In Gelsenkirchen brennt die Luft. Genauer gesagt, im Stadtteil Hassel. Die Spiele der Zweit- und Drittvertretung von YEG Hassel wurden vom Schiri abgebrochen.

Was war da los?

Jagd auf Schiedsrichter und Kartenklau!

18. März 2014, 17:44 Uhr

In Gelsenkirchen brennt die Luft. Genauer gesagt, im Stadtteil Hassel. Die Spiele der Zweit- und Drittvertretung von YEG Hassel wurden vom Schiri abgebrochen.

Es war viel los im Gelsenkirchener Stadtteil Hassel. Doch nicht nur die Kreisliga A-Begegnung zwischen YEG Hassel II und Genclerbirligi Resse wurde abgebrochen, sondern auch das Derby zwischen YEG III und Arminia Hassel in der Kreisliga B. Für alle Beteiligten unerklärlich.

RevierSport fragte: Was war da los?

YEG Hassel III - Arminia Hassel (Kreisliga B), Spielstand 0:0
Andre Keina (Trainer Arminia Hassel): "Nach einem normalen Foulspiel gerieten plötzlich der türkischstämmige Schiedsrichter und ein Spieler von YEG aneinander und unterhielten sich auf Türkisch. Plötzlich zückte der Schiri die Rote Karte und der Spieler ging vom Feld. Doch kurz darauf kehrte er zurück und ging auf den Unparteiischen los. Dieser wich immer wieder aus, doch der Spieler folgte ihm über den halben Platz. Zwar hat man ihn versucht zurückzuhalten, aber es war ziemlich schwierig. Angeblich wurde der Schiedsrichter vom Spieler am Kopf getroffen, woraufhin er die Partie abbrach."

Ergün Cetin (Trainer YEG III): "Das Derby war natürlich etwas härter, doch der junge Schiedsrichter war überfordert. Er hätte dem gegnerischen Stürmer nach einem Foul an unserem Torwart ebenfalls eine Karte zeigen müssen. Dieser hat sich das Handgelenk gebrochen! Natürlich wurde es dann hitziger. Unser Kapitän und YEG-Urgestein Erdal Sönmez ging nach einem Foul zu ihm hin und sprach ihn auf Türkisch an. Auf dem Platz wird deutsch gesprochen und beide haben sich nicht dran gehalten. Als er dann Rot zeigte, sind Sönmez die Sicherungen durchgebrannt. Wir konnten ihn kaum zügeln, als er auf den Schiedsrichter losgegangen ist. Es war Adrenalin pur. Das ist nicht zu entschuldigen und sowas darf einem erfahrenen Spieler nicht passieren! Aber ich bin ehrlich und sage auch, dass ein 18-jähriger Schiedsrichter das Spiel nicht hätte pfeifen dürfen. Gerade die Situation mit unserem Torwart hat er falsch bewertet. Und für uns ist das die größte Bestrafung, vor allem, weil sein Bruder auf dem Platz all das mit ansehen musste und völlig schockiert war."

YEG Hassel II - Genclerbirligi Resse (Kreisliga A), Spielstand 2:1
Ercan Karga (Trainer YEG II): "Als ein Spieler der gegnerischen Mannschaft nach einem Foul die Rote Karte gesehen hat, ist er zum Schiedsrichter gegangen, hat ihm die Karte aus der Hand gerissen und danach auf den Boden geschmissen. Eigentlich wollte der Schiedsrichter das Spiel danach weiterlaufen lassen, aber auf einmal mischten sich andere Spieler mit ein und der Schiri beendete die Partie kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit."

Burhan Kaya (Trainer Genclerbirligi Resse): "Das Spiel war von Beginn an richtig hektisch. Der Schiedsrichter hatte die Partie einfach nicht im Griff und es kam so rüber, als hätte er nur gegen uns gepfiffen. Als unser Stürmer klar im Strafraum gefoult wurde, hat er nicht gepfiffen. Daraufhin hat sich unser Spieler beim Schiedsrichter beschwert und dem Schiedsrichter wohl die Karte aus der Hand gerissen. Aber er hat den Schiri nicht angegriffen. Das habe ich aber nicht genau gesehen, weil zu viele Leute davor standen. Jedenfalls hat er Rot bekommen und musste vom Platz. Er hätte sich beherrschen müssen und es war nicht in Ordnung, dass er sich so beim Schiri beschwert hat. Wir sind zwar eigentlich froh, dass wir Schiedsrichter haben, aber wenn sie so eine Leistung bringen, dann ist das scheiße."

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