Beim 2:1-Sieg gegen Mainz musste man eigentlich keinen Schalker hervorheben.

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Schalke feiert "kopflosen" Goretzka

Elmar Redemann
14. September 2015, 18:30 Uhr
Foto: firo

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Beim 2:1-Sieg gegen Mainz musste man eigentlich keinen Schalker hervorheben.

Denn es war eine geschlossene Mannschaftsleistung der Königsblauen, belohnt mit dem ersten Heimsieg. Um ein Extra-Lob für Leon Goretzka kam man am Sonntagabend aber einfach nicht herum. "Er hat ein tolles Spiel gezeigt, viele richtige Ideen gehabt und enormen Einsatz gezeigt", lautete das "große Kompliment" des Sportvorstands Horst Heldt.

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So war der gebürtige Bochumer das Aushängeschild einer aufopferungsvoll kämpfenden Mannschaft. "Man hat die Szene im Kopf, als er sechs Spieler gejagt hat, bis er den Ball erobert hatte. Da hat sich das ganze Stadion erhoben. Man sollte das aber nicht auf diese Szene reduzieren. Er war sehr fleißig, griffig, zweikampfstark", schwärmte Trainer André Breitenreiter.

Und der von allen gefeierte Jung-Nationalspieler? Der begann die Nachbetrachtung kritisch: "Im Nachhinein muss man sagen, war es hier und da auch ein bisschen kopflos. Wenn ich da den Spieler treffe, kann es auch böse enden. Aber ich war einfach hochmotiviert und wollte natürlich, dass man das sieht." Es ging schließlich nicht nur darum, um mit Schalke wieder in die Spur zu finden, sondern auch den Verlust von Julian Draxler zu kompensieren.

Ich denke, ich war nicht der einzige, der alles gegeben hat
Goretzka bleibt bescheiden

Vielleicht hatte Goretzka aber auch im Hinterkopf, dass Breitenreiter zuletzt Marco Höger den Vorzug gegeben hatte - weil er als zweikampfstärker gilt. Aber kämpfen kann Goretzka auch - und wie! "Wir mussten alles in die Waagschale werfen, gerade wenn es am Ende nochmal so eng wird. Ich denke, ich war nicht der einzige, der alles gegeben hat", meinte der 20-Jährige.

So erlebt Schalke aktuell vielleicht den besten Goretzka, seit dieser seit Juli 2013 für Königsblau aufläuft. Das sieht der Rechtsfuß zumindest ähnlich. "Seitdem ich von der Verletzung wieder zurück bin, mit Sicherheit. Die Vorbereitung hat mir sehr, sehr gut getan. Ich fühle mich fit und kann eigentlich jeden Weg gehen, den ich möchte", berichtete Goretzka, der nach einer starken Rückrunde im ersten Jahr nun endlich sein volles Potenzial ausschöpfen kann.

DFB-Kapitänsamt als besondere Ehre

Dabei scheint ihn die Beförderung zum Kapitän der deutschen U21-Nationalmannschaft eher zu beflügeln als zu belasten. "Natürlich", entgegnete er auf die Frage, ob dies für zusätzlichen Rückenwind gesorgt habe. "Es ist immer eine besondere Ehre, für Deutschland aufzulaufen, noch dazu mit der Binde am Arm. Zum anderen denke ich: Man braucht keine Binde, um auf dem Platz Verantwortung zu übernehmen. In der U21 gehöre ich inzwischen schon zu den erfahrenen Spielern, das hätte ich auch so gezeigt."

Das kann er ja auf Schalke...

Autor: Elmar Redemann

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