Hans-Jürgen Gede hat es am Sonntag nicht weit, wenn sein Team Hedefspor Hattingen beim SV Horst-Emscher 08 antritt.

Hedefspor Hattingen

Auswärts zu Hause

Christoph Winkel
12. März 2016, 12:38 Uhr
Foto: Tim Müller

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Hans-Jürgen Gede hat es am Sonntag nicht weit, wenn sein Team Hedefspor Hattingen beim SV Horst-Emscher 08 antritt.

Der 59-Jährige ist in Buer zu Hause und könnte sogar mit dem Fahrrad zur Sportanlage am Schollbruch kommen. Seit Februar ist der Schalker Ex-Profi für den Tabellenletzten der Westfalenliga verantwortlich. Seine Bilanz: zwei Spiele, ein Sieg.

Gede weiß, dass es unheimlich schwer werden wird, die Klasse zu halten. „Das wissen die Mannschaft und der Vorstand auch. Da sind wir alle realistisch“, sagt er. Der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz beträgt schon zehn Punkte. „Aber mal gucken, was noch so geht“, sagt Gede. Engin Tuncay, ein ehemaliger Spieler zu Gedes Zeiten bei Rot-Weiß Oberhausen, fragte im Januar an, ob er nicht bereit sei, bei Hedefspor zu helfen.

Am vergangenen Spieltag siegte seine Mannschaft gegen den Tabellensechsten Mengede 08/20 überraschend mit 2:0 und hofft, mit einem weiteren Sieg beim SV Horst 08 eine kleine Serie zu starten, die bitter nötig wäre, um überhaupt nochmal eine Chance zu haben, den Tabellenkeller zu verlassen. Gede weiß aber auch: „Beim SV Horst 08 sind wir am Sonntag ganz sicher nicht der Favorit. Das sind wir aber gegen keinen Gegner.“

Gede gilt als Weltenbummler, er hat schon als Nationaltrainer in Usbekistan gearbeitet, als Vereinstrainer im Iran, in Aserbaidschan, Libyen und in Thailand. Im vergangenen Sommer kam er zurück in seine Geburtsstadt Gelsenkirchen, um eine Pause einzulegen. Bis eben der Anruf aus Hattingen kam.

Die Vereinbarung mit dem Vorstand gilt vorerst bis zum Sommer. Was danach passiert, kann Gede noch nicht absehen. „Das kannst du im Fußball sowieso nicht“, sagt der ehemalige Mittelfeldspieler, der über 400 Zweitligaspiele und 33 Bundesligaspiele bestritten hat. Vielleicht wird es wieder ein Job im Ausland, vielleicht bleibt er aber auch in der Region, in der er sich rundum wohlfühlt. „Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, einen Klub aus der Umgebung zu übernehmen“, sagt er.

Kontakte zum FC Schalke 04, für den Gede bis 1977 spielte, hat er nicht mehr. Ab und zu schaut er beim Training vorbei und besucht anschließend seinen Freund Peter Neumann, den Sohn des Kult-Schalkers Charly Neumann, der auf dem Vereinsgelände eine Gaststätte betreibt.

Am Sonntag geht es aber nicht nach Schalke, sondern zum SV Horst 08. Zum Auswärtsspiel vor der Haustür.

Autor: Christoph Winkel

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