei Niederlagen und kletterten nun auf den sechsten Rang. Am kommenden Wochenende steht das prestigeträchtige Derby bei Westfalia Langenbochum auf dem Programm.

Autor: Hendrik Niebuhr

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