Wegen einer Wadenverletzung muss Sprinterin Sina Schielke vom TV Wattenscheid 01 auf ihre Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften in Erfurt (21. und 22. Juli) verzichten. Betroffen sind die so genannten Faszien, die die Muskulatur umhüllen. Die Blessur macht eine Operation unumgänglich, sie soll im September erfolgen.

Leichtathletik: Schielke muss bei DM verletzt passen

Kosenkow ist hungrig

19. Juli 2007, 08:34 Uhr

Wegen einer Wadenverletzung muss Sprinterin Sina Schielke vom TV Wattenscheid 01 auf ihre Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften in Erfurt (21. und 22. Juli) verzichten. Betroffen sind die so genannten Faszien, die die Muskulatur umhüllen. Die Blessur macht eine Operation unumgänglich, sie soll im September erfolgen.

Die Deutsche Hallenmeisterin hat dennoch Hoffnung, vorher bei den Weltmeisterschaften im japanischen Osaka an den Start gehen zu können - zumindest, um die DLV-Staffel zu verstärken. Anfang August will sie erneut einen Schweizer Spezialisten konsultieren, danach soll die Entscheidung fallen, ob Schielke in diesem Jahr noch einmal ins Geschehen eingreifen kann. Die Wattenscheiderin ist bislang die einzige deutsche Sprinterin, die die WM-Norm über 100 Meter (11,30 sec) unterbieten konnte.

Ihre Saisonbestmarke liegt bei 11,21 Sekunden, gelaufen am 23. Juni im B-Lauf beim Europacup in München. Michael Huke, der 2. Vorsitzende des TV 01, bedauert die aktuelle Diagnose sehr: „Es ist ein großer Rückschlag für sie und unseren Verein, uns gehen so zwei Titelchancen verloren. Auch unsere Damenstaffel ist jetzt natürlich geschwächt. Ich hoffe, dass sie zur WM wieder fit ist und starten kann - ob nun im Einzel oder in der Staffel.

Osaka ist der Saisonhöhepunkt, und der hat absoluten Vorrang.“
Diskuswerfer Michael Möllenbeck dagegen ist in Erfurt neben dem Berliner Robert Harting einer der beiden heißen Titelfavoriten. Es läuft am Samstag auf einen klassischen Zweikampf heraus, meint Möllenbecks Coach Miroslaw Jasinski: „Beide bewegen sich derzeit in einem ähnlichen Bereich. Wenn sie sich einen Kampf liefern, sich ein bisschen auf die Füße treten, dann wird es ein guter und spannender Wettkampf.“ Dass hinter den beiden ein weiterer ernstzunehmender Konkurrent im Titelkampf fehlt, bedauert Jasinski fast ein bisschen: „Nach der Absage von Lars Riedel ist ein bisschen eine Dürre entstanden.“

Harting hat im bisherigen Saisonverlauf die Nase vorn: Er hat schon anderthalb Meter weiter geworfen als der Wattenscheider, die direkten Vergleiche gingen an ihn. Für Jasinski ist es kein Nachteil, dass sein Schützling in der Rolle des Jägers ist: „Es ist aber langsam an der Zeit, mal wieder in einem wichtigen Wettkampf die Nase vorn zu haben.“ Derzeit holt sich Möllenbeck in Kienbaum den Feinschliff für Erfurt, dabei steht das Techniktraining im Mittelpunkt. Jasinski: „Kienbaum ist immer gut, hier können wir uns eine Woche nur auf den Sport konzentrieren. Seine Fitnesswerte stimmen, aber technisch können wir noch was machen. Er versucht jedes Jahr neu, viel mit Gewalt zu lösen. Aber für Weiten über 65 Meter muss es auch mit der Technik stimmen. Wir feilen natürlich nicht nur an der Technik hier, gehen einen Mittelweg. Denn wir haben auch die WM im Hinterkopf.“

Für Titelverteidiger Ronny Ostwald und Alexander Kosenkow geht es über 100 Meter nur um den Sieg. Letzterer fühlt sich für das Rennen gerüstet: „Es läuft alles optimal, ich habe ordentlich trainiert. Nach einem Wochenende ohne Wettkampf bin ich ganz schön hungrig.“ Kosenkow ist seinen Teamkollegen Ostwald und Sebastian Ernst einen Schritt voraus, über 100 Meter (10,35 Sekunden) als auch über 200 Meter (20,63 Sekunden) hält er bislang die Bestzeit im Wattenscheider Lager.

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