Marcel Maltritz ist keiner, der faule Kompromisse eingeht. Wenige Tage nach der 0:6-Klatsche gegen Bremen in der Hinrunde verlängerte er seinen Vertrag beim VfL ohne Ausstiegsklausel für die erste und zweite Liga. Der gebürtige Magdeburger ist auch keiner, der unbequemen Fragen aus dem Weg geht. Am Samstag aber nach dem 0:3 an der Weser nahm sich der Innenverteidiger eine verbale Auszeit. Lieber wuchtete er mit Martin Meichelbeck zusammen eine schwere Metallkiste Richtung Mannschaftsbus.

BOCHUM: Marcel Maltritz legt Hand in die offene Wunde

"Am Ball bist du die ärmste Sau"

08. März 2007, 15:51 Uhr

Marcel Maltritz ist keiner, der faule Kompromisse eingeht. Wenige Tage nach der 0:6-Klatsche gegen Bremen in der Hinrunde verlängerte er seinen Vertrag beim VfL ohne Ausstiegsklausel für die erste und zweite Liga. Der gebürtige Magdeburger ist auch keiner, der unbequemen Fragen aus dem Weg geht. Am Samstag aber nach dem 0:3 an der Weser nahm sich der Innenverteidiger eine verbale Auszeit. Lieber wuchtete er mit Martin Meichelbeck zusammen eine schwere Metallkiste Richtung Mannschaftsbus.

Doch zur Wochenmitte war Maltritz wieder der kompetente Ansprechpartner im Team, der kein Blatt vor den Mund nimmt, ohne dabei ausfallend zu werden. Maltritz: "So ungefährlich wie in Bremen waren wir in dieser Saison noch nie. Wer den Ball hatte, war die ärmste Sau." Der Vize-Kapitän wollte damit nichts anderes sagen, als dass Anspielstationen in Bremen kaum gegeben waren, weil niemand die Kugel ernsthaft forderte. Maltritz: "Wir kamen doch hinten gar nicht raus, das muss sich ändern." Natürlich weiß der Routinier, warum plötzlich im Bochumer Lager so etwas wie Panik zu spüren ist.

"Ein 0:3 in Bremen wäre normalerweise nicht allzu tragisch, aber weil wir Aachen nicht besiegt und die Konkurrenz fast ausnahmslos gepunktet hat, ist jetzt alles besonders bitter. Jetzt bekommen wir richtig was auf die Ohren."

Verständlich, denn der 28-Jährige weiß: "Wer daheim so viele Punkte verschenkt wie wir, besitzt eben auch nur noch ein eingeschränktes Vertrauen." Über viele Dinge hat sich der Defensive zu Wochenbeginn geärgert: "Da habe ich viel Unfug gelesen, aber in unserer Situation ist das wohl normal. Dagegen kannst du dich nur noch mit Siegen wehren." Dann erinnert er sich an das Ende der Hinrunde: "Da haben wir doch gezeigt, wie es geht."

Allerdings weiß auch der Familienvater, dass sich der Erfolg nur dann einstellt, wenn die ganze Mannschaft funktioniert. "Wenn zwei oder drei einen schlechten Tag haben, dann reicht es nicht." Klar und unmissverständlich lehnt er jede Motivationshilfe ab: "Wenn du einem Profi immer wieder sagen musst, dass es um seinen Arbeitsplatz in der ersten Liga geht und dass man gegen einen Nachbarn besonders viel laufen muss, dann sollte man sich generell fragen, ob da nicht einer seinen Job verfehlt hat."

Ungeachtet der Bedeutung des kommenden Derbys gegen den BVB ist Maltritz überzeugt: "Es fällt am Samstag noch keine Vorentscheidung. Bei einem Sieg haben wir eine sehr große Chance, eine Pleite wäre ein erneuter Rückschlag, aber noch nicht das Aus." Mit solchen Gedanken mag sich der Ex-Hamburger nicht lange beschäftigen: "Ich bin zuversichtlich, dass wir das Duell gewinnen."

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