Das kurzfristig abgesagte Regionalliga-Spiel zwischen dem FC Kray und Rot-Weiß Oberhausen hat bei den FCK-Verantwortlichen das Fass zum Überlaufen gebracht.

Finanzprobleme in Kray

"Das ist eine Schande für die Stadt Essen"

Martin Herms
03. März 2016, 19:57 Uhr
Foto: Tillmann

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Das kurzfristig abgesagte Regionalliga-Spiel zwischen dem FC Kray und Rot-Weiß Oberhausen hat bei den FCK-Verantwortlichen das Fass zum Überlaufen gebracht.

Mit großem Aufwand hatten die Mitarbeiter des FC Kray sämtliche Vorkehrungen am Essener Uhlenkrug getroffen, der Ausweichstätte der Krayer für vermeintliche Sicherheitsspiele. Als solches wurde von der Zentralen Informationsstelle für Sporteinsätze (ZIS) auch die Begegnung gegen RWO eingeordnet, obwohl nicht mehr als knapp 200 Oberhausener den Weg in den Essener Süden gefunden hatten. Nachdem von Krayer Seite alles mühsam aufgebaut war, sagte der Schiedsrichter das Spiel rund 90 Minuten vor dem Anpfiff aufgrund der Wetterlage ab. Am Mittwochmorgen hatte die Stadt den Platz noch freigegeben. "Es war eine strittige Entscheidung, die mal wieder zu unseren Ungunsten gefallen ist", hatte FCK-Präsident Günther Oberholz am Mittwoch gesagt.

Damit musste der abstiegsbedrohte Regionalligist erneut finanzielle Einbußen hinnehmen, die den Klub von der Buderusstraße härter denn je treffen. Nur 239 Zuschauer kamen in dieser Saison im Schnitt zu den "Heimspielen" des FCK. Das dringend benötige Stadtderby gegen RWE steigt erst am drittletzten Spieltag und könnte sich ebenfalls zu einem Fiasko entwickeln, sofern die Saison zu diesem Zeitpunkt für beide Vereine bereits entschieden ist. Krays Sportlicher Leiter Fabian Decker räumt im Gespräch mit dieser Redaktion ein, dass der Verein in eine finanzielle Schieflage geraten ist: "Die Finanzierung der Saison ist in akuter Gefahr. Wir benötigen Hilfe und müssen Türklinken putzen." Die Ursachen der Probleme sind bekannt. Mindestens sieben Spiele darf der frühere Landesligist nicht in der KrayArena austragen. Die aufgezwungenen Umzüge haben zu finanziellen Einbußen geführt. "Wir haben bei diesen Spielen 50 Prozent weniger Einnahmen, weil wir höhere Kosten und weniger Besucher als an der Buderusstraße haben. Das ist einfach nicht mehr tragbar", betont Decker.

Doch auch sportlich schwinden durch die zahlreichen Ausfälle die ohnehin schon geringen Hoffnungen auf den Klassenerhalt. Den Krayern drohen nun zahlreiche Englische Wochen, die für die Feierabendkicker in der Regel einen Wettbewerbsnachteil bedeuten. "Die Jungs müssen sich für Spiele in der Woche einen halben Tag Urlaub nehmen. In den nächsten 25 Tagen warten acht Spiele auf uns. Das ist ein großes Handicap."

Wir werden künstlich klein gehalten und müssen realisieren, dass wir keine Hilfe bekommen
Fabian Decker

Ein weiterer Nackenschlag war die Nachricht, dass die nachzuholende Partie gegen Alemannia Aachen ebenfalls unter der Woche stattfinden muss. Die Krayer hatten den Wunsch geäußert, das Spiel während der Länderspielpause am 30. April austragen zu lassen. Der Vorschlag wurde ohne Begründung abgelehnt. "Statt Samstag sollen wir Donnerstag spielen. Natürlich am Uhlenkrug. Warum das so sein muss, sagt uns aber niemand", schüttelt Decker mit dem Kopf.

Der Funktionär macht die zuständigen Behörden und die Stadt Essen für die ungewollten Umzüge in den Süden verantwortlich. Decker prangert die sogenannten "Scheinzahlen" der Polizei an. Denn in der Regel liegen die Besucherzahlen weit unter den Schätzungen. "Abgesehen von RWE könnten wir alle Spiele problemlos in der KrayArena über die Bühne bringen. Es ist eine Schande für die Stadt Essen, dass wir nicht bei uns spielen dürfen", sagt Decker. Dass durch das problemlos ausgetragene Oberliga-Heimspiel der SpVg Schonnebeck gegen den KFC Uerdingen ein für Kray hilfreicher Präzedenzfall geschaffen wurde, glaubt er nicht mehr. Denn offenbar sieht er für seinen Verein kein Licht am Ende des Tunnels. Decker erhebt schwere Vorwürfe: "Wir werden künstlich klein gehalten und müssen realisieren, dass wir keine Hilfe bekommen. Das ist sehr schade, weil wir das aufgrund unserer sportlichen Erfolge nicht verdient haben. So macht es für uns aber keinen Sinn mehr."

Autor: Martin Herms

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