Fortuna Düsseldorf gegen den Wuppertaler SV Borussia ist stets ein prestigereiches Duell. Diesmal haben die Landeshauptstädter, schon bevor der Ball rollt, das erste Aufeinandertreffen für sich entschieden. Torwart-Trainer Michael Stahl kehrt dem WSV den Rücken und absolviert seine Einheiten ab sofort am Rhein.

Düsseldorf: Michael Stahl, der neue Torwart-Trainer

Jens Lehmann als "Gütezeichen"

kru
02. Juli 2007, 19:13 Uhr

Fortuna Düsseldorf gegen den Wuppertaler SV Borussia ist stets ein prestigereiches Duell. Diesmal haben die Landeshauptstädter, schon bevor der Ball rollt, das erste Aufeinandertreffen für sich entschieden. Torwart-Trainer Michael Stahl kehrt dem WSV den Rücken und absolviert seine Einheiten ab sofort am Rhein. "Ich wurde überraschenderweise von Fortunas Präsidenten Peter Frymuth angerufen und wir haben uns am gleichen Abend noch getroffen", berichtet Stahl von der Kontaktaufnahme.

"Wir sind dann schnell zur Einigung gekommen und haben am nächsten Morgen alles klar gemacht." Als Außenstehender stellt sich schon die Frage: Warum dieser Liga interne Wechsel? Stahls Antwort: "Ich bin Profi und hatte zu dem Zeitpunkt keine feste Vereinbarung mit Wuppertal. In Düsseldorf überzeugt mich einfach das Gesamtpaket. Wenn man sieht, was möglich ist, mit diesem Stadion, den Trainingsmöglichkeiten und einer ganzen Stadt im Rücken."

Dennoch stellt er klar: "Ich habe mich nicht gegen den WSV, sondern für die Fortuna entschieden. Die beiden Spielzeiten in Wuppertal haben mir auch eine Menge Spaß gemacht." Wie schon vor 30 Jahren, als der junge Stahl schon in der Jugend für die Flingeraner kickte. "Der Kreis schließt sich nun", zwinkert der 47-Jährige. "Vor zwei Jahren, als Manager Thomas Berthold tätig war, stand ich auch schon kurz vor der Rückkehr. Und jetzt hat es sich eben ergeben."

Und seine neuen Schützlinge heißen Michael Ratajczak und Michael Melka. "Ich kenne 'Rata' noch aus meiner Zeit bei Borussia Dortmund, damals war er A-Jugend-Keeper. Ich weiß jetzt natürlich nicht, wie er sich entwickelt hat. Mit Melka habe ich noch nicht direkt zusammengearbeitet. Fest steht, bei beiden ist eine Menge Potenzial vorhanden", betont Stahl, der ohnehin schon einige Torhüter zu klasse Schlussmännern geformt hat.

Bekanntestes Beispiel ist mit Sicherheit die aktuelle Nummer eins im deutschen Nationaltor, Jens Lehmann. "Mit ihm habe ich insgesamt zwölf Jahre zusammengearbeitet und ich bin eingebildet genug, um zu sagen, dass ich ihm vieles mit auf den Weg gegeben habe. Er ist so etwas, wie ein Gütezeichen für mich", zwinkert der Vodafone-Angestellte. "Aber er ist nicht der Einzige. Ich hatte auch Leute wie Oliver Adler bei RW Oberhausen oder zuletzt Christian Maly vom WSV, die immer zu den besten Torhütern der Liga gezählt wurden." Sein Zusatz: "Deshalb denke ich mir auch, so verkehrt kann das, was du leistest, nicht sein."

Doch jetzt gilt es in den Diensten der Fortuna, die am heutigen Sonntag zum ersten Testspiel beim Kreisligisten TuS Bösinghoven antreten wird. "Ich werde mir das Match ansehen", erklärt Stahl und fügt hinzu: "Am Montag werde ich dann meine erste Einheit mit den Jungs absolvieren." Damit die Truppe top vorbereitet in die Saison startet. Der abschließende Satz von Stahl: "Wer am Ende die Nase vorne hat, ob Wuppertal oder Düsseldorf, kann man nicht sagen. Beide Vereine mussten einen Umbruch machen. Man wird sehen, wer diesen besser hinter sich bringt."

Autor: kru

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