Nachdem die Oberhausener Hallenstadtmeisterschaft am Wochenende zu Ende ging, steht die Veranstaltung in der Kritik.

Halle Oberhausen

Viel Kritik, Tumulte und leere Ränge

Hendrik Niebuhr
26. Januar 2016, 14:56 Uhr
Foto: Ketzer

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Nachdem die Oberhausener Hallenstadtmeisterschaft am Wochenende zu Ende ging, steht die Veranstaltung in der Kritik.

"Das kannst du so in die Tonne kloppen", zeigt sich vor allem SuS Oberhausens Trainer Carsten Kemnitz über verschiedene Umstände bei dem Turnier in der Willy-Jürissen-Halle, das Landesligist Arminia Klosterhardt gewann, verärgert.

So kam es nach dem Duell zwischen dem SuS und der SG Kaprys zu unschönen Szenen. In einem engen, umkämpften und hart geführten Match setzte sich die Mannschaft von Kemnitz mit 2:1 durch. Nach dem Schlusspfiff beruhigten sich die Gemüter jedoch nicht, woraufhin ein Spieler von Kaprys SuS-Akteur Markus Seiffert von hinten mit der Faust in den Nacken schlug. "Ich habe die Szene nicht sehen können, mir wurde das aber so von mehreren Leuten, auch Unbeteiligten, bestätigt", erläutert Kemnitz. Es entwickelte sich plötzlich ein Tumult, in dessen Folge rund 40-50 Personen auf dem Platz waren. Nach wenigen Minuten war das kurze Gerangel allerdings beendet. Unverständnis äußert Kemnitz über seinen Trainer-Kollegen Geronimo Köllner, der die Schuld nicht bei seiner Mannschaft suchen wollte. "Wenn jemand aus meinem Team so etwas machen würde, würde ich das auch zugeben," meint Kemnitz. Darüber verwundert zeigt sich allerdings Köllner selbst: "Es stört mich, dass er das so befeuert. Den Schlag habe ich auch nicht gesehen. Beide Mannschaften haben sich nicht wirklich im Griff gehabt. Ich habe mein Team danach ins Gebet genommen", ärgert er sich über die negativen Schlagzeilen. "In den Vorjahren haben wir uns gut präsentiert."

Einen anderen Grund für die kurzzeitige Eskalation nennt Dieter Wilms vom Oberhausener Fußballausschuss, der das Duell zwischen dem SuS und Kaprys jedoch nicht direkt in der Halle verfolgt hatte, sondern sich dies von Augenzeugen berichten ließ: "Vorausgegangen war eine ganz schlechte Schiedsrichter-Leistung, der das Spiel nicht beruhigt hatte." Unklar bleibt, warum der Schiedsrichter den Faustschlag nicht im Spielbericht vermerkt habe. "Uns sind da die Hände gebunden. Jetzt ist quasi nichts passiert, obwohl jeder weiß, dass etwas passiert ist", erklärt Wilms, der mit Kritik an den beiden Unparteiischen, die die ersten Spiele des finalen Samstags leiteten, nicht geizt: "Sie waren fehl am Platze und der Sache nicht gewachsen. Mit den anderen Schiedsrichtern hatten wir keine Probleme."

Stimmung kam ansonsten am Samstag kaum auf. Das lag vor allem auch daran, dass die 1000 Zuschauer fassende Halle erstaunlich leer blieb. Nur rund 300 Besucher verfolgten das Turnier - ein enttäuschender Wert. "Wir haben sonst immer am Sonntag das Finale ausgespielt. Diesmal wollten wir mal den Samstag ausprobieren. Das hat aber schon durch die Bundesliga mindestens 200 Zuschauer gekostet", sucht Wilms nach Erklärungen für das geringe Interesse. Dass mehr Besucher da gewesen wären, wenn BW Oberhausen mit dem polarisierenden Thorsten Möllmann am Turnier hätte teilnehmen dürfen, glaubt er indes nicht: "Klar bringt BWO einige Zuschauer mit, aber bestimmt keine 500." Dass der Finaltag im Jahr 2017 wieder auf einen Sonntag fällt, dürfte in jedem Fall recht wahrscheinlich sein.

Die Stadtmeisterschaft braucht so kein Mensch
Carsten Kemnitz

Große Kritik erntete auch die Idee, dass die Mannschaften in den Vorrunden, nachdem das eigentliche Turnier bereits beendet war, noch einmal zu einem Neunmeterschießen-Shootout antreten mussten. Für den Sieger gab es zwar Geld, den großen Sinn sahen die meisten Teilnehmer - insbesondere die bereits ausgeschiedenen - darin allerdings nicht. Das musste auch Wilms einräumen: "Das war eine Idee vom Catering. Es war ein Versuch, aber es wird wohl eine einmalige Sache gewesen sein. Das hat sich zu lang gezogen und die Teams haben den Sinn zum Teil nicht wirklich verstanden."

Klare Worte richtete abschließend SuS-Coach Kemnitz an die Veranstalter: "Das ist für mich reine Geldmacherei. Die Veranstalter sollten sich mal Gedanken machen, wie es besser wird. Das Turnier war uninteressant und es ist eine Frechheit, wie mit den Mannschaften umgegangen wird. Wir haben in der Vorrunde nachmittags gespielt. Ich war schon etwas früher da, als der erste Block noch spielte, und musste Eintritt zahlen. Zudem gehen die Ordner und Verantwortlichen unhöflich mit einem um. Die Stadtmeisterschaft braucht so kein Mensch."

Autor: Hendrik Niebuhr

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