Mit der Verpflichtung des slowakischen Nationalstürmers Martin Bartek sowie des Zweitliga-Top-Verteidigers Elvis Beslagic haben die Moskitos die letzten Transfers dieses Sommers in trockene Tücher gebracht. Weitere Zugänge sind nicht geplant, erklärt Moskitos-Coach Jari Pasanen: „Damit steht die Mannschaft – zu hundert Prozent.“

Moskitos Essen: Plötzlich Geheimfavorit?

Pasanen: „Die Arbeit beginnt erst jetzt“

Aaron Knopp
29. Juli 2007, 21:42 Uhr

Mit der Verpflichtung des slowakischen Nationalstürmers Martin Bartek sowie des Zweitliga-Top-Verteidigers Elvis Beslagic haben die Moskitos die letzten Transfers dieses Sommers in trockene Tücher gebracht. Weitere Zugänge sind nicht geplant, erklärt Moskitos-Coach Jari Pasanen: „Damit steht die Mannschaft – zu hundert Prozent.“

Allenfalls durch Förderlizenzspieler von Kooperationspartner DEG Metro Stars soll der Kader defensiv noch punktuell verstärkt werden. Zeit also für ein erstes Zwischenfazit. Daran, dass es am Westbahnhof auch nach dem Abgang von Tyson Mulock und Conny Strömberg weiterhin attraktives Eishockey zu sehen geben wird, besteht angesichts der geballten Offensiv-Kraft im Kader kein Zweifel. Vielmehr galt es ja ohnehin, die Problemzone der letzten Saison zu verstärken: „Wir haben in der letzten Spielzeit durchschnittlich 3,6 Gegentore kassiert. Unser Ziel ist es, den Schnitt unter drei zu senken“, erläutert Pasanen. Dass zu diesem Zweck Offensiv-Verteidiger wie Beslagic und „Calle“ Johansson verpflichtet wurden, mutet etwas gewagt an, doch der Stechmücken-Trainer weist Zweifel an der Standfestigkeit der Abwehr-Recken entschieden zurück: „Jeder Offensiv-Verteidiger kann auch defensiv spielen, das ist nur eine Frage der Einstellung. Vor allem unsere Top-4-Defender sind offensiv sehr stark, das heißt aber nicht, dass sie nach hinten nicht gut arbeiten.“

Um das neue Team nun endlich auch unter Wettkampfbedingungen zu begutachten, müssen sich die Anhänger zwar noch rund eineinhalb Monate gedulden, die Stimmung im Fanlager ist aber schon jetzt optimistisch bis euphorisch. Bei der Online-Umfrage eines Fachmagazins sahen sogar knapp über die Hälfte der User in den Moskitos plötzlich einen Geheimfavoriten der kommenden Spielzeit. Dabei wollen die Verantwortlichen doch eigentlich nicht mehr, als den Erfolg der letzten Serie zu wiederholen. Das bedeutet zunächst einmal das Erreichen der Play-offs, alles weitere wäre ein willkommenes Zubrot. Dass den Stechmücken nun sogar Endspiel-Ambitionen angedichtet werden, dürfte dem Trainer da so gar nicht ins Konzept passen, doch der Finne sieht die Entwicklung gelassen: „Wenn die Leute das so sehen, zeigt es uns, dass wir irgendwas richtig gemacht haben müssen.“ Dennoch überlässt er die Favoritenrolle der Konkurrenz. „Mit den Möglichkeiten, die wir hatten, haben wir eine sehr, sehr gute Truppe auf die Beine gestellt. Andere Teams wie zum Beispiel Kassel, Bietigheim und Landshut haben aber finanziell ganz andere Mittel zur Verfügung und die haben sich auch verstärkt.“

Dennoch hat die Euphorie für den Bandenchef ihr Gutes, so wurden bereits deutlich mehr Dauerkarten als zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison abgesetzt. „Das freut uns natürlich“, strahlt Pasanen. Letztlich interessiert den 42-Jährigen die Qualität des Kaders auf dem Papier ohnehin nicht: „Das zeigt doch nur, was man im Sommer geleistet hat. Die eigentliche Arbeit beginnt erst jetzt. Bisher war es ja nur Schreibtisch, Telefon und Flieger, jetzt geht es ans Teambuilding. Erst muss ich die Spieler körperlich fit bekommen, dann spielfit und hinterher muss sich eine echte Mannschaft daraus finden. Letztes Jahr haben wir dafür immerhin rund vier Monate gebraucht.“ Den Grundstein für die Aufgaben der kommenden Monate wollen die Moskitos schon ab der nächsten Woche legen. Am kommenden Mittwoch bittet das Trainergespann zur ersten offiziellen Trainingseinheit, damit bereits zum Saisonauftakt am 14. September in Weißwasser eine „echte“ Mannschaft auf dem Eis steht.

Autor: Aaron Knopp

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