Neuzugang Thomas Bröker soll als erfahrener Mann die Mannschaft des MSV Duisburg bei der Mission Klassenerhalt führen.

MSV Duisburg

Fußball, Familie, Fernstudium

26. Juni 2015, 16:57 Uhr
Foto: firo

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Neuzugang Thomas Bröker soll als erfahrener Mann die Mannschaft des MSV Duisburg bei der Mission Klassenerhalt führen.

Er ist der namhafteste Neuzugang der Duisburger im aktuellen Transfersommer. Thomas Bröker. Der Angreifer soll bei der Mission Klassenerhalt nicht nur für die nötigen Tore sorgen, sondern als erfahrener Mann auch die Mannschaft führen. Aufgaben, auf die er sich freut: „Ich komme über den Einsatz, gehe gerne vorne weg. Ich bin froh, beim MSV zu sein.“

Der Wechsel nach Meiderich stand für ihn trotz zahlreicher anderer Angebote schnell fest. Neben dem „Reiz des Traditionsvereins“ sowie der „tollen Fankultur“ war vor allem auch die Nähe zu seinem Wohnort Bergisch Gladbach ausschlaggebend für sein Engagement bei den Blau-Weißen.

Gemeinsam mit seiner Frau Sandra und ihren Kindern Melina (10 Jahre), Tom (4) und Sara (wird im September 2) kann er nun in der Heimat wohnen bleiben. „Dank der Nähe zur A3 bin ich ruckzuck in Duisburg und meine Familie bleibt in ihrem gewohnten Umfeld“, betont Bröker.

Ohnehin ist die Familie das größte Glück des 30-Jährigen. Mit Melina spielt er gerne, Sara geht ab September in die KiTa und im Garten hat er zwei Tore aufgebaut. Dort kickt der gebürtige Meppener regelmäßig mit Tom, der ab Juli bei den Bambinis des Heimatklubs FC Bensberg angemeldet ist. „Er ist ein Rechtsfuß, aber ich arbeite daran, dass er beidfüßig wird“, grinst Bröker. Er zählt sich allerdings nicht zu den fanatischen Eltern, die ihre Kinder zu Höchstleistungen trimmen. „So lange er Lust auf Fußball hat, freue ich mich darüber und fördere ihn. Hat Tom aber keinen Bock mehr, kann er auch gerne etwas anderes machen. Ich baue keinen Druck auf ihn auf.“

Ich weiß, dass die Kohle auch nach dem Fußball reinkommen muss
Thomas Bröker

Bröker muss später nicht im Fußballgeschäft bleiben
Dafür treibt er sich selbst immer wieder zu Höchstleistungen an. Nicht nur auf dem Platz, sondern auch im Privatleben. Als dreifacher Vater hat er im Feierabend eigentlich genug zu tun, doch seit einem Jahr bastelt Bröker auch an der Karriere nach seiner aktiven Laufbahn. Seit einem Jahr studiert er BWL und will das Fernstudium im Idealfall beenden, wenn er die Schuhe an den Nagel hängt: „Natürlich denke ich an die Zukunft und weiß, dass die Kohle auch nach dem Fußball reinkommen muss.“ Dabei ist er nicht ausschließlich auf den Fußball beschränkt. Im Gegenteil: „So ein Übergang wie ihn unser Sportdirektor Ivica Grlic geschafft hat, gelingt nicht sehr oft. Deshalb plane ich auch anders. Ich muss nicht unbedingt im Sport bleiben, sondern kann mir auch gut einen anderen Zweig vorstellen.“

Doch bevor er diese Gedanken intensiviert, steht erst einmal der Klassenerhalt mit den Zebras auf seiner Agenda. Auch wenn Bröker der bislang schillerndste Neuzugang ist, fühle „ich mich nicht als Star. Ich bin geerdet, möchte einfach wieder spielen und bin Teil des Teams“. Von dem er eine Menge hält: „Die Jungs machen einen Super-Eindruck. Menschlich und sportlich passt es sehr gut.“

