Sollten die Bundesligisten entlastet werden und in Runde eins des DFB-Pokals Freilose ziehen? Die Amateur-Verein ärgern sich über die Pläne. Ein Kommentar.

Kommentar

Finger weg vom DFB-Pokal!

Martin Herms
13. Februar 2016, 14:47 Uhr
Foto: Heinrich Klubie

Foto: Heinrich Klubie

Sollten die Bundesligisten entlastet werden und in Runde eins des DFB-Pokals Freilose ziehen? Die Amateur-Verein ärgern sich über die Pläne. Ein Kommentar.

Die internationalen K.o.-Spiele und die Europameisterschaft werfen allmählich ihre Schatten voraus. Bei den Spitzenklubs der Bundesliga wächst die Sorge vor zu hoher Belastung bei zu geringer Regenerationszeit. Fast alle drei bis vier Tage müssen die Profis in der heißen Phase ran. Für die Nationalspieler kommen Länderspiele hinzu.

Die Befürchtungen der Verantwortlichen aus München, Dortmund oder Gelsenkirchen sind nachvollziehbar. Doch wäre es tatsächlich eine Erleichterung für die Topklubs, wenn für sie die ersten beiden Runden im DFB-Pokal wegfallen würden? Einen Monat vor dem Start der internationalen Wettbewerbe sollte es Mannschaften dieses Formats möglich sein, auch mit angezogener Handbremse gegen unterklassige Vereine zu bestehen.

Der DFB-Pokal sollte bleiben, wie er ist. Große Sensationen sind in den vergangenen Jahren ohnehin immer seltener geworden. Das liegt daran, dass die Spanne zwischen den Profis und den Amateuren aus finanziellen Gründen schon groß genug ist. Freilose für die Elite in den ersten Pokalrunden wären ein Schlag ins Gesicht für die Basis des Fußballs und eine Abqualifizierung dieses beliebten Wettbewerbs.

Größere Einsparpotenziale in puncto Belastung stecken im aufgeblähten internationalen Fußball. In der Champions League können sie sich in der Vorrunde sogar die eine oder andere Niederlage leisten. Aber in der Königsklasse lässt sich eben deutlich mehr Geld verdienen als mit einem Pokalspiel gegen einen Dritt- oder Viertligisten.

Autor: Martin Herms

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