VfL Bochum

Terrazzino will in die Bundesliga

Cristo Kambouris
31. März 2016, 05:07 Uhr
Foto: firo

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Marco Terrazzino ist die Zehn des VfL Bochum und seit zwei Jahren im Verein. Diese Saison ist mit vier Toren und zehn Vorlagen seine bislang stärkste.

Das weckt natürlich Begehrlichkeiten – auch aus der Bundesliga. Wir sprachen mit dem Mittelfeldspieler.

Schwingt bei Ihnen noch Enttäuschung über den wohl verpassten Aufstieg mit?
Der Glaube ist immer noch da, allerdings beträgt der Rückstand neun Punkte. Aber im Fußball ist alles möglich. Zweimal müssen die anderen patzen, zweimal müssen wir siegen, dann sind wir wieder dran – das kann schnell gehen.

Welcher Mannschaft würden Sie den Aufstieg gönnen?
Wenn ich mich entscheiden müsste, dann Freiburg. Weil ich da gespielt habe, die Leute kenne und weiß, wie akribisch dort gearbeitet wird. Letztendlich verdienen es aber die, die am Ende der Saison oben stehen. [person_box=2929][/person_box]

Auch RB Leipzig?
Leipzig hat von den Mannschaften, auf die wir in der Hinrunde getroffen sind, die höchste Qualität im Kader. Daher bin ich gespannt auf das Spiel am Samstag. Leipzig der härteste Gegner bisher.

Wer war der Unangenehmste?
Gegen Sandhausen war es zwei Mal eklig. Vor allem der rechte Verteidiger Philipp Klingmann, den ich sehr gut kenne, ist für mich persönlich ein richtig harter Zweikämpfer.

Apropos persönlich. Wie sieht Ihr weiterer Weg beim VfL aus?
Ich konzentriere mich voll auf die restliche Rückrunde. Den Rest macht mein Berater, und dem vertraue ich zu 100 Prozent. Klar, ich muss demnächst eine Entscheidung treffen. Nichtsdestotrotz muss es unser Ziel sein, spätestens in der nächsten Saison aufzusteigen. Die Ambitionen sind da und der Kader kann diesen auch gerecht werden.

Sie haben 2009 die goldene Fritz-Walter-Medaille als bester U18-Spieler bekommen. Nachfolger waren so prominente Namen wie Mario Götze und Julian Draxler. Vergleichen Sie sich manchmal mit diesen Jungs?
Null. Meine Laufbahn verlief komplett anders, stockte zwischendurch. Ich bin froh, dass ich die Kurve gekriegt habe. Jetzt möchte ich natürlich mehr. Weitermachen, mich weiterentwickeln. Einfach diesen Weg weitergehen.

Der wohin führt?
Mein Ziel ist die Bundesliga, da möchte ich hin und mich durchsetzen.

Auch ohne den VfL?
Wir stehen in Verhandlungen, auch mit dem VfL. Als ich hierher kam, hat Christian Hochstätter zu mir gesagt, ich solle den VfL als Sprungbrett sehen. Sollten wir aufsteigen, verlängert sich mein zum Sommer auslaufender Vertrag.

Wie wäre es denn mit dem Ausland?
Wer mich kennt, weiß, dass ich heimatverbunden bin und immer zusehe, in der Nähe meiner Familie zu sein. Daher käme so ein Schritt definitiv zu früh.

War der vorangegangene Schritt, nach Bochum zu kommen, der richtige?
Absolut. Ich bin sehr, sehr dankbar, dass es vor zwei Jahren geklappt hat. In Freiburg hatte ich keine Zukunft mehr und der VfL war mein Glücksgriff. Auch wenn ich anfangs unter Peter Neururer meine Schwierigkeiten hatte.

Warum?
Ich war zuvor oft verletzt und hatte dementsprechend mangelnde Fitness. Mittlerweile weiß ich ganz genau, was mein Körper braucht. Welche Rolle spielt Gertjan Verbeek dabei?
Ich brauche wohl Trainer, die Spieler entwickeln möchten. Gertjan Verbeek ist so einer, der passt perfekt hierhin. Ich profitiere sehr von ihm, nehme an, was er mir sagt. Vor allem, wenn es mal schlechter läuft.

Gibt es ein persönliches Verhältnis?
Jein (lacht). Unser Verhältnis ist gut. Wir reden auch über ganz normale, private Dinge.

Ich könnte im Trikot durchs Bermuda-Dreieck gehen und trotzdem würde ich kaum angesprochen
Marco Terrazzino

Und wie ist es mit den Mannschaftskameraden?
Sehr gut. Am besten mit meinem Zimmerpartner Felix Dornebusch, der mit Felix Bastians den Spaßvogel der Truppe gibt. Aber auch mit Nando Rafael, Peniel Mlapa und Janik Haberer. Generell bringt sich jeder ein und wir haben eine homogene Mannschaft. Abgesehen vom Spaß.

Wie wichtig ist Disziplin?
Das ist der Beruf, den ich liebe und für den ich manche Dinge unterordnen muss. Das ist nicht immer einfach, aber ich will ja erfolgreich sein.

Ist es schwierig, den weltlichen Versuchungen des Profidaseins zu widerstehen?
Das ist nicht schwierig. Ich könnte im Trikot durchs Bermuda-Dreieck gehen und trotzdem würde ich kaum angesprochen.

Wie wichtig ist Geld?
Perspektive und Umfeld sind für mich wichtiger. Aber ich würde lügen, wenn ich sage, dass das Finanzielle keine Rolle spielt. Eine Fußballerkarriere geht schließlich nur über einen begrenzten Zeitraum.

Zurück zum Sportlichen: Sehen Sie sich eigentlich eher als Vorbereiter oder Torschütze?
Die Statistik sagt: Vorbereiter. Beim Einsetzen der Mitspieler sehe ich auch eher meine Stärken. Aber da ich über einen guten Abschluss verfüge, auch mit meinem linken Fuß, möchte ich noch torgefährlicher werden.

Also noch Potenzial nach oben?
Auf jeden Fall. Ich muss meine Stärken noch besser ausspielen.

Autor: Cristo Kambouris

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