Manuel Riemann ist heiß auf das zweite Fußball-Halbjahr. Bochums Keeper mit der Rückennummer 33 fiebert jetzt schon dem Start am Freitag, 5. Februar, gegen den SC Freiburg entgegen.

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Riemann hält mit seinen Ambitionen nicht hinterm Berg

Günther Pohl
12. Januar 2016, 09:07 Uhr
Foto: firo

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Manuel Riemann ist heiß auf das zweite Fußball-Halbjahr. Bochums Keeper mit der Rückennummer 33 fiebert jetzt schon dem Start am Freitag, 5. Februar, gegen den SC Freiburg entgegen.

Fast scheint es so, als könne es dem Keeper gar nicht schnell genug gehen, Versäumtes nachzuholen.

Rückblick: Als der VfL am 7. Mai 2015 den damals 26-jährigen Schlussmann für die Saison 2015/16 unter Vertrag nahm, da kam der ambitionierte Riemann mit dem Selbstverständnis an die Castroper Straße, dort als die Nummer eins in die Spielzeit zu gehen. Doch ein wenig überraschend entschied sich Gertjan Verbeek für Bewährtes: Andreas Luthe. Und so blieben Riemann nur die Pokalspiele gegen Salmrohr und Kaiserslautern, um sich auszuzeichnen.

Im Keeper brodelte es, doch der 1,86-Meter große Torhüter aus Mühlendorf am Inn biss sich auf die Zunge und antwortete wann immer er gefragt wurde mit seinem Standardsatz: „Ich muss dem Trainer in jeder Einheit beweisen, dass ich der Bessere bin.“

Seine Geduld zahlte sich aus. Als die Negativserie des VfL im Oktober und November nicht enden wollte, schlug schließlich seine Stunde. Erst war es nur ein Bauchgefühl des Trainers, mal im Tor etwas zu verändern, doch die verbundene Reaktion von Andreas Luthe darauf via Facebook zementierte den Platz des „Neuen“ zwischen den Pfosten.
Seitdem sind vier Pflichtspiele vergangen, in denen Riemann den Ball nur einmal aus seinem Kasten holen musste. Mit einem Schmunzeln verrät er: „Da war mir gegen Heidenheim die Sicht verdeckt. Der Ball ging über mehrere Köpfe, ich sah ihn zu spät, deshalb war er nicht haltbar.“

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Wie sehr Riemann nach seinem Winterurlaub mit seiner Verlobten Rebecca im österreichischen Ischl unter Strom steht, zeigte die erste Rasenplatz-Einheit am Samstagnachmittag. Während eines Trainingsspiels lieferte er sich ein so hitziges Wortgefecht mit Tobias Weis, dass Verbeek gezwungen war, seinen Schlussmann verbal in die Schranken zu weisen.

Vielleicht wird sein zuweilen übertriebener Ehrgeiz verständlich, wenn man ihn nach seinen Zielen befragt. Ist das Wort Aufstieg im Sprachschatz der Verantwortlichen des VfL fast ein Tabu, so ist das beim Keeper ganz anders. „Ich will aufsteigen. Lieber heute als morgen. Daran glaube ich fest. Gerade große Ziele kann man nur dann erreichen, wenn man daran glaubt.“

Möglichkeiten sind noch längst nicht ausgeschöpft

Spricht man mit Riemann über die nächsten Aufgaben, dann fällt zwangsläufig das Datum 6. August 2007. Der Schlussmann erklärt: „Ja, ich habe Bayern-Erfahrung!“

In der Tat. Denn mit Wacker Burghausen traf er in der ersten Runde auf die Übermannschaft von der Isar und nach 120 Minuten (Spielstand 1:1) hatte ihn lediglich Miroslav Klose überwunden. Am Ende stand eine 4:5-Niederlage im Elfmeterschießen. Riemann will aber nicht abschweifen: „An Bayern mag ich überhaupt noch nicht denken. Denn die Begegnung zuvor gegen Freiburg ist ein wegweisendes Spiel für die Liga.“ Oder übersetzt: „Wenn wir da erfolgreich sind, sind wir wieder im Geschäft.“
Der zunehmende Konkurrenzkampf im türkischen Belek ist für den Schlussmann ein weiterer Indiz dafür, dass die Bochumer noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft haben. „Die Hinrunde hat doch gezeigt, was rechnerisch alles möglich ist. Man stelle sich nur einmal vor, wir hätten die Partie beim FSV Frankfurt nach einer 2:0-Pausenführung nicht mehr abgegeben...“ Und so wird Riemann auch während der gesamten Vorbereitung in Sachen Einsatzbereitschaft und Motivation dem Team vorangehen.

Und seine sechs Pflichtspiele mit insgesamt einem Gegentreffer unterstreichen ganz deutlich, dass sich der VfL auf der Torhüterposition wohl die wenigsten Sorgen machen muss.

Autor: Günther Pohl

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