Die Gewalt auf Fußballplätzen reißt nicht ab. In Duisburg konnte eine Schlägerei erst durch das Eingreifen der Polizei beendet werden.

KL C Duisburg

Prügelei mit Polizeieinsatz beendet

26. Oktober 2015, 12:56 Uhr
Foto: Tim Müller

Foto: Tim Müller

Die Gewalt auf Fußballplätzen reißt nicht ab. In Duisburg konnte eine Schlägerei erst durch das Eingreifen der Polizei beendet werden.

Drei Spieler des TS Rahm 06 II sind bei der Schlägerei so stark verletzt worden, dass sie vorübergehend arbeitsunfähig sind. Die Schlägerei konnte erst von der Polizei beendet werden. Sogar der Einsatz von Schlagstöcken war nötig. Die Partie beim VfL Wedau III, bei der sich der Vorfall ereignete, wurde daraufhin abgebrochen.

RevierSport fragte nach: Was war da los?

Marcel Marks (Spieler TS Rahm 06 II):
Das Spiel war eigentlich die komplette Zeit relativ ruhig. Ein bisschen Gehake und Getrete, aber das ist ja normal. In der 75. Minute ist der Stürmer von Wedau auf unser Tor zugelaufen. Unser Torhüter ist heraus gelaufen und hat ihn richtig umgegrätscht. Der Schiedsrichter – es war kein offizieller, sondern einer aus unserer Mannschaft – wollte ihm dafür eigentlich die berechtigte Rote Karte geben. Dazu ist er aber nicht mehr gekommen, weil sämtliche Wedauer Zuschauer und Spieler auf unseren Torhüter zugerannt sind und auf ihn eingeschlagen haben.
Dann wurde ein Spieler von uns zusammengeschlagen. Ich bin zu ihm hin, wollte ihm aufhelfen und bin selber verprügelt worden. Weil ich so starke Schmerzen hatte, bin ich anschließend ins Krankenhaus gefahren. Dort hat man eine Schädelprellung und eine schwere Jochbeinprellung festgestellt. Ich kann nun vorübergehend nicht arbeiten gehen – genau wie zwei andere Spieler aus der Mannschaft, die ebenfalls ordentlich abbekommen haben. Letztlich haben wir nur die Köpfe eingezogen und kassiert.
Auf dem Platz hat sich eine regelrechte Massenschlägerei entwickelt. Wir haben uns daher genötigt gesehen, die Polizei zu rufen. Die kamen auch sofort, hatten schon die Schlagstöcke in der Hand und haben die Wedauer Spieler damit zurückgedrängt.
Uns wurde vorgeworfen, dass wir Wedau rassistisch beschimpft hätten. Das kommt bei uns aber nie vor. Wir haben selbst türkische Spieler in der Mannschaft, mit denen sich alle gut verstehen. Da gibt es überhaupt keine Vorfälle dieser Art. Auch die Zeugen, die am Rand standen, haben bestätigt, dass wir nichts dieser Art gesagt haben.

Peter Heßling (Sozialwart VfL Wedau):
Neben meiner Funktion als Vereinswirt beim VfL Wedau bin ich auch noch Sozialwart. Das ist keine Aufgabe, die ich als formalen Akt verstehe - ich nehme mein Amt sehr ernst. Und habe demnach auch großes Interesse daran, dass der Vorfall aufgeklärt wird. Schließlich gibt es mittlerweile gut zehn verschiedene Versionen davon, wie es sich zugetragen hat.
Vorab: Ich hatte vom Vereinsheim aus einen guten Überblick über die gesamte Situation. Ich schaue seit 40 Jahren beim Fußball zu und habe sicher schon 1500 Spiele gesehen. Das Foul, das der Torhüter da in der 75. Minute begangen hat, gehörte definitiv zu den Top drei der schlimmsten Fouls, die ich je gesehen habe. Da ging es gar nicht darum, den Ball zu treffen, sondern nur darum, den Gegner richtig von den Beinen zu holen. Er hat sich überschlagen, geschrieen - das war ein überhartes Foul. Danach sind die Wedauer Spieler, die der Situation am nächsten standen, auf den Torhüter zugerannt. Es gab eine Rangelei, die die Zuschauer wohl zum Eingreifen animiert hat. Aus beiden Lagern sind die Zuschauer dann zu der Stelle gelaufen, wo sich alles abgespielt hat. Es sind definitiv Fäuste geflogen, aber wer wen genau geschlagen hat, kann ich nicht beurteilen. Die Polizei kam dann dazu und hat die Situation geklärt. Ob es rassistische Äußerungen gegeben hat, kann ich nicht sagen. Ich werde mich zeitnah mit unserem Vereinsboss Olaf Junker zusammensetzen und ihm meine Sicht der Dinge schildern. Dann warten wir die Spruchkammersitzung ab, bevor wir als Verein Konsequenzen ziehen.

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