In den ersten Monaten fiel der Australier meist durch reichlich gelbe Karten und Sperren auf. Mittlerweile hat er sich zum Strategen gemausert.

MSV Duisburg

Wie sich Holland zur Schlüsselfigur gemausert hat

Thomas Tartemann
20. April 2016, 09:19 Uhr
Foto: firo

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In den ersten Monaten fiel der Australier meist durch reichlich gelbe Karten und Sperren auf. Mittlerweile hat er sich zum Strategen gemausert.

Für einen Beitrag des lokalen Fernsehsenders Studio 47 verließ James Holland seinen ursprünglichen Arbeitsbereich. Der Profi des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg stattete dem Koalahaus im Duisburger Zoo einen Besuch ab. Holland verstand sich auf Anhieb prächtig mit Koala-Männchen Irwin. Vermutlich auch deswegen, weil beide gebürtig aus der australischen Metropole Sydney stammen. Holland postete auf Instagram ein Foto von sich und dem flauschigen Tier. Augenzwinkernder Zusatz: „Talking tactics with Irwin.“

Holland und Taktik: Das sind zwei Dinge, die eng miteinander verknüpft sind. Der 26-Jährige ist bei den Zebras Teil des Herzstücks. Holland agiert auf der Doppel-Sechs, ist dort Balljäger, Zerstörer, Umschaltspieler und Stratege in einer Person. Wenn es darauf ankommt, zirkelt der 15-fache Nationalspieler auch schon mal einen 40-Meter-Pass genau in den Lauf des Mitspielers. Der ehemalige Rotterdamer hat sich mittlerweile auf der Schlüsselposition zu einer Schlüsselfigur entwickelt. Die ersten Monate nach seiner Verpfichtung liefen wechselhaft.

James Holland schwamm mit, holte sich traditionell eine Gelbe Karte pro Partie ab, weil er es in den Zweikämpfen krachen lässt. Im September war der Neuzugang bereits zum ersten Mal gelb-gesperrt. Im Februar folgte die zweite Zwangspause nach der zehnten gelben Karte. Die dritte Sperre fing sich der Mittelfeldkämpfer wegen einer Notbremse beim 1:1 in Fürth ein.

Doch seitdem läuft es bei Holland. Die Leistungen sind mittlerweile konstant, er spielt weiterhin aggressiv, aber viel geschickter. Gegen 1860 München holte Holland sogar eine Gelb-Rote Karte heraus – ein Novum für den Australier.

„James war anfangs zu wild“, sagt Trainer Ilia Gruev, „jetzt macht er es richtig gut. James hat mittlerweile kapiert, was ich von ihm im Mittelfeld erwarte.“ Gegen die Löwen gewann Holland 85 Prozent seiner Zweikämpfe, hatte die meisten Ballkontakte aller Duisburger Spieler (69) und brachte 47 von insgesamt 56 Pässen an den richtigen Adressaten. „Er hat mit ganz geringer Fehlerquote gespielt. Ich brauche James mit seiner Erfahrung vor der Abwehr. Er kann dort nicht nur absichern, sondern auch die Bälle verteilen und für Ordnung sorgen. So, wie es zuletzt gelaufen ist, hat es prima funktioniert“, sagt Gruev und fügt an: „Mit James und Baris Özbek, der im Winter neu zu uns gekommen ist und im Fitnessbereich einiges aufholen musste, haben wir uns im defensiven Mittelfeld gefunden.“ Da auch Tim Albutat, der ebenfalls für die Abfangjäger-Rolle in Frage kommt, und Allzweckwaffe Enis Hajri gute Trainingsleistungen anbieten, kann sich das gesetzte Duo keine Leistungs-Auszeiten erlauben.

Wenn Holland fehlt, wird es eng

Ob James Holland bei Ilia Gruev einen kleinen Bonus genießt, ist bisher nicht überliefert. Der Duisburger Kaderchef muss allerdings selbst schmunzeln. „Seit ich das Traineramt beim MSV übernommen habe, gab es drei Heimniederlagen. Und in allen drei Partien war James Holland nicht dabei.“ Gegen Karlsruhe (0:1), St. Pauli (0:2) sowie Heidenheim (0:2) fehlte Holland entweder gesperrt oder verletzt. Heißt übersetzt: Spielt Stratege James Holland zu Hause, dann müssen die Zebras keine Pleite fürchten.

Autor: Thomas Tartemann

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