Italiens Fußballer drohen mit Streik, sollte Italiens Regierung weiter auf Senkungen der Gehälter der Serie-A-Profis bestehen. AC Mailands Clarence Seedorf erklärte im Interview:

Seedorf: "Die Zeit ist reif für einen Streik."

db
26. März 2004, 13:24 Uhr

Italiens Fußballer drohen mit Streik, sollte Italiens Regierung weiter auf Senkungen der Gehälter der Serie-A-Profis bestehen. AC Mailands Clarence Seedorf erklärte im Interview: "Die Zeit ist reif für einen Streik."

Sollte die italienische Regierung um Silvio Berlusconi weiter auf ihrer Forderung nach einer Senkung der Gehälter in der Serie A bestehen, drohen die Fußballprofis mit einem Streik. Der niederländische Nationalspieler Clarence Seedorf vom AC Mailand erklärte der römischen Tageszeitung La Republica: "Wir können nicht allein die Kosten der gravierenden Krise zahlen, in die der italienische Fußball geraten ist. Unsere Gehälter sind gekürzt worden, die Zeit ist reif für einen Streik."

"Spieler haben Verantwortung bewiesen, jetzt müssen die Klubs ihren Teil tun"

Laut dem Präsidenten der Spielergewerkschaft AIC, Sergio Campana, haben 80 Prozent der italienischen Spieler in den vergangenen Monaten Gehaltskürzungen zugestimmt. "Die Spieler haben Verantwortung bewiesen, jetzt müssen die Klubs ihren Teil tun", sagte Campana. Er forderte einen Punkteabzug für Klubs, die mit der Zahlung der Spielergehälter und der Steuer in Verzug geraten sind. Die Liste der Spielerklagen gegen die Vereine sei lang, warnte Campana. "Die Umsätze der Vereine in den letzten zehn Jahren sind um 216 Prozent geklettert. Der Umsatz beträgt 4,2 Milliarden Euro pro Jahr. Die 25 Programme mit den höchsten Einschaltquoten in der Geschichte des italienischen Fernsehens sind Fußball-Spiele. Der Fußball ist ein gesundes Unternehmen. Schade, dass er auf derart katastrophale Weise verwaltet wird", sagte Paolo Conti, Vizepräsident des Verbands der italienischen Fußballer-Manager.

Die Schulden der italienischen Fußballs drohen zu einem dramatischen Problem zu werden, AS Rom, Lazio Rom, AC Parma, Chievo und Perugia droht der Zusammenbruch. Regierungschef Silvio Berlusconi hatte die Verabschiedung eines umstrittenen Dekrets zur Rettung finanziell angeschlagener Klubs verhindert. Gegen das Dekret, laut dem die Klubs ihre Schulden in Raten hätten abbezahlen können, hatten sich nicht nur die Opposition und zwei Bündnispartner Berlusconis, die Lega Nord und die Zentrumspartei UDC, gestemmt. Auch Brüssel hatte Bedenken geäußert.

Autor: db

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