Der Liga- und BVB-Präsident Reinhard Rauball sprach am Montag über den Neuaufbau der Fifa und des DFB – und die Vorfreude auf ein Wiedersehen.

DFB

Rauball gegen eine WM mit 40 Teams

Peter Müller
04. April 2016, 20:46 Uhr
Foto: firo

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Der Liga- und BVB-Präsident Reinhard Rauball sprach am Montag über den Neuaufbau der Fifa und des DFB – und die Vorfreude auf ein Wiedersehen.

Ein Heimspiel hatte Reinhard Rauball am Montagmittag, als er die Mitgliederversammlung des Verbandes Westdeutscher Sportjournalisten besuchte: Sie fand im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund statt. Ligapräsident, DFB-Interimspräsident, BVB-Präsident – über Mangel an Arbeit kann sich der 69-jährige Rechtsanwalt derzeit nicht beklagen. Im Beisein der BVB-Legenden Hans Tilkowski und Wolfgang Paul, die mit der Borussia vor 50 Jahren in Glasgow gegen den FC Liverpool den Europapokal der Pokalsieger gewannen, nahm er zu vielen wichtigen Themen Stellung.

Reinhard Rauball über . . .

. . . den Neuaufbau beim DFB: „Wir müssen zusehen, dass wir das verloren gegangene Vertrauen zurückgewinnen. Den Verband gemeinsam mit Rainer Koch als Interimspräsident zu führen, das hat uns an Grenzen gebracht. Daher bin ich froh, dass am 15. April ein außerordentlicher Bundestag mit der Wahl eines neuen DFB-Präsidenten stattfindet.“

. . . seine Erwartungen an den neuen Fifa-Präsidenten Gianni Infantino: „Auch er muss das Vertrauen in die Fifa wieder herstellen, das wird sicher Jahre dauern. Dass er willens ist, das zu tun, nehme ich ihm zu hundert Prozent ab. Was ich nicht erwarte, ist eine Aufstockung der nächsten Weltmeisterschaft auf 40 Teams. Das Aufblähen würde dem Produkt nicht guttun.“

. . . die Neuvergabe der Medienrechte der Deutschen Fußball-Liga ab 2017: „Die Erwartungen bei den Vereinen ist extrem groß. Wir haben ja die Zahl eine Milliarde plus x pro Saison gehört. Kein Verein hat sich bei mir gemeldet und gesagt: Ich bin mit weniger zufrieden. Alle wollen mehr haben.“

. . . die Diskussion um mögliche Montagsspiele: „Diese Diskussion ist nur aus sportlicher Sicht entstanden. In dieser Saison wäre es fast passiert, dass fünf Bundesligisten donnerstags in der Europa League gespielt hätten. Die können dann nicht alle für die beiden Sonntagsspiele in Frage kommen.“

. . . eine mögliche Superliga der europäischen Top-Vereine: „In Amerika steht eine Investorengruppe mit sehr viel Geld für dieses Projekt bereit. Aber wir müssen die Grenze im Auge behalten und uns fragen: Was macht der Fan noch mit? Wenn es immer Sonntagsbraten gibt, kann der zum Alltagsmenü werden.“

. . . das bevorstehende Europa-League-Duell des BVB mit dem von Jürgen Klopp trainierten FC Liverpool: „Dass wir gemeinsam zweimal mit dem Laster um den Borsigplatz gefahren sind, vergisst man nie. Ich freue mich, Jürgen wiederzusehen. Ich freue mich aber auch auf den Moment, wenn er mir gratuliert.“

Autor: Peter Müller

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