Zum Sterkrader Derby bittet die Spvgg 06/07 am Sonntag (14.30 Uhr) den FC 72. Obwohl beide Teams aufgestiegen sind, sind die Vorzeichen ganz unterschiedliche.

Sterkrade

Unterschiedliche Vorzeichen im Aufsteiger-Derby

Hendrik Niebuhr
12. November 2015, 18:17 Uhr
Foto: Tim Müller

Foto: Tim Müller

Zum Sterkrader Derby bittet die Spvgg 06/07 am Sonntag (14.30 Uhr) den FC 72. Obwohl beide Teams aufgestiegen sind, sind die Vorzeichen ganz unterschiedliche.

Im Vorjahr trennten beide Mannschaften am Ende der Saison nur drei Punkte. 06/07 gewann mit 70 Zählern die Meisterschaft, doch auch der FC 72 feierte mit 67 Punkten den Aufstieg in die Bezirksliga. Doch in dieser Spielzeit scheinen beide Mannschaften Welten zu trennen - der Vorjahresmeister mischt die Liga auf, ist Tabellendritter und seit fünf Spielen ungeschlagen, während der FC auf dem vorletzten Tabellenplatz mit nur acht Punkten in Abstiegsnot steckt.

"In so einem Spiel ist das nebensächlich. Ein Derby hat seine eigenen Gesetze", will sich FC 72-Trainer Michel Hilgert im Vorfeld des Derbys gar nicht lange mit der Tabelle auseinandersetzen. Der 31-Jährige hatte das Amt von Jens Szopinski vor rund eineinhalb Monaten übernommen, doch in der Tabelle sieht es nach wie vor kritisch aus. Immer mal wieder deutet seine Mannschaft an, wozu sie theoretisch in der Lage wäre, wie zum Beispiel bei der 0:1-Niederlage gegen den Tabellenzweiten SV Emmerich-Vrasselt oder dem sensationellen 1:1 gegen Spitzenreiter SF Königshardt vor drei Wochen. Zwischendurch setzte es aber auch eine 0:5-Klatsche in Hamminkeln oder zuletzt eine 1:4-Niederlage gegen Friedrichsfeld. "Man sieht, dass wir mithalten können. Aber wir treffen zu oft falsche Entscheidungen", ist Hilgert von der Qualität des Kaders überzeugt. Doch der FC hat mit vielen Verletzten zu kämpfen, auch Hilgert selbst laboriert noch immer an den Nachwirkungen eines Kreuzbandrisses.

Im vergangenen Jahr hatte auch der spätere Meister über zwei Spiele hinweg das bessere Ende in den Derbys. Das Hinspiel endete 3:1 für 06/07, im Rückspiel trennten sich beide Mannschaften 1:1. Die Akteure kennen sich selbstverständlich untereinander, Hilgert spielte zudem selbst ein Jahr für die Spielvereinigung, stieg trotz einer "schönen Zeit" dennoch am Ende aus der Landesliga ab. "Mir gegenüber gab es bisher noch keine Sticheleien vor dem Derby. Bei den Spielern wird es die aber wahrscheinlich geben. Aber für solche Spiele spielt man doch auch Fußball", gehören verbale Scharmützel vor solch besonderen Spielen für Hilgert dazu.

Doch bei jeglicher Prestige, die die Paarung mit sich bringt, vergisst der 31-Jährige jedoch nicht die Tabelle. Fünf Punkte beträgt der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz, viele weitere Niederlagen darf sich 72 also nicht leisten. Dass die Trauben beim Tabellendritten jedoch hoch hängen, ist auch Hilgert klar: "Wir möchten natürlich gewinnen, aber mit einem Punkt müssten wir wahrscheinlich auch zufrieden sein. Es ist wichtig, dass wir bis zur Winterpause den Anschluss an die Plätze vor uns halten", hofft er, dass sich die Personalsituation im neuen Jahr entspannt.

Autor: Hendrik Niebuhr

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