In einem schwachen Spitzenspiel setzte sich der VfL Kemminghausen gegen den Werner SC mit 1:0 durch. Ein Elfmeter brachte die Entscheidung.

BL WF 8

„Kemminghausen hat alle Asse in der Hand“

Arthur Makiela
25. Mai 2015, 21:59 Uhr
Foto: Makiela

Foto: Makiela

In einem schwachen Spitzenspiel setzte sich der VfL Kemminghausen gegen den Werner SC mit 1:0 durch. Ein Elfmeter brachte die Entscheidung.

„Wir waren nach den zwei frühen Wechseln innerhalb der ersten 25 Minuten geschockt“, haderte Werne-Trainer [person=6922]Kurtulus Öztürk[/person] mit dem Verletzungspech. Kapitän [person=19963]Hisham Saado[/person] und [person=16508]Chris Thannheiser[/person] mussten bereits in den ersten 25 Minuten verletzungsbedingt ausgewechselt werden. „In so einem Spiel ist es der falsche Zeitpunkt. Dies war nicht gerade förderlich für das Selbstvertrauen“, betonte Öztürk. Zumal auch Toptorjäger [person=16494]Daniel Durkalic[/person] (21 Saisontreffer) kurz nach Wiederanpfiff aufgrund einer Zerrung vom Platz musste (49.). Sein Team fand in der Offensive kaum statt. Kemminghausen war spielbestimmend.

Der Aufsteiger tat vor rund 1700 Zuschauern mehr für das Spiel und konnte sich einige Chancen herausspielen. Nach einem indirekten Freistoß hatten [person=16014]Malte Stepputtis[/person] und [person=26194]Dustin Nehm[/person] die Doppelchance (17.). Wernes Keeper hielt stark. Doch kurz danach war er machtlos. Nach einem Foulspiel an Nehm verwandelte [person=23235]Mehmet Erdogan[/person] eiskalt den fälligen Strafstoß zur Führung (29). Es war sein 14. Saisontor.

Bis zur 69. Minute hatte der VfL alles im Griff. Dann sah Kapitän [person=6139]Emre Konya[/person] nach seinem zweiten taktischen Foul die Gelb-Rote Karte. „Nach dem Platzverweis hat sich das Spiel komplett verändert. Wir mussten uns zurückziehen und mussten schlichtweg verteidigen“, erklärte Kemminghausens [person=6269]Giovanni Schiattarella[/person]: „In solchen Spielen spielt der Kopf eine wichtige Rolle. Wer bis zum Ende einen kühlen Kopf behält, der holt dann auch den Dreier.“

[infobox-right]VfL Kemminghausen: Wegner – Konya, Müller , M.Großkreutz, Homann – Bednarek, Laske (71. Ruocco), Stepputtis - Nehm, Erdogan (85. Pietryga), Güvenates (68. Schürmann).
Werner SC: Rockel – Schnee, Giffey, Saado (7. Winter), Heese – Rohlmann, Simon, Schwerbrock, Leenders – Thannheisser (27. Bacak), Durkalic (49. Seifert).
SR: Dieter Kroll (Recklinghausen).
Tore: 1:0 Erodgan (30., Foulelfmeter).
Bes. Vorkommnisse: Gelb-Rote Karte für Konya (69.)[/infobox]

Dies tat sein Team auch und spielte die Partie besonnen zuende. „Der Sieg war verdient, da wir nach der Führung fast nichts zugelassen haben“, sagte Abwehrchef [person=2195]Marcel Großkreutz[/person]: „Werne wurde meist nur nach Standards gefährlich. Wir selbst sind hinten nicht mehr rausgekommen. Vielleicht war dies auch eine Kopfsache, aber wir wollten hinten keinen mehr bekommen.“ Die Gäste gingen nicht das ganz große Risiko ein. „Wir haben aber einen guten Kampf abgeliefert und wollten nicht ins offene Messer laufen“, erklärte WSC-Linienchef die Zurückhaltung seiner Mannschaft.

Vorteil Kemminghausen

Zwar sei das Spiel vom Papier her ein Spitzenspiel, aber vom Niveau her sei es nicht berauschend gewesen, so Schiattarella, der sich sichtlich über den Sieg im Spitzenspiel freute. „Wir haben die bessere Ausgangslage“, analysierte der VfL-Trainer die derzeitige Tabellenkonstellation. Durch den Sieg sprang Kemminghausen wieder an die Tabellenspitze und löste Werne ab. Schiattarella: „Mit Siegen gegen Hannibal (Anm. d. Red. Nachholspiel am 04. Juni. 2015) und TuRa Bergkamen können wir den Aufstieg fast klarmachen.“ Sein Abwehrchef will nichts von einer vermeintlichen Vorentscheidung wissen: „Wethmar und Werne sind auch weiterhin an uns dran. Es sind noch einige Spiele.“

Nach dem Schlusspfiff musste WSC-Coach seinen Spieler, die teils enttäuscht auf dem Rasen lagen, wieder auf die Beine helfen. „Solange rechnerisch noch alles möglich ist, muss man versuchen, das Maximum zu erreichen“, sagte Schlussmann [person=21415]Michael Rockel[/person] kämpferisch: „Der zweite Platz könnte ja auch zur Relegation reichen, deswegen sollten wir weiter Gas geben.“ Dennoch ist für den Werner Keeper die Situation eindeutig: „Wir müssen auf einen Ausrutscher hoffen. Kemminghausen hat nun alle Asse in der Hand.“

Viele Zuschauer, aber nur wenig Stimmung

Rund 1700 Zuschauer waren an den Gretelweg gestürmt, um das Spitzenspiel der Bezirksliga zu sehen. Der WSC-Trainer war beeindruckt von den Massen: „Beide Teams haben die Kulisse verdient. Es war auch kein unfaires Spiel.“ Besonders das Rahmenprogramm sei für ein Bezirksligaspiel „erste Sahne“ gewesen. Nach dem Abpfiff ging kaum eine Person nach Hause. Aus gutem Grund.

[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/071/945-73009_preview.jpeg Kevin Großkreutz machte die 'Glücksfee' für den Hauptpreis[/imgbox]Der außergewöhnliche Zuschauerstrom hatte auch ein wenig mit der Werbung von Weltmeister und Edel-Fan [person=1628]Kevin Großkreutz[/person] zu tun. Der BVB-Profi kündigte via Instagram an, dass es eine Tombola mit tollen Preisen rund um das Spitzenspiel geben wird. Unter anderem konnten signierte Fußballschuhe und ein Trikot gewonnen werden. Als Hauptpreis gab es zwei Tickets für das DFB-Pokalfinale zwischen dem VfL Wolfsburg und Borussia Dortmund am kommenden Wochenende. Der Profi selbst mimte die Glücksfee für den Hauptgewinn. Das Fazit des Tages: Zwar gewann der VfL Kemminghausen das Spiel gegen den Werner SC, doch ein Großteil der Tombola-Gewinne ging in das Lager der Gäste – wie die Finalkarten.

Autor: Arthur Makiela

Mehr zum Thema

Kommentieren