Ein Gewaltexzess in Altenessen hielt den Essener Amateurfußball in der vergangenen Woche in Atem. Nun hat die Kreisspruchkammer ihr Urteil verkündet.

Kreisliga Essen

Lebenslange Sperre für Altenessener Kopftreter

Martin Herms
23. September 2014, 12:56 Uhr

Ein Gewaltexzess in Altenessen hielt den Essener Amateurfußball in der vergangenen Woche in Atem. Nun hat die Kreisspruchkammer ihr Urteil verkündet.

Der Angreifer von Juspo Altenessen II, der seinen Gegenspieler zunächst mit einem Kopfstoß niederstreckte und dem am Boden liegenden Opfer anschließend mehrfach vor den Kopf trat, wurde am Montagabend von der Kreispruchkammer des Essener Nord-West-Kreises lebenslang aus dem Verkehr gezogen. Somit dürfte der Spieler in ganz Deutschland nie mehr ein offizielles Fußballspiel bestreiten. Allerdings ist das Urteil noch nicht rechtskräftig, da sein Verein dieses nach der Verkündung nicht akzeptierte und bereits angekündigt hat, Einspruch einzulegen.

Wie derwesten.de berichtet, äußerte sich auch der Täter zu dem Vorfall und zeigte dabei keinerlei Reue. Dieser bestritt den Tritt, entschuldigte sich zwar, "falls er jemanden getroffen habe", stellte aber auch fest: "Fußball ist Kontaktsport und kein Ballett."

RevierSport sprach im Anschluss mit Karl Schüler, dem Vorsitzenden der Kreisspruchkammer über den Fall in Altenessen.

Karl Schüler, warum hat sich die Kreisspruchkammer entschieden, ein derart drakonisches Urteil auszusprechen?
Aufgrund beider Tätlichkeiten, die der Spieler in brutaler Art und Weise begangen hat, sahen wir keine andere Möglichkeit als ihn unbegrenzt aus dem Verkehr zu ziehen. Uns lagen klare und deutliche Zeugensagen vor, die dem Bericht des Schiedsrichters entsprachen.

Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig, da Juspo Altenessen angekündigt hat, Einspruch einzulegen. Wie geht es nun weiter?
Der Verein hat nun zehn Tage Zeit, gegen dieses Urteil in Berufung zu gehen. Sollte das der Fall sein, wird von der Bezirksspruchkammer in Duisburg erneut verhandelt. Die Haltung des Vereins kann ich überhaupt nicht verstehen. Man sollte sich von solchen Gewalttaten klar distanzieren, doch stattdessen wird der Spieler auch noch in Schutz genommen. Der Angeklagte hat seine Tat trotz eindeutiger Zeugenaussagen auch noch abgestritten und behauptete, er wäre zuerst angegriffen worden.

Seit 15 Jahren sind Sie bei der Kreisspruchkammer im Kreis 13 tätig. Hatten Sie schon einmal einen ähnlich schweren Fall?
Es ist erst das zweite Mal, dass ein Spieler in dieser Zeit lebenslang gesperrt wird. Bei diesem Vergehen konnten wir nicht anders entscheiden. Wir hoffen, dass wir dadurch eine Schockwirkung bei allen Vereinen erzielen. Denn solche Dinge sind eine absolute Katastrophe. Die Saison ist erst ein paar Wochen alt und wir haben schon acht Verhandlungen aufgrund von Tätlichkeiten, Abbrüchen oder Gewaltaten. So geht es definitiv nicht weiter.

Autor: Martin Herms

Kommentieren