Das kann auch Gino Lettieri von seinem Neuzugang sagen. „Thomas wie auch alle anderen passen zu uns. Wir sind vor allem vorne gut besetzt, allerdings müssen wir jetzt auch beweisen, dass wir gut genug für die zweite Liga sind.“ Lettieri, der wie in der letzten Saison neben der 4-2-3-1-Ausrichtung auch noch zwei andere Varianten einstudiert, macht aber auch deutlich, dass die „alten“ Zebras einen Aufstiegsbonus genießen: „Die Jungs aus dem letzten Jahr haben hier schon etwas erreicht. Die Neuen müssen diesen Kampf annehmen und sicherlich einen Schritt mehr machen. Denn ich kenne zwar ihre Stärken, aber die Schwächen noch nicht so detailliert. Ich werde bei ihnen also noch genauer hinschauen.“

Das ist Bröker bewusst. Der Offensiv-Allrounder, der in der Abteilung Attacke alle Positionen spielen kann, sieht seine Stärken auf den Außen, oder im Zentrum. Wo er letztendlich aufläuft, ist ihm daher egal. Fest steht für ihn nur, dass er endlich wieder spielen will, schließlich kam er in der letzten Saison aufgrund zahlreicher Verletzungen wie einem vierfachen Rippenbruch nur auf vier Einsätze. „Aber immerhin habe ich vier Mal in der Bundesliga gespielt“, hat Bröker sein Schicksal angenommen: „Beim MSV möchte ich aber natürlich öfter spielen.“ Und mehr Tore erzielen. Denn sein letztes Erfolgserlebnis liegt 794 Tage zurück. Am 22. April 2013 markierte er beim 1:1-Remis das 1:0 für Köln. Gegner damals: Der MSV Duisburg.

Gedanken darüber, dass er als Ex-Kölner einen schweren Stand bei den Fans haben könnte, macht er sich nicht, auch wenn er die Rivalität am Rhein kennt. „Ich bin damals vom FC zu Fortuna Düsseldorf gewechselt. Bei der Saisoneröffnung skandierten dann 6.000 Mann ‚Cologne Cologne die Scheiße vom Dom‘. So schlimm ist es hier zum Glück nicht.“

Ich möchte meine Privatsphäre schützen
Thomas Bröker

Im Gegenteil: Nach nur eineinhalb Wochen fühlt sich der Mann mit der Rückennummer acht („Ich hatte einige Nummern zur Auswahl und fand die 8 einfach schöner als eine zweistellige Zahl.“) in Duisburg trotz des intensiven Trainingsprogramms bereits wohl. An den sozialen Netzwerken wie facebook etc. hat er aber dennoch kein Interesse: „Ich hatte mal ein Profil, aber das habe ich wieder gelöscht“, berichtet Bröker: „Ich habe keinen Bezug dazu und möchte meine Privatsphäre schützen. Außerdem finde ich die negativen Kommentare in der Anonymität des Netzes nicht okay. Nur weil einige Leute ein Ventil für ihre Gefühle brauchen, muss man sich nicht beschimpfen lassen.“

Dazu wollen es die Zebras in der kommenden Saison aber ohnehin nicht kommen lassen und schnellstmöglich den Ligaverbleib sichern. Bröker sieht aufgrund der Stärke der Klasse keine drei Teams, die absteigen werden. Auch im Meisterschaftskampf hat er keinen Favoriten ausgemacht: „Leipzig hat mit den Millionen um sich geworfen, aber auch Düsseldorf, Freiburg, Nürnberg, Kaiserslautern oder Paderborn wollen hoch. Uns kann das aber egal sein. Wir schauen auf uns und unser Ziel. Wir haben eine gute Truppe, die Euphorie des Aufstiegs ist spürbar und die müssen wir fortsetzen. Also, packen wir es an.“

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