Der Präsident des Fußball-Bundesligisten Schalke 04, Gerd Rehberg, hat sich mit Entsetzen über Auseinandersetzungen am Rande des Ruhrgebietsderbys bei Borussia Dortmund geäußert.

Schalkes Präsident geschockt über das Verhalten der Fans

"Wenn einige ein Messer in der Hand gehabt hätten, die hätten es benutzt"

14. Mai 2007, 19:30 Uhr

Der Präsident des Fußball-Bundesligisten Schalke 04, Gerd Rehberg, hat sich mit Entsetzen über Auseinandersetzungen am Rande des Ruhrgebietsderbys bei Borussia Dortmund geäußert. "So etwas wie am Samstag, das hätte ich nie für möglich gehalten. So viel Hass und Häme. Wir regen uns über den Fanatismus im Nahen Osten auf, aber das gibt es leider auch hier in Deutschland bei einem gewöhnlichen Fußballspiel", sagte Rehberg der Süddeutschen Zeitung (Dienstag-Ausgabe). Von Ruhrgebietssolidarität gebe es keine Spur. Rehberg, der 24 Jahre für die SPD Bürgermeister der Stadt Gelsenkirchen war, zeigte sich darüber mehr enttäuscht als die durch die 0:2-Niederlage mutmaßlich verpasste Meisterschaft.

"Als wir vor zehn Jahren den UEFA-Cup gewannen und Borussia Dortmund eine Woche später die Champions League, da hat es hier in der Region ein richtiges Wir-Gefühl gegeben", meinte Rehberg, "aber das ist alles verloren gegangen."

Die Polizei hatte nach dem Derby zufrieden Bilanz gezogen. Es gab zwar 70 Festnahmen, aber die meisten seien präventiver Art gewesen, größere Auseinandersetzungen seien vermieden worden. Rehberg berichtet hingegen, auf seinem Heimweg Zeuge von hässlichen Szenen zwischen Dortmunder und Schalker Zuschauern geworden zu sein: "Ich bin selbst dazwischen gegangen und hab gesagt: 'Schämt Ihr Euch nicht?' Was ich da gesehen habe, das hätte ich nicht für möglich gehalten. Wenn einige ein Messer in der Hand gehabt hätten, die hätten es benutzt."

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