Acht Kandidaten für zwei gehasste Plätze: Wenige Wochen vor dem letzten Spieltag spitzt sich der dramatische Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga endgültig zu.

Angst vor dem Abstieg

Noch immer zittert die halbe Liga

sid
20. April 2016, 13:22 Uhr
Foto: firo

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Acht Kandidaten für zwei gehasste Plätze: Wenige Wochen vor dem letzten Spieltag spitzt sich der dramatische Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga endgültig zu.

Fast der halben Liga droht noch die Relegation, ein Teil davon muss sogar den direkten Abstieg fürchten. Rang 17, den absolut niemand will, belegt momentan Eintracht Frankfurt - und das hat fatale Folgen.

"Ich schlafe schlecht", sagte Vereinspräsident Peter Fischer Frankfurter Medien am Dienstag. Der 60-Jährige hat in seinen 16 Jahren am Main vieles durch- und überlebt, unter anderem drei Abstiege. Die aktuelle Situation zehrt dennoch extrem an seinen Nerven. "Mir geht auch durch den Kopf, wie viele Schicksale daran hängen", sagte Fischer der Bild-Zeitung. Das Haus verlasse er noch "höchstens zum Zigaretten holen. Der Automat spricht wenigstens nicht mit mir."

Ähnlich angespannt wie in Frankfurt ist die Situation auch in Bremen. Bei vier Punkten Vorsprung kann der Tabellen-16. an diesem 31. Spieltag zwar selbst nach einer Niederlage beim Hamburger SV am Freitag (20.30 Uhr/Sky) noch nicht auf den Schleudersitz abrutschen. Am letzten Spieltag jedoch kommt es zum direkten Duell mit der Eintracht - und aus dem Mehrkampf könnte dann blitzschnell ein Showdown zweier Traditionsklubs werden.

"Wenn wir so weiterspielen und kämpfen, werden wir unsere Punkte holen und in der Bundesliga bleiben", sagte Bremens Torjäger Claudio Pizarro nach dem Aus im Pokal-Halbfinale bei Bayern München. "Und wenn wir so leidenschaftlich auftreten", ergänzte Kapitän Clemens Fritz, "ist mir nicht bange."

Zunächst steht das Nordderby beim HSV auf dem Programm - und in dem wollen die Hamburger kräftig dagegenhalten. "Wir brauchen Galligkeit. Wenn wir das an den Tag legen, sind wir schwer zu schlagen", sagte HSV-Coach Bruno Labbadia.

Zwischen den beiden Nordlichtern aus Bremen und Hamburg sind auch 1899 Hoffenheim, der FC Augsburg und der VfB Stuttgart der so Abstiegszone extrem nah. Während die Hoffenheimer aber seit fünf Spielen unbesiegt sind und der FCA mit zuletzt zwei Erfolgen - unter anderem gegen den VfB - ebenfalls ansteigende Form zeigt, geht in Stuttgart die Angst um.

Fünf Spiele ohne Dreier, "das geht an die Substanz", sagte der frühere VfB-Spieler Maurizio Gaudino der Sport Bild. Er ist sich daher sicher, dass es in Stuttgart und den weiteren potenziellen Abstiegsmannschaften auf "die mentale Stärke von allen" ankommen wird. Und da könnten wiederum die Frankfurter vor großen Problemen stehen.

Denn so ziemlich alle Konkurrenten, auch der Tabellenelfte Darmstadt 98, haben in ihrer jüngeren Vergangenheit zumindest kurzzeitig unliebsame Bekanntschaft mit einem Abstiegsgespenst gemacht. 2011, als die Eintracht das bislang letzte Mal zu demselben Zeitpunkt in ähnlicher Bredouille gewesen war, folgte prompt der bittere Gang in die 2. Liga.

"Wir müssen jetzt gewinnen. Die Lage ist schwierig", sagte Abwehrchef Carlos Zambrano in der Sendung "Heimspiel!" des Hessischen Rundfunks: "Aber das Wichtigste für uns ist, in der Bundesliga zu bleiben."

Autor: sid

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