Es war schon eine merkwürdige Situation.

BVB

Kevin Großkreutz bleibt in Dortmund

25. Mai 2015, 08:37 Uhr
Foto: Stefan Bunse

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Es war schon eine merkwürdige Situation.

Fast zeitgleich, als Borussia Dortmund am Sonntag die Verpflichtung von Leverkusens Mittelfeldrenner Gonzalo Castro bekannt gab, stand [person=1628]Kevin Großkreutz[/person] bei der BVB-Südtribünenmeisterschaft umzingelt von einer Menge an Fans und schrieb Autogramme.

Zusammen mit [person=1554]Nuri Sahin[/person] hatten die beiden verletzten BVB-Profis die Anhänger am Tag nach dem Saisonfinale im Stadion „Rote Erde“ besucht. Während Sahin, der ebenfalls freundlich und wertschätzend mit den kleinen und großen BVB-Fans umging, schon längst wieder bei seiner Frau Tugba im Auto saß, suchte der Ur-Borusse noch der Gespräch mit den Anhängern. Er ist und bleibt eben weiter einer von ihnen. Ob er im schwarz-gelben Trikot künftig nur noch auf der Südtribüne zu sehen ist, wollte er noch nicht offiziell verraten. Doch im Grunde hat er seine Entscheidung längst getroffen. Kevin Großkreutz wird nach RS-Informationen seinen Vertrag beim BVB erfüllen. Da muss man auch kein großer Prophet sein.

Am Rande der Fanveranstaltung ließ er durchblicken, dass ihn die Fragen über seine Zukunft beim Pokalfinalisten deshalb eigentlich eher amüsieren. „Lasst euch überraschen“, sagte der BVB-Allrounder den Anhängern, die wissen wollten, wann er denn seinen bis zum Juni 2016 laufenden Vertrag endlich verlängert.

Ein neuer Kontrakt ist zwar von Seiten des BVB derzeit nicht angedacht. Doch warum soll einer, der seinen Traum lebt und dies mit jeder Faser seines Herzens zeigt und der zudem in zwölf Monaten zudem noch ablösefrei zu haben wäre, jetzt alle Fäden aus der Hand geben?

Die Krux: Will der BVB für seinen „Dortmunder Jung“ noch eine stattliche Ablöse erzielen, müsste er ihn eigentlich in der Sommerpause verkaufen. Doch das wird Großkreutz nicht mit sich machen lassen. Eher wird er versuchen, sein Seuchenjahr mit noch größerem Ehrgeiz in der kommenden Saison vergessen zu machen. „Ich werde niemals wegen Geld oder was auch immer gehen“, hat sich der Nationalspieler schon vor Wochen positioniert. Daran hat sich auch nach der Verpflichtung von Gonzalo Castro nichts geändert.

Zuletzt im Februar auf dem Platz

Und eigentlich ist das für den BVB auch eine gute Nachricht. In der Zeitrechnung nach Jürgen Klopp mit all seinen Inkonstanten kann einer wie er mit seinem Innenverständnis für den Verein noch Gold wert sein.

Nach fünf fetten Jahren fiel der Kämpfer in dieser Saison erstmals in ein Leistungsloch. Zudem hatte er immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Sein letztes von insgesamt 178-Bundesligaspielen hatte er am 4. Februar beim 0:1 des BVB gegen den FC Augsburg absolviert.

Danach fiel er wegen eines Muskelbündelrisses und einer Knieoperation aus. Auch an einen Einsatz im DFB-Pokalfinale am kommenden Samstag gegen den VfL Wolfsburg ist nicht zu denken. „Das kann ich vergessen“, winkte er ab. Wer ihn aber am Sonntag zwischen den BVB-Anhängern hat agieren sehen, der weiß, dass er bei seinem Verein niemals so einfach durch die Hintertür verschwindet. Und zu früh abschreiben sollte man einen Kevin Großkreutz nie.

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