Daniel van Buyten hat Bayern München das Tor zum ersten Halbfinal-Einzug in der Fußball-Champions-League seit 2001 weit aufgestoßen. Beim 2:2 (0:1) bei Angstgegner AC Mailand im Viertelfinal-Hinspiel der

FC Bayern träumt vom Halbfinale

"Kaiser" beschimpft Schiedsrichter

03. April 2007, 22:58 Uhr

Daniel van Buyten hat Bayern München das Tor zum ersten Halbfinal-Einzug in der Fußball-Champions-League seit 2001 weit aufgestoßen. Beim 2:2 (0:1) bei Angstgegner AC Mailand im Viertelfinal-Hinspiel der "Königsklasse" erzielte der Belgier beide Treffer für den deutschen Rekordmeister und rettete mit dem Ausgleich in der dritten Minute der Nachspielzeit das glückliche Unentschieden. Damit haben die Münchner im Rückspiel am 11. April eine glänzende Ausgangsposition für den Einzug ins Halbfinale, in dem Manchester United oder der AS Rom warten würden.

Weltmeister Andrea Pirlo (40.) und Kaka (84.) mit einem unberechtigten Foulelfmeter hatten Milan zweimal in Führung gebracht, van Buyten glich jedoch in der 78. Minute sowie in allerletzter Sekunde zweimal aus. Zuvor hatte Ersatzkeeper Michael Rensing die Bayern, die ohne die gesperrten "Leitwölfe" Oliver Kahn und Mark van Bommel auskommen mussten, mit einigen Glanztaten im Spiel gehalten. "Die Befürchtung, dass dieser Schiedrichter nichts taugt, hat sich bestätigt. Das war eine absolute Frechheit. Ich hatte das Gefühl, er hat auf so eine Situation gelauert", meinte Präsident Franz Beckenbauer. Manager Uli Hoeneß ergänzte: "Hier gibt es keinen Schönheitspreis. Wir können mit dem Ergebnis sehr zufrieden sein, aber im Rückspiel brauchen wir eine bessere Leistung. Die Chancen stehen 60 zu 40 für uns, ich bin sicher, dass wir weiterkommen." [imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/001/505-1522_preview.jpeg Der große Rückhalt für den FCB in Mailand: Kahn-Ersatz Michael Rensing. (Fotos: firo)[/imgbox]

Trainer Ottmar Hitzfeld sprach von einem "guten und wichtigen Resultat. Der Ausgleich gibt uns Kraft für das Rückspiel. Toll war, dass wir den Elfmeter weggesteckt haben, was nicht so selbstverständlich ist."

Vor 67.500 Zuschauern waren die Bayern an die Stätte ihres letzten großen Triumphes zurückgekehrt. Im Mai 2001 hatte der FCB nach einem Sieg über den FC Valencia (1:1, 5:4 n.E.) die Champions League im Giuseppe-Meazza-Stadion gewonnen. Allerdings hatten vier Spieler aus der Bayern-Startelf auch noch das 1:4-Debakel im Achtelfinal-Rückspiel des Vorjahres im Hinterkopf. Nach einem schnellen Warnschuss von Willy Sagnol nach 20 Sekunden tauchte der in der Serie A weit abgeschlagene 17-malige italienische Meister erstmals gefährlich vor dem Bayern-Tor auf, Clarence Seedorf verpasste eine Flanke von Pirlo knapp (2.). Danach besann sich der deutsche Doublegewinner wieder auf die Vorgabe von Trainer Ottmar Hitzfeld und wagte seinerseits Vorstöße. Mehr als Distanzschüsse von Bastian Schweinsteiger (12.) und Andreas Ottl (24./29.) sprangen dabei jedoch nicht heraus.

Hitzfeld war im Vergleich zum Bundesliga-Gipfel gegen Schalke 04 (2:0) zu zwei Änderungen gezwungen. Stammtorhüter Kahn war nach der "Pinkelaffäre" im Anschluss an das Achtelfinalrückspiel gegen Real Madrid (2:1) gesperrt worden, van Bommel hatte in derselben Partie nach einer Rangelei Gelb-Rot gesehen und daher die Reise nach Mailand ebenfalls nicht angetreten. Für Kahn kam Rensing zu seinem 18. Profi-Spiel im Bayern-Trikot und zugleich zum zweiten Einsatz in der Champions League nach dem Achtelfinal-Hinspiel gegen Milan im Februar 2006 (1: 1). Der 22-Jährige strahlte viel Ruhe aus und verhinderte mit zwei großartigen Reaktionen nach Kopfbällen von Massimo Ambrosini (15.) und der einzigen Milan-Spitze Alberto Gilardino (34.) einen frühen Rückstand im 305. Europacup-Spiel der Münchner Vereinsgeschichte.

F�nf Minuten vor der Pause musste sich Rensing doch geschlagen geben, Pirlo überwand ihn mit einem gefühlvollen Kopfball-Lupfer nach einer Flanke von Massimo Oddo. Den sich bietenden Raum nutzten die Bayern deutlich zu selten zu gefährlichen Offensivaktionen. Dies änderte sich auch in der zweiten Hälfte zunächst nicht. Vielmehr landete der Ball schnell wieder im Bayern-Tor (52.), doch Gilardino stand im Abseits, sah wegen der Spielverzögerung die Gelbe Karte und muss im Rückspiel zuschauen. Der Ausgleich fiel aus heiterem Himmel, denn die Münchner hatten sich fast völlig zurückgezogen.

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