Mittlerweile ist aus ein paar Anpassungen bei Fortuna Düsseldorf ein kapitaler Umbruch geworden.

Düsseldorf

Kramer krempelt die Fortuna um

Matthias Goergens
02. Juli 2015, 09:27 Uhr
Foto: Tillmann

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Mittlerweile ist aus ein paar Anpassungen bei Fortuna Düsseldorf ein kapitaler Umbruch geworden.

Nach der enttäuschend beendeten Saison in der 2. Fußball-Bundesliga (10. Platz) samt den Entlassungen von Trainer Oliver Reck und Manager Helmut Schulte soll ein neuer Wind rund um die Düsseldorfer Arena wehen. Neben dem neuen Trainer Frank Kramer sorgen auch Neu-Manager Rachid Azzouzi und mehr als ein halbes Dutzend neuer Spieler dafür.

RS schaut nach, was alles neu ist bei der Fortuna:

Wie sieht der „frische Wind“ von Trainer Kramer aus?
Der Ex-Fürther war bereits nach der Schulte-Entlassung intensiv im Hintergrund tätig. Seit Mitte Juni leitet er die Trainingseinheiten, die offensichtlich eine ganz andere Dynamik haben als noch vor einem Jahr. Das scheint angebracht, denn regelmäßig brach das Team vergangene Saison zum Ende der Spiele konditionell ein. Auch wenn es in diesen Tagen mal etwas heißer ist als sonst, wird zwischen den Trainingslagern auf Langeoog (Ende Juni) und dem kommenden in Österreich (Maria Alm, 6. bis 14. Juli) fleißig trainiert. Dafür sorgt Kramer schon mit entsprechender Trainingssteuerung: "Die Einheiten sind teilweise kürzer in diesen Tagen, aber es ändert sich nichts an der hohen Intensität."

Seine Sieger-Mentalität hat Kramer auch schon klar durchblicken lassen, sprach nach einem schwachen 1:1 im Testspiel gegen Wegberg-Beeck deutlich von einer „inakzeptablen“ Leistung. Er würde auch nicht seine Tochter beim „Schwarzer Peter“ spielen gewinnen lassen: „Ich bin ein schlechter Verlierer, und diese Mentalität möchte ich auch von meinen Spielern in jedem Trainingsspiel sehen.“

Wer ist neu im Kader?
Teils geplante (Soares, Bomheuer, Hoffer), teils überraschende Abgänge (Benschop, Halloran) und unklare Verletzungssituationen (Pinto) haben vor allem in Innenverteidigung und Sturm Löcher gerissen. In Christian Strohdiek (SC Paderborn), Karim Haggui (VfB Stuttgart) und Kevin Akpoguma (TSG Hoffenheim II) wurde die Lücke hinten bereits geschlossen, für den Sturm wurde Ex-Bundesliga-Torjäger [person=2454]Didier Ya Konan[/person] geholt (Hannover 96). Außerdem Linksverteidiger Fabian Holthaus (VfL Bochum) sowie die Mittelfeldspieler Julian Koch (Mainz 05) und Sercan Sararer (VfB Stuttgart). Gesucht werden aber noch ein defensiver Mittelfeldspieler und ein weiterer Top-Stürmer. Das Geld ist da.

Welches Saisonziel geben sich die Düsseldorfer selbst?
Eigentlich keines. Nach zehn Spieltagen könne eine konkretere Ansage dazu gemacht werden, sagt Kramer: „Alles andere wäre unseriös.“ Indes ist Zugang Ya Konan schon vorgeprescht: „Ich hoffe, dass Düsseldorf nächstes Jahr wieder in der Bundesliga spielt und ich werde dabei mithelfen, dass die Rückkehr gelingt.“

Herrscht jetzt endlich Ruhe im Umfeld?
Nein, es brodelt noch. Der Aufsichtsrat hatte zwar die Entlassung von Manager Schulte beschlossen, den Vorstand um Chef Dirk Kall und Finanzchef Paul Jäger aber „auf Bewährung“ im Amt gelassen. Die Abstimmung darüber soll entlang des Meinungsgrabens im Aufsichtsrat sehr knapp gewesen sein. Gut möglich also, das ausbleibender sportlicher Erfolg alles wieder hoch kocht.

Autor: Matthias Goergens

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