Zehn Spiele, acht Siege, zwei Remis. Die Bilanz des Lüner SV ist beeindruckend. Trainer Mario Plechaty bremst die Euphorie jedoch in gewohnt zurückhaltender Art.

Lüner SV

Plechaty bleibt zurückhaltend

Marius Soyke
20. Oktober 2015, 16:07 Uhr
Foto: Tim Müller

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Zehn Spiele, acht Siege, zwei Remis. Die Bilanz des Lüner SV ist beeindruckend. Trainer Mario Plechaty bremst die Euphorie jedoch in gewohnt zurückhaltender Art.

Fünf Punkte Vorsprung hat Landesliga 3-Spitzenreiter Lüner SV bereits auf die ärgsten Verfolger CSV SF Bochum-Linden und BSV Schüren. Das deutliche 5:1 gegen den Abstiegskandidaten SC Weitmar 45 war einmal mehr eine Machtdemonstration des LSV. "Wir haben nach dem Rückstand gut und schnell reagiert und dann unsere Tore gemacht", resümiert Trainer Mario Plechaty die Leistung seiner Mannschaft.

Trotz des aktuellen Laufes tritt der Coach aber auf die Bremse: "Klar haben wir die vergangenen Wochen super gespielt, aber ich mag es nicht, alles zu euphorisch zu betrachten. In Lünen sind die Leute ja derzeit aus dem Häuschen, da höre ich auch manchmal 'Wie hoch gewinnen wir heute?' Wir als Mannschaft wollen lieber bescheiden bleiben. Man darf in dieser ausgeglichenen Liga keinen Gegner unterschätzen."

Dabei spricht derzeit wirklich alles für die Mannschaft aus Lünen. Die Tordifferez von +22 kann man getrost als weiteren Zähler Vorsprung werten. Zufrieden ist Plechaty damit: "Die neuen Spieler sind voll eingeschlagen und wir haben eine gute Mischung. Die gelungene Vorbereitung tut ihr übriges." Dazu habe der LSV im Gegensatz zu den Jahren zuvor erstaunliches Glück mit Verletzungen. Nur Verteidiger Andreas Uphues (Handgelenksbruch) sowie dessen Defensiv-Kollege Rene Harder (Leistenverletzung) fallen derzeit aus.

Der Kader sei so stark, dass Plechaty im Winter sogar darüber nachdenken muss, einige Spieler von einem Wechsel zu überzeugen: "Es können nicht alle Spielzeit bekommen und ich möchte hier niemanden auf der Bank versauern lassen." Der Konkurrenzkampf belebe das Team, das sei deutlich spürbar. Der erst ab 1. Januar spielberechtigte Rasit Tekin verstärkt zur Rückrunde dann noch die ohnehin gut funktionierende Offensive um Top-Torjäger Fabian Pfenningstorf (9 Tore), der im Schnitt alle 87 Minuten netzt.

Vom Aufstieg mag Plechaty aber immer noch nicht reden. Auch vom Verein komme in dieser Hinsicht kein Druck. "Wir wollen uns natürlich belohnen", gesteht er aber ein. "Wir haben eine junge Mannschaft, die hungrig ist. Aber da wird auch noch mal eine schlechte Phase kommen – da sehen wir dann, wie gut wir wirklich sind", gibt sich der Trainer zurückhaltend.

Schon die kommenden Wochen würden immer schwerer werden – das hängt mit der Jahreszeit zusammen. "Die Plätze werden jetzt immer schlechter und dann können wir nicht mehr alles spielerisch lösen."

Am kommenden Sonntag gastiert der Lüner SV um 15.00 Uhr beim Sechsten SW Wattenscheid 08. "Das wird ein reines Kampfspiel gegen eine gute Mannschaft, die uns sicher ärgern möchte", prognostiziert Plechaty. Er freut sich dabei schon auf das Wiedersehen mit seinem Trainerkollegen Manfred Behrendt, zu dem er guten Kontakt pflegt: "Wir telefonieren ab und an. Das ist immer sehr lustig."

Autor: Marius Soyke

